Korpiklaani – Jylhä – Album Review

Korpiklaani – Jylhä
Herkunft:
Finnland

Release:
05.02.21
Label: Nuclear Blast Records
Dauer:
60:35
Genre:
Folk Metal


Korpiklaani - Band
Foto Credit: Peero Lakanen

Korpiklaani haben der Metal-Welt so einige Trink- und Partylieder beschert. Dass die Band aber mehr zu bieten hat, ist ihren Fans ebenfalls hinlänglich bekannt. Auch auf dem elften Album Jylhä, was im Deutschen ungefähr soviel wie “Majestätisch” bedeutet, hat die Band keine Angst vor neuen Herangehensweisen.

“Wo soll ich nur anfangen… es gibt so viel Neues”, sagt Sänger und Gitarrist Jonne Järvelä dazu. “Gut, schauen wir uns zuerst das Songwriting an, das ist wie ein Schlüssel zu allem anderen. Dieses Mal waren wir viel gründlicher mit Brainstorming, Komponieren, Demo Aufnahmen, Vorproduktion und Aufnahmen als je zuvor.” Der neue Schlagzeuger Samuli Mikkonen hat sich dabei ebenfalls kreativ eingebracht.

Ich glaub, ich steh im Wald

Der stampfende Opener Verikoira eröffnet das Album mit bandtypischen Elementen, wobei Korpiklaani sich hier von ihrer rockigen Seite präsentieren. Das folgende Niemi hingegen prescht mit treibenden Folk Metal-Klängen voran und mischt eine spirituelle Lead-Melodie mit knackigen Gitarrenriffs. Das Video dazu findest du HIER.

Leväluhta ist ein astreiner Folk-Song mit verzerrten Gitarren im Refrain und erzählt von einem Quell im Westen Finnlands, in dem rund 100 Leichen aus der Eisenzeit gefunden wurden. Warum die Leichen dort vergraben wurden, weiß bis heute niemand so genau. Die Nummer ist jedenfalls eines der stärksten und atmosphärischsten Lieder auf Jylhä, wovon du dich HIER überzeugen kannst.

Danach geht es die Band etwas gemächlicher an und beweist wiederum ihr Gespür für atmosphärisch-rockige Töne. Vor allem mit Tuuleton dürften Fans der Finnen ihre Freude haben. Dasselbe gilt für Sanaton Maa. Dieses Lied schreit danach, live mitgegröhlt zu werden – sofern man die finnischen Worte aussprechen kann, zumindest.

Die Mischung macht’s

Insgesamt achten Korpiklaani sehr darauf, ruhigere und treibende Songs gut zu mischen, sodass keine Monotonie aufkommt. Bei einer Stunde Spielzeit eine schwierige Aufgabe. Im Gesamten betrachtet überwiegen zwar, wie bei allen neueren Alben der Band, die stimmungsvollen Klanglandschaften, die vor dem geistigen Auge Bilder von Wäldern, Bergen und Seen entstehen lassen. Allerdings weben die Folk Metaller immer genügend Härte in ihren Sound mit ein, sodass ihre Musik zu mehr als reiner Hintergrundbeschallung geeignet ist.

Die Songs Pohja und Huolettomat sind gute Beispiele dafür, wobei Letzterer durch seine Ohrwurmmelodie ein starker Kandidat für zukünftige Live-Shows ist. Dasselbe gilt auch für das Polka-artige Pidot, welches ein spätes Highlight des Albums darstellt. Juuret beendet die Scheibe mit einem Mix aus Melancholie und Optimismus, die in der zweiten Hälfte in pure Lebensfreude umschlägt und den Hörer mit einem guten Gefühl entlässt.


Fazit
Korpiklaani schaffen es wie kaum eine andere Band, stimmungsvolle Klangteppiche und straightes Songwriting miteinander zu kombinieren. Jylhä ist ein weiteres, starkes Statement der Band, auf dem sich die Finnen erneut weigern, sich selbst zu wiederholen, dabei aber dennoch ihrem Sound treu bleiben. Starke 8 / 10.

Line Up
Jonne Järvelä – Gesang, Gitarre
Sami Perttula – Akkordeon
Tuomas Rounakari – Violine
Jarkko Aaltonen – Bass
Kalle „Cane“ Savijärvi – Gitarre
Samuli Mikkonen – Schlagzeug

Tracklist
01. Verikoira
02. Niemi
03. Leväluhta
04. Mylly
05. Tuuleton
06. Sanaton maa
07. Kiuru
08. Miero
09. Pohja
10. Huolettomat
11. Anolan aukeat
12. Pidot
13. Juuret

Links
Facebook Korpiklaani
Webseite Korpiklaani


Außerdem auf Soundmagnet.eu
EP Review – Elvenscroll – Never To Be Mourned
Interview – Nachgefragt bei Sami Hinkka, Ensiferum
Kolumne – Pagan Metal ist tot – Drei Beispiele, die das Gegenteil beweisen

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 5 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen