Heave Blood & Die – Post People – Album Review

Heave Blood & Die – Post People
Herkunft:
Norwegen
Release:
05.02.21
Label: Fysisk Format
Dauer:
33:41
Genre:
Atmospheric Dark Metal / Doom Metal / Stoner


Nach dem fulminanten Erfolg des Albums mit dem schlichten Titel Vol.II von 2018 liegt uns nun heute endlich ein neues Album der Heavy Rocker von Heave Blood & Die vor. Die fünfköpfige Band aus Tromsø stellt uns Post People, das erste Album nach dem Wechsel zum norwegischen Label Fysisk Format vor.

Post People wird uns als konzeptioneller Gedanke vorgestellt. Die Band habe lange über die Bedeutung des Begriffed diskutiert, man habe sich lange darüber ausgetauscht. Die Combo selbst sagt: “Ein fiktives Universum, das einer etablierten Gesellschaft beraubt ist, eine Art postapokalyptisches Universum, was das Konzept Post People sehr wohl ist. Es wäre die Menschheit als Ganzes, die die moderne Gesellschaft transzendiert, den Kapitalismus hinter sich lässt, die ungerechtfertigte Autorität beseitigt, das klimaneutrale Ziel erreicht, Gleichheit für alle und den Krieg gegen Drogen beendet.” (sic!)

Post People – Album mit konzeptionellem Zugang

Nun dürfen wir gespannt sein, inwiefern Heave Blood & Die diese apokalyptischen Gedanken ins Album bringt. Den Beginn macht Radio Silence, der Song, der bereits vorab als Teaser auf das Album veröffentlicht wurde. Ihr könnt HIER ein Ohr vorab riskieren und euch schon mal auf das hypnotische Riffing einlassen. Die Nummer hätte genauso auch als bombastischer Soundtrack für eine Serie a la GOT gepasst. Die Hookline, vom Chapman Stick unterstützt, verspricht unentdeckte Sphären.

Bereits nach dem ersten Song wird mir klar, dass die Band sich vom laissez fair Doom Metal entfernt hat, ohne die atmosphärische Dunkelheit hinter sich zu lassen. Den Hörer erwartet mit Kawanishi ein wunderbar leiser, jedoch nicht weniger ansprechender Track, in dem Lyrik und Gesang tragend sind. Aufdrehen, zurücklehnen, genießen! Alle Hörer, für die der Gesang und die Stimme in einem Track maßgebend sind, kommen hier in vollen Hörgenuss. Metropolitan bietet eine Uptempo Bridge und ebnet so den Weg für den Albumteiler True Believer, das absolutes Hitpotential hat. Eine wunderbare Dark Wave Attitüde umspannt den rund vierminütigen Song, der zum Ende hin mit einem post rockigen Outro besticht. 

“how things are, and always has been”

Bei Everything Is wird man sehr schnell in eine bedrohliche, kalte, fast menschenhassende Umgebung katapultiert. Schleppende Riffs, träge Gesangsparts und dunkle Synth Klänge verheißen nichts schönes und doch hat auch dieser Song hypnotisches, dem man sich nicht entziehen kann. Deutlich freundlicher und auch einen hauch progressiv geht die Band in Continental D zu Gange. Die Melodien sind hier fulminanter ausgeprägt und wirken durch die erschaffene Atmosphäre des mehrstimmigen Gesangs beinahe an die 1970er erinnert. Eine wunderbare Harmonie, die die Heavy Rocker hier eingehen. 

Bevor der Closer das rund 30 minütige Album schließt, gibt uns Geometrical noch einen guten Hint, weshalb das Album als aktivistisches Kunstwerk zu sehen ist. Langsam aufbauende Soundscapes begeistern den Hörer und lassen ihn in zurückhaltende Lethargie versinken. 

Der dem Album Titel gebende Track Post People ist mit etwas mehr als fünf Minuten der längste des Albums. So richtig einzuordnen vermag man den Track nicht. Die Nummer plätschert im Midtempo durch, die Gitarren leisten schöne Begleitmusik und der Gesang fügt sich rund ein. Ganz so düster wie anfangs erwartet, scheint die gegenwartliche Menschheit dann doch nicht. Der Song lässt einen beinahe fröhlich zurück. 


Fazit
Post People wird uns von den Norwegern als konzeptioneller Ansatz vorgestellt, den das Album durchaus hat. Kreativ und technisch einwandfrei könnte sich die Band zur festen Größe der neuen progressiven Welle mausern. Ich hoffe jedenfalls, dass es dieses Album ist, das Heave Blood & Die nun endlich aus dem Underground bringt. 
Von mir gibt es satte 7,5 / 10

Line Up
Karl Pedersen – Bass, Gesang
Mads Ystmark – Gitarre, Gesang
Jonas Helgesen Kuivalainen – Gitarre, Hintergrundgesang
Kenneth Mortensen – Schlagzeug
Marie Sofie Langeland Mikkelsen – Synth

Tracklist
01. Radio Silence
02. Kawanishi
03. Metropolitan
04. True Believer
05. Everything Is
06. Continental D
07. Geometrical
08. Post People

Links
Facebook Heave Blood & Die


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