Autocatalytica – Powerclashing Maximalism – Album Review

Autocatalytica – Powerclashing Maximalism
Herkunft: Toronto / Kanada
Release:
16.10.2020
Label:
Eigenverlag
Dauer:
37:34
Genre: 
Progressive Math Metal


Foto Credit: Walker Esner

Für richtig guten Math Metal bin ich ja immer zu haben. Genau diesen präsentieren uns Autocatalytica auf ihrem mittlerweile drittem Longplayer Powerclashing Maximalism.

Das Projekt um ihren Mastermind Eric Thorfinnson wurde schon 2009 als Soloprojekt begonnen, und hat sich mittlerweile zu einer kompakten Einheit im sperrigen Sound entwickelt.

Über die Jahre hat Eric Thorfinnson mit verschiedenen Musikern zusammengearbeitet, zeitweise bestand Autocatalytica aus 15 Mitgliedern.

Volle Breitseite

Bereits der Opener Borndun zeigt dem Hörer die volle Breite des Schaffens der Kanadier auf. Nach einem Auftakt, dessen dicht gepackte Soundwand mit guturalen Vokaleinsätzen auch bei Meshuggah nicht befremdlich vorkämen, schlägt man im Refrain gemäßigte Harmonien und Klargesang an. In Powerclashing Maximalism kommen sehr viele Gastmusiker, vor allem im gesanglichen Bereich zum Einsatz. Dadurch und und aufgrund des Umstandes, dass sowohl klarer Gesang als auch tief guturale Stimmlagen von Gary Walsh zum Einsatz kommen, ergibt sich eine Vielfältigkeit in Sachen Stilistik und Stimmung, die sehr anregend ist, den Hörer fesselt und jedem Song für sich eine einzigartige Charakteristik verleiht.

Keine Langeweile

Im folgenden Zipper, HIER das Video zum Track, werden die Gegensätze noch krasser gegenüber gestellt. Brutaler Death Metal im Krummtakt wechselt sich mit jazzigen Harmonien ab. Wie beim Opener kommen hier auch Violinenklänge zum Einsatz, die leider etwas im Sound untergehen. Gerade eben jene Abwechslung macht den Reiz dieser phantastischen Musik aus, hier wird es nie langweilig. Hier werden die Synapsen sozusagen minütlich neu verbunden.

Abwechslung in jeder Hinsicht

Auch bei Trash Serum wird dem geneigten Hörer klar, solch wildes Musizieren trifft man sonst nur bei Devin Townsend, Twelve Foot Ninja an. Auch Mars Volta und Protest The Hero luken hier stilistisch um die Ecke. Cheggo ist rein instrumentaler Jazz Fusion Metal und als solcher sehr gelungen. Dukka Dukka hat wieder diese tiefe und harte Rhythmusarbeit, die tief in die Magengrube geht und ganz deutlich an Meshuggah erinnert. Bei eben jenen wird allerdings konstant Vollgas gefahren, hier wird oft der Fuß vom Gas genommen und den Hörer einschmeichelnde Harmonik dargeboten.

Musikalische Klasse erzeugt Spannung

Man merkt anhand der musikalischen Klasse des Gebotenen sehr deutlich, dass Eric Thorfinnson das renommierte Berklee Music College in Boston besucht hat. Bananas Have Potassium ist halb akustisch und den dichten und vertrackten Math Metal Sound der bisherigen Songs merkt man hier eher weniger. Das Ganze geht schon fast in Richtung Soft-Jazz. Umso mehr trifft letzteres auf Crawboi mit gefühlvollen weiblichen Gesangseinsätzen von Amy Beth Anders zu. Erst im letzten Drittel nimmt der Song wieder an Fahrt auf. Der Übergang ist stilistisch sehr gut gemacht und beeindruckt durch die homogene Gestaltung. Das akustische Graveo beendet dieses tolle Album.


Fazit
Das Projekt Autocatalytica beeindruckt auf Powerclashing Maximalism mit Power, Abwechslung, Krummtakt, aber auch mit Liebe zur Harmonik und sehr gutem Klargesang. Bei mir zündet jeder Song und führt zu einem kurzweiligen Vergnügen. Metal meets Djent meets Jazz Rock funktioniert hervorragend, und eben den Fans von Meshuggah, Mars Volta oder Protest The Hero seien hiermit vergnügliche 37 Minuten vorausgesagt. Unbedingt reinhören! Von mir gibt es 9.5 / 10.

9,5
Line Up
Neilroy Miranda – Schlagzeug
Gary Walsh – Gesang
Devlin Flynn – Klargesang
Laura C. Bates – Violine
Eric Thorfinnson – Gitarre, Bass, Gesang, Produktion
Amy Beth Anders – Gesang
Scott Carruthers – Gesang

Tracklist
01. Borndun
02. Zippler
03. Trash Serum
04. Cheggo
05. Dukka Dukka
06. Bananas Have Potassium
07. Crawboi
08. Graveo

Links
Facebook Autocatalytica


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