Dark Millennium – Acid River – Album Review

Dark Millennium – Acid River
Herkunft:
Bad Fredeburg / Deutschland
Release:
07.01.2022
Label: Massacre Records
Dauer:
49:18
Genre:
Atmospheric Death / Doom Metal


Foto Credit: Markus Gabriel Frey

Nicht mal drei Jahre hat es gedauert, bis die Hochsauerländer Ihr fünftes Studioalbum angekündigt haben. Gleich zu Beginn des Jahres spannt die Band uns auf die Folter, wie sie wohl jetzt klingen könnten. Geht es da weiter wo Where Oceans Collide mit Soundtrack-artigen Klängen aufgehört hat? Besinnt sich die Bands auf alte Wege, was man vielleicht zuletzt auf Grund der Neueinspielung ihres Demo-Song Klassikers The Apocryphal Wisdom vermuten konnte? Laut Band hat man sich ins Studio eingeschlossen und ist dem klassischen analogen Pfad gegangen und das Ergebnis, der Sound, wird euch den Atem rauben. Mir blieb derselbige nach dem ersten Durchlauf nämlich aus.

Wow, einfach nur Wow! 

Die Prog-Deather klingen auf Acid River wie ein kompletter Querschnitt Ihrer kompletten musikalischer Historie. Mit dem Hauptaugenmerk auf mehr Old-School, mehr Death Metal Lametta als auf den letzten drei Alben und erdigem Sound, der einem das Musikerherz aufgehen lässt. Das okkulte Thema des Albums lässt viel Spielraum für eine weite Atmosphäre und Spielfreude.

Heroisches Beispiel ist hierfür der Song Lunacy. Komplexe Soundstrukturen treffen auf psychedelische Gitarrenmelodien und lassen Disharmonien harmonisch eingängig klingen. Ein für mich typischer Dark Millennium-Moment. Eine unglaubliche Nummer!

Thresfold ist ein klares Death Metal Statement mit viel Liebe zu ihrem ersten Album Ashore the Celestial Burden. Mächtige Riffs ummanteln den progressiven Hintergrund und geben viel Platz für Intensität. Das einzigartig, disharmonische Gekrächze von Frontmann Christian Mertens rundet den Wiedererkennungswert der Songs erst so richtig ab. Den wuchtigen Brocken könnt ihr euch HIER anhören. Sphärische Aspekte werden ganz dezent mit dem Keyboard untermalt. Trotzdem lässt die Band lieber ihre begnadeten Gitarrenharmonien und den intensiv-klaren Schlagzeugsound für sich sprechen.

Thrashige Riffs, brutale Härte, eine progressive Odyssee

Darüber hinaus zieht sich ein musikalischer roter Faden durch das Album und bestimmte Grundmelodien verteilen sich über das ganze Album. Essence ist die musikalische Fortsetzung von Thresfold. Hier spielt die Band mit thrashigen Riffs und lädt im Mittelteil zu einer traumhaften progressiven Odyssee mit Zwischenhalt im Hafen der brutalen Härte ein; ein kaum greifbarer Track und an Genialität nicht zu übertreffen. Für mich hat die Band damit ihr Meisterstück geschrieben. Dieses Album hat total viele Facetten und ist variantenreich. Vessel tut es einem musikalischen Irrwisch gleich. Eine Melange aus kontrolliertem Gewaltausbruch und extrovertierter Kunst.

Bei Death Comes In Waves ist pure Gänsehaut angesagt. Der eingängigste Song nimmt den Handschuh auf, den die Sauerländer bei den letzten beiden Vorgängeralben hingeworfen haben. Es tönt alles ganz leicht und wäre traumwandlerisch, der wohl härtesten Pink Floyd Song aller Zeiten geworden. Wie schon erwähnt, passt der Sound wie eine Eins. Er ist perfekt und wird auf LP oder CD mit Sicherheit noch besser zur Geltung kommen.


Fazit
Ich will nicht groß herum reden. Dark Millennium haben mit Acid River ihre Meisterprüfung geschrieben. Sieben mal sieben Minuten geballte Genialität ergeben ein Prog-Death/Doom Metal Album für die Ewigkeit. Dieses Album zeigt für mich: Stehe zu deinen Wurzeln und verknüpfe sie mit deinen hinzugewonnen Erfahrungen. Großartige Musik, kann nur überragende 10 / 10 verdienen. 2022 beginnt fantastisch!

9,5

Line Up
Christian Mertens – Gesang
Hilton Theissen – Gitarren, Hintergrundgesang
Michael Burmann – Gitarren
Gerold Kukulenz – Bass, Keyboard
Andre Schaltenberg – Schlagzeug

Tracklist
01. The Verger
02. Godforgotten
03. Threshold
04. Lunacy
05. Essence
06. Vessel
07. Death Comes In Waves

Links
Facebook Dark Millennium
Webseite Dark Millennium

 


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