Haken – Virus – Album Review

Haken – Virus
Herkunft:
London / UK
Release:
05.06.20 verschoben auf 10.07.20 verschoben auf 24.07.20
Label: InsideOutMusic
Dauer:
52:00
Genre:
Progrock / Progmetal / Rock / Metal


Foto Credit: Max Taylor Grant

Es hat lange gedauert, bis nun endlich das vielfach heiß erwartete Album Virus der Band Haken mit 24.07.20 releast wird. Mit satten sieben Wochen Verspätung wird nun also das mittlerweile sechste Studioalbum auf die Fans losgelassen. 
Das Internet ist voller Spekulationsansätze und die einschlägigen Fangruppen diskutierten bereits heftig, weshalb es immer wieder zu Verzögerung der Veröffentlichung kam, war das Album doch bereits seit Wochen fertig gepackt für die Regale der Händler.

Die Band um Sänger und Gründungsmitglied Ross Jennings jedenfalls schweigt und suhlt sich vielmehr im durchwegs positiven Feedack zu Virus.

Ich lasse mich nicht lange bitte und gehe in medias res:
Den Opener bestreitet Prostethic, den die Band bereits im April als Appetizer für die Fans veröffentlichte. HIER könnt ihr ihn direkt anspielen. Von dem Song selbst sagt die Band: “‘Prosthetic’ was the first song we completed during the ‘Virus’ writing sessions and we always felt it would be the perfect opener for the album. It’s a very guitar heavy track with its roots in 80s thrash riffing, but with the unconventional rhythmic twists and turns we often like to explore in Haken.” Und genau so klingt der Song auch! Der Opener schraubt meine Erwartungen als sehr hoch, was die kommenden 10 Songs angeht. 

Weiter geht es mit Invasion, das in Haken Manier verspielt, jedoch nicht zu vertrackt aus meinen Lautsprechern kommt. Es sind diese verspielten Riffs, die sich in den Wechsel mit ruhigen Elementen begeben, die ich so mag an der aus London stammenden Band. Carousel macht es dem Trackvorgänger gleich und spätestens jetzt wird mir klar, dass Ross Jennings auf diesem Album eine enorme gesangstechnische Steigerung markiert. Die Hook fesselt mich und ich liebe den Refrain, der sich als einer seit langem in meinen Gehörgängen festschraubt. 

Mit The Strain wird dem Hörer die leise und melancholische Seite der Band präsentiert. Herrlich um sich auf das noch ruhigere Canary Yellow, der Song, der dem quietschegelben Cover Tribut zollt, einzulassen.
Alles in allem jedoch sollte gerade dieser Track schlussendlich im Songranking abfallen, da er für mich leider nur mit den Shoegaze Anleihen zum Ende hin auffällt. 
Die zweite Hälfte des Albums wird voll und ganz eingenommen vom Messiah Complex. Und zwar in fünf vollwertigen Teilen von I bis V. Zugegebenermaßen werde ich diesen komplexen Teil des Albums mehrmals hören und analysieren müssen um ihn voll und ganz wahrzunehmen und nachvollziehen zu können. 

Hier spielen sich Haken mit Versatzstücken aus dem 2013er Album The Mountain und auch aus Vector, welches im internationalen Vergleich meiner Meinung nach von vielen unterbewertet wurde. Und das machen sie sehr gut! Wer die Vorgängeralben noch nicht kennt, bekommt hier eine wunderbare Variante präsentiert, die er beim Nachhören bestimmt wieder erkennen wird. 
Auch beim folgenden A Glutton for Punishment, dem zweiten Teil vom Messiah Complex mischen sich Refrain Parts in den Song, die man schon kennt. Hier mag ich besonders die progressiven Gitarrenriffs, die für meinen Teil genau richtig frickelig sind. 

Diese zweite Hälfte des Albums weiß es wirklich zu überraschen! Songs aus bereits bekannten Alben und Songs werden umarrangiert und quasi neu erfunden ohne einen komplett neuen Track zu präsentieren. Man geht dem Mythos um den Cockroach King auf den Grund, indem man die Themen des Songs ausarbeitet und quasi weiter entwickelt. 

Den Closer begeht das Album mit Only Stars


Fazit
Haken
schaffen es wunderbar, mit Virus die Brücke zu Vector zu schlagen und mich zu begeistern. Die Band zeigt uns auf Virus Virtuosität, progressive Neugier und rockige Attitüde, die mich sehr anspricht. Wuchtige Riffs und epische Passagen stellen mich mehr als zufrieden und gleichen die etwas kürzeren Songs zu Beginn des Albums aus. Rhythmisch, harmonisch und lyrisch wird mir hier einiges geboten, das ich nicht beim ersten Hören erfassen kann und einen guten Spannungsbogen zu mir als Hörer aufbaut. Von mir gibt es eine 9 / 10 für dieses Meisterwerk. 

Line Up
Charlie Griffiths – Gitarren
Ray Hearne – Schlagzeug
Richard Henshall – Gitarren
Ross Jennings – Gesang
Diego Tejeida – Keyboards
Conner Green – Bass

Tracklist
01.Prosthetic
02.Invasion
03.Carousel
04.The Strain
05.Canary Yellow
06.Messiah Complex I: Ivory Tower
07.Messiah Complex II: A Glutton for Punishment
08.Messiah Complex III: Marigold
09.Messiah Complex IV: The Sect
10.Messiah Complex V: Ectobius Rex
11.Only Stars

Links:
Facebook Haken


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