Godsnake – Poison Thorn – Album Review

Godsnake – Poison Thorn
Herkunft:
Hamburg / Deutschland
Release:
23.10.2020
Label: Massacre Records
Dauer:
50:04
Genre:
Heavy Metal / Melodic Thrash Metal


Foto Credit: Thomas Sprenger

Oh Hamburg meine Perle… das gilt auch für die hiesige Heavy Metal Szene, denn Perlen wie Helloween, Gamma Ray oder Running Wild hat die Hafenstadt schon einige hervorgebracht. Ein guter Nährboden also, denn seit 2013 reift dort eine weitere Band heran und ist bereit in ihre Fußstapfen zu treten.

Ich bin zum ersten Mal im letzen Jahr auf Godsnake bei ihrem Auftritt auf dem hessischen Rock am Stück Festival aufmerksam geworden, wo sie eine beeindruckende Show hinlegten, die mich durch die mitreißende Energie der Songs und das sympathische Auftreten der Jungs begeisterte. Neben ihrer 2014er EP Hellbound Ride hatten sie da schon das eine oder andere neue Stück im Gepäck. Für das von mir mit Spannung erwartete Debütalbum Poison Thorn konnte erneut Lasse Lammert an den Reglern gewonnen werden, der schon für den wuchtigen Sound der 4-Track-EP sorgte. Mit Massacre Records steht außerdem ein namhaftes Label hinter den Hanseaten.

Die Schlange schnappt ohne Warnung zu

Schon beim Opener Urge To Kill drücken einen der mächtige Drumsound und die brettharten Gitarren gnadenlos an die Wand. Dazwischen lockern melodische Gitarrenparts und der ausdruckstarke Gesang von Fronter Torger den eindringlichen Banger auf und verpassen ihm einen modernen Anstrich. Einmal gehört, fräst sich die Nummer unauslöschlich ins Gedächtnis, was ihr HIER im Lyric Video unbedingt ausprobieren solltet. Ähnlich heavy und intensiv schnappt Poison Thorn zu. Eingängige Hooklines und ein melodischer Refrain treffen auf thrashige Parts, bei denen man die Haare hervorragend fliegen lassen kann. Dafür wurde in der Hafenstadt ein starkes Video gedreht, das es HIER zu sehen gibt.

Sound Of The Broken kenne ich schon vom letztjährigen Rock am Stück Festival. Das mit seinen epischen Breitwandmelodien ausgestattete Stück hat auch in der Studioversion nichts von seiner Faszination verloren. Der Song ist ebenfalls mit einem Refrain veredelt worden, den man so schnell nicht wieder los wird. We Disagree ist da schon etwas sperriger und rifflastiger, wodurch ich mehrere Anläufe brauchte, bis mich der Song packte. Dafür hat mich Stone The Crow wieder sofort für sich gewonnen. Vielleicht weil der Song auch schon auf der EP zu meinen Lieblingssongs gehörte. Die Nummer kombiniert einfach meisterlich aggressive Thrash Metal Rhythmen mit Gitarrenharmonien, die die Handschrift von Größen wie Metallica, Machine Head oder Stone Sour tragen.

Angriffslustiger, melodischer Thrash Metal

Darkness erinnert gerade zu Beginn ebenfalls schwer an Metallica. Der Song pendelt zwischen düsteren, melancholischen Melodien und ruppigen, angriffslustigen Ausbrüchen hin und her. Das Riffmonster You Gotta Pay macht keine Gefangenen und zwingt dich mit seinem schleppenden, harten Rhythmus in die Knie. Darauf folgt das schnellste Stück Blood Brotherhood; natürlich nicht, ohne auf einen markanten Refrain zu verzichten. Der alles niederwalzende Titeltrack der EP Hellbound Ride kommt hier in neuem Glanz ebenso zum Einsatz wie die auch schon bekannte Abrissbirne This Is The End, bei dem Sänger Torger zeigt, dass auch derbe Growls zu seinem umfangreichen Repertoire gehören.


Fazit
Lange habe ich auf die Veröffentlichung von Poison Thorn gewartet. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den ersten vollständigen Dreher, und was soll ich sagen, sie wurden mehr als erfüllt. Godsnake verstehen es wie kaum eine andere Band, diese perfekte Balance aus Melodie, gepaart mit messerscharfen Riffs, wuchtiger Härte und charismatischem Gesang zu packenden Songs zu verbinden. Das ist eine knallharte Ansage und ergibt 9,5 / 10 von mir!

9,5

Line Up
Torger – Gesang
Stevo – Gitarre
Malt – Gitarre
Walt – Bass
Sidney – Schlagzeug

Tracklist
01. Urge To Kill
02. Poison Thorn
03. Sound Of The Broken
04. We Disagree
05. Stone The Crow
06. Darkness
07. You Gotta Pay
08. Blood Brotherhood
09. Hellbound Ride
10. This Is The End

Links
Facebook Godsnake
Webseite Godsnake


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