Big Scenic Nowhere – The Long Morrow – Album Review

Big Scenic Nowhere – The Long Morrow
Herkunft:
Kalifornien / USA
Release:
14.01.2022
Label: Heavy Psych Sounds Records
Dauer:
36:59
Genre:
Desert Rock


BIG SCENIC NOWHERE-BandBig Scenic Nowhere sind praktisch eine Allstar-Band der US-amerikanischen Desert Rock Szene. Die Combo setzt sich nämlich aus Mitgliedern von Mos Generator, Fu Manchu und Yawning Man zusammen.

Anfangs eher als ein Projekt mit wechselnden Musikern konzipiert, hat die Combo für ihr zweites Studioalbum The Long Morrow nun ein fixes Line-Up am Start. Zudem verspricht uns Gitarrist und Mastermind Bob Balch, dass wir von Big Scenic Nowhere noch einiges erwarten dürfen: “Wir sind super stolz auf dieses Album und blicken in die Zukunft, denn das ist erst der Anfang. Wenn wir beim ersten gemeinsamen Jammen so etwas schaffen, können wir uns nur vorstellen, dass es immer besser werden wird!” Aber nehmen wir zunächst einmal das aktuelle Album unter die Lupe.

Konzentration auf die eigenen Stärken

Die Platte enthält fünf Songs, die sich allesamt in der Schnittmenge von melodischem Rock, Alternative-Attitüde und Stoner-Klängen bewegen. Genre-typisch ist der Sound staubtrocken, aber Produzent und Bandmitglied Tony Reed hat es trotzdem geschafft, die Songs dynamisch abzumischen und ihnen ein warmes Klangbild zu verleihen.

Die Band macht keine Experimente, sondern konzentriert sich lieber auf das, was sie gut kann: Desert Rock mit Oldschool-Flair, mitsingbaren Passagen und jeder Menge Gitarrenriffs zu erschaffen, der Genre-Fans bestimmt gefallen dürfte.

Opus Magnum mit 20 Minuten Spielzeit

Der Song LeDü erinnert beispielsweise entfernt an Sludge Metal mit weniger Distortion, aber auch an die Anfänge der Queens of the Stone Age. Du kannst dir die Nummer HIER anhören. Lavender Bleu wiederum klingt zu Beginn sehr psychedelisch und überraschend sanft, wodurch die warme und einnehmende Stimme von Tony Reed besonders gut zur Geltung kommt.

Das abschließende The Long Morrow ist hingegen die bisherige Meisterleistung der Combo. Das Lied ist stolze 20 Minuten lang und nimmt damit mehr als die Hälfte der Spielzeit ein. Hier reihen sich atmosphärische Instrumentalpassagen, knackige Gitarrenriffs und Trance-artige Gesangslinien derart gelungen aneinander, das jedem geneigten Hörer das Herz und möglicherweise auch der Joint in Flammen aufgeht. Chapeu! Der Radio-Edit kann da zwar nicht mithalten, aber du kannst ihn dir trotzdem HIER anhören.


Fazit
Big Scenic Nowhere präsentieren uns auf The Long Morrow die Quintessenz des US-amerikanischen Desert Rock. Verträumt und rockig spielt sich die Band durch fünf hochwertige Songs, die sich an altbekannten Rezepten orientieren und Genre-Kenner hellhörig werden lässt.
7,5 / 10

Line Up
Tony Reed – Bass, Gesang, Synthies, Gitarre
Bob Balch – Gitarre
Gary Arce – Gitarre
Bill Stinson – Schlagzeug

Tracklist
01. Defector (of Future Days)
02. Murder Klipp
03. Lavender Bleu
04. LeDü
05. The Long Morrow

Links
Facebook Big Scenic Nowhere
Instagram Big Scenic Nowhere


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