Alt und Neu aus meinem Plattenschrank – Meine Empfehlung für Sonntag – Kolumne

Alt und Neu aus meinem Plattenschrank ist eine wiederkehrende Kolumne, in der unsere Redakteure jeweils ein Album zur näheren Besprechung und Vorstellung auswählen. Die perfekte Sonntagslektüre mit dem bestimmt ein oder anderen bisher unbekannten Musiktipp.


Foto: Stoned Jesus, Seven Thunders Roar, 2012, schwarzes Vinyl

Es ist Kolumnen Sonntag und ich umkreise auf meiner Unterlippe kauend mein Plattenregal und hoffe so eine schnellere Entscheidung treffen zu können, welche der zig Platten ich euch heute vorstellen und ans Herz legen möchte.

Sie soll euch flashen und sie soll etwas Besonderes sein. Gar nicht so einfach bei so viel Auswahl. Der Mann steht auf einmal neben mir, zwischen mir, seinem CD Regal und vor unserer Ticketwall. Er denkt doch wohl nicht noch immer, dass ich mich an einer seiner CDs vergreife?

Nun, der Gedanke kam mir tatsächlich schon in den Sinn, doch ein kurzer Blick über seine Schultern und auf das bunte Eintrittskarten Sammelsurium reicht aus. Stoned Jesus und ihr Parade Album Seven Thunders Roar aus dem Jahr 2012.

Stoned Jesus, Seven Thunder Roar – das flasht!

Denn es ist beinahe auf den Tag genau drei Jahre her, seit ich Ihor Sydorenko und seine beiden Mannen im Oktober 2017 live in der Arena Wien im Zuge von Roadtrip to Outtaspace erleben durfte. Was da für Erinnerungen wach werden!

Gegründet wurde die Band, die heute noch im selben Line Up besteht, bereits 2009 in der Ukraine vom Gitarristen Ihor Syradenko. Das Trio wird durch Nik Cobold und Alexander EphirZ ergänzt. Ihor, der erst im Alter von 32 Jahren mit der Band zum Vollblutmusiker wurde, gab seinen gut bezahlten Job in einem IT Unternehmen auf, um seinem Traum zu folgen. Zumindest international zahlte sich sein Mut aus, denn nach Demos, einem ersten Album und einer EP folgte Seven Thunders Roar, ein Löwe von einem Album, das den Jungs international den Durchbruch brachte. Wer auch immer gebeten wird, ein maßgebendes Beispiel für Stoner Metal zu nennen, wird auf den Song I am The Mountain von diesem Album verweisen. 

Es sind die Emotionen, die dieses Album so besonders machen

Er gilt als Urmutter des Genre, das vielen Bands den Weg wies. Alleine dieser Song wurde seit seinem Erscheinen rund 15 Millioen Mal angeklickt. Der 15 millionste und Zweite kannst du werden, wenn du HIER klickst. Es ist der Song, den die Band auf jedem ihrer Konzerte spielt. Auf jedem! So natürlich auch 2016 beim Hellfest, einem der größten Metal Festivals der Welt, bei dem sie als erste ukrainische Band auftraten.

Doch welches Genre wird hier eigentlich bedient? Während die Fans die Band eindeutig dem Stoner Rock und Stoner Metal zuordnen, bezeichnet Ihor den eigenen Musikstil bestenfalls als Prog Stoner und Progressive Rock.

Stoned Jesus sind berühmt dafür, trotz ukrainischer Wurzeln ausschließlich auf Englisch zu singen und immer sehr emotionale Texte zu schreiben, die dem Publikum nahe ans Herz gehen. Dies liegt vermutlich auch daran, dass Ihor selbst als Ost Ukrainer, besser Englisch als ukrainisch spricht. Sprecht ihn selbst drauf an, wenn ihr mal die Gelegenheit dazu bekommt. Er wird sich gerne mit euch unterhalten, denn, obwohl er Teil einer Legende ist, ist er ein wahnsinnig netter Mensch. Hail Stoned Jesus!


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