Crystal Viper – The Last Axeman – EP Review

Crystal Viper – The Last Axeman
Herkunft:
Polen
Release:
25.03.2022
Label: Listenable Records
Dauer:
36:54
Genre:
Heavy Metal / Power Metal


Wow, die polnische Band um die stimmenstarke Marta Gabriel ist aber fleißig! Das waren meine Gedanken, als Crystal Viper mit der neuen Mini-LP auftauchten. Das letzte Album The Cult ist erst letztes Jahr erschienen und schon gibt es das nächste Futter für die Ohren.

Doch ganz so stimmt die Geschichte nicht. The Last Axeman ist kein komplettes neues Album, sondern eine wohlschmeckender Happen für Zwischendurch. Zwar hat die Länge der Veröffentlichung mit fast 37 Minuten Albumcharakter, aber schon der Titelsong ist ein Remake des eigenen Klassikers vom 2007er Debütalbum The Curse Of Crystal Viper. Nicht ganz so brachial wie das Original ist die neue Version, etwas abgeklärter und reifer kommt sie daher. Aber sie macht trotzdem tierisch viel Spaß, wie ihr HIER hören könnt.

Richtig neu wird es erst bei In The Haunted Chapel. Schon das letzte Album The Cult war inspiriert von den Geschichten von HP Lovecraft. So ist auch dieser Track inhaltlich noch dort angesiedelt. Nicht ganz so schnell wie der Opener, kommt der Track mit seinen gefälligen Gitarrenharmonien daher. Iron Maiden lassen grüßen, was aber nicht negativ gemeint ist. Dazu die gute Gesangsleistung von Marta, die aus dem Song eine perfekte Heavy Metal Nummer macht.

Überraschende Tribute an die 1980er

Die Tracks drei und vier überraschen, denn mit Coverversionen konnte man noch rechnen, aber den Start macht eine Coverversion namens Улица Роз von ARIA. Das Ganze ist im Original aus dem Jahre 1987 und wird von Crystal Viper auch in russischer Sprache präsentiert. Natürlich klingt der Song durch die weibliche Gesangsstimme anders und wirkt als Neuaufnahme in der heutigen Zeit dichter und energetischer. Aber die Latte haben ARIA mit ihrer Version sehr hoch gehangen. Crystal Viper bestehen besonders in der Gitarrenarbeit, können aber den Charm des Originals nicht übertreffen.

Ähnlich ist es mit der Verbeugung vor den NWOBHM Helden von Diamond Head. Es ist It’s Electric aus dem Jahre 1980, was Crystal Viper wesentlich fetter und metallischer als das Original runterzocken. Trotzdem ist es natürlich schwierig einem tausendmal gehörten Klassiker noch etwas Neues abzuringen. Die Version der Polen klingt frisch und härter als das Original, hat es aber schwer den gestandenen Klassiker zu übertrumpfen.

Live war schon immer die beste Wahl

Hat man die Vinylversion von The Last Axeman erworben ist jetzt Zeit, die Scheibe umzudrehen.
Crystal Viper präsentieren uns auf der B-Seite vier eigene Nummern, die die Band als sogenannte #RockOutSessions 2021 live im Kosa Buena Studio aufgenommen haben. Bedingt durch die ausgefallenen Konzerte lässt uns die Band hier spüren, was alles an Live-Energie im 2021er Album The Cult steckt.

Trotzdem diese Studioscheibe gut produziert ist, machen die vier Songs viel her und durch und durch Spaß. The Cult und Asenath Waite können mich restlos begeistern. Das etwas ruhigere, stampfende Whispers From Beyond gefällt, bevor es noch einmal bei Flaring Madness die harte, schnelle Kante gibt. Wer sich die #RockOutSessions auch gerne vor Augen führen möchte, der kann die 20 Minuten gerne HIER genießen.


Fazit
The Last Axeman
präsentiert das letzte Studioalbum, Jugendlieben und die Livequalitäten von Crystal Viper. Der guten A-Seite folgt eine elektrifizierende B-Seite, welche die Erkenntnis zurücklässt, dass es für die Band Zeit ist auf die Bühne zurückzukehren! Das macht 8,5 / 10

Line Up
Marta Gabriel – Gesang, Gitarre
Andy Wave – Gitarre
Eric Juris – Gitarre
Błażej Grygiel – Bass
Cederick Forsberg – Schlagzeug

Tracklist
01. The Last Axeman
02. In The Haunted Chapel
03. Улица Роз (ARIA Cover)
04. It’s Electric (Diamond Head Cover)
05. The Cult (#RockOutSessions)
06. Asenath Waite (#RockOutSessions)
07. Whispers From Beyond (#RockOutSessions)
08. Flaring Madness (#RockOutSessions)

Links
Facebook Crystal Viper
Instagram Crystal Viper


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