Arcana – Letters From A Lost Soul | Act I: The World One Forms – EP Review

Arcana – Letters From A Lost Soul | Act I: The World One Forms
Herkunft:
Calgary / Kanada
Release:
06.11.2020
Label:
Selbstveröffentlichung
Dauer:
21:55
Genre:
Progressive Rock


Foto Credit: Rogan McAndrews

Rogan McAndrews, der Kopf und Multiinstrumentalist der Band Arcana präsentiert uns mit diesem Bandkonzept die Geschichte eines
Charakters namens Damian, der versucht, sein Leben und seine Beziehung zu seiner Frau Hope zu verbessern, und
Tochter Cassidy, während die Welt einer Tragödie gleicht.

Das vorliegende Debüt Letters From A Lost Soul – Act I: The World One Forms ist ein eigener Konzeptdatensatz, der eine Liebesgeschichte näher betrachtet, die sich in Briefen von Damian an seine Frau und an sein Kind ausdrückt, die einen tiefen Blick in seine Ängste und Alpträume preis geben. Ein sehr tagesaktueller Zugang zu Beziehung und Alltag im Jahre 2020, das geprägt ist von Epidemie, Angst und Verlust. 

Ein zeitgenössisches Thema in progressivem Kleid

Letters from a Lost Soul heißt uns mit dem gleichnamigen Intro und geschmeidig schönen und melodiös eingespielten Piano in die EP willkommen. Noch ist nicht auszumalen, wie tragisch und intensiv die EP den Hörer noch aufrütteln wird. Wings als zweiter Track zeigt uns dann noch wesentlich mehr der progressiven Vorlieben des Protagonisten Rogan My Andrews, der ein grandioses Talent für Komposition und Vertonung zeigt. 

Harmonisch und mit wenigen dissonanten Keyboardklängen begleitet uns ein wiedererkennenswertes Theme durch den siebenminütigen, instrumentalen Epos. Die Gitarrenarbeit ist vorzeigbar und tragend, der Bass solide und stützend bis zum Outro des Songs, der verträumt endet und so eine Überleitung zu Tailwind darstellt. Bereits hier bei Wings möchte sich der Protagonist Damian am liebsten in die Wolken erheben und dem tragischen erdlichen Sein entziehen.

“I won’t back down until the end, Searching out for you.”

Dieser dritte Song schlägt eine ganz andere Seite der Band an. Kaum ein instrumentales Intro, dafür folgt der tragende Gesang von Anna Draper, deren Stimme einerseits fragil und vulnerabel klingt, andererseits jedoch durch die Lyrics und durch den Dialog mit dem männlichen Gesangspart, der durch Growls und Schreien einen krassen Gegensatz bildet, genau das ist, was der Song braucht. HIER könnt ihr euch ein eigenes Bild vom Song machen. Der Dialog zwischen Damien und seiner Ehefrau Hope wird sehr passend dargestellt.

Hope fades with darkest grey! Sorrow shades the brightest days!

Den Closer bildet Octosun/Wings (Reprised), der mit beinahe zehn Minuten Spielzeit alle Stücke spielt. Gesprochene Nachrichten zweier Reporter über herrschende Dürre und die Folgen  leiten den Track ein, der sich langsam und gefühlvoll, tragisch und auch hoffnungslos aufbaut, bevor der klagende Gesang von Rogan, Damien, im Hintergrund wieder einsetzt. Die zum Teil drei Gesangsstimmen, die gleichzeitig aus meinen Lautsprechern in meine Gehörgänge schrauben, machen mir die besungene Tragik des Songs bewusst. Lyrics wie “Hope fades with darkest grey!
Sorrow shades the brightest days!” werden musikalisch perfekt transportiert. Mächtig, wie der Closer scheinbar alle Qualitäten der Komposition ans Tageslicht trägt. 


Fazit
Letters From A Lost Soul | Act I: The World One Forms
bietet einen wunderbaren Einblick in die musikalischen und konzeptionellen Ansätze, die da noch aus der Feder des Rogan Mc Andrews folgen werden. Mich überzeugt das derzeitige Konzeptboard und die bisherige musikalische Umsetzung, wobei ich auf noch mehr epische Soundwalls hoffe in den Folge Releases, die diese Serie komplettieren. Von mir gibt es eine 7 / 10

Line Up
Rogan McAndrews – Gitarre, Bass, Gesang, Synths
Anna Draper – Gesang
Deyson Thiara – Schlagzeug

Tracklist
01. Letters From A Lost Soul
02. Wings
03. Tailwind
04. Octosun/Wings (Reprised)

Links
Facebook Arcana
Webseite Arcana


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