Orange Utan – Futur III – Album Review
Orange Utan – Futur III – Album Review
Herkunft: Deutschland
Release: 27.03.2026
Label: Eigenverlag via Bandcamp Band
Dauer: 48:47
Genre: Progressive Rock
Ein Blick auf den Kalender verrät wie schnell doch Zeit vorübergehen kann. Vor knapp sechs Jahren hatte ich die Gelegenheit mich in das zweite Werk Katastrophil der mir bis dahin völlig unbekannten Dresdner Progressive Kraut / Stoner Rock Kombo Orange Utan einzuhören und war von dem avantgardistischen, theatralischen Anspruch und dem Konzept des Werkes sehr angetan.
Umso gespannter durfte man natürlich auf einen Nachfolger sein, der meinem Gefühl in eine andere Richtung zeigen könnte. Auch nach der Erfahrung mit dem Seitenprojekt Poliverso des Bassisten Sören Müller.
Jetzt endlich ist es soweit, Futur III wurde in unveränderter Besetzung eingespielt. Es hat nach acht Jahren nun einen langen Weg hinter sich und zeigt in der Tat eine etwas andere, gereifte Richtung auf. Und es hat eine Spur der jugendlichen Ungestümtheit hinter sich gelassen. Ein Ilja John Lappin in der Gästeliste am Cello lässt eine gewisse Idee aufkommen, wie das neue Album klingen könnte. Und in der Tat nähern sich Orange Utan sowohl musikalisch als auch textlich den Kollegen von The Hirsch Effekt an. Aber natürlich haben sie ihre eigene musikalische Persona, Futur III ist schon sehr selbstständig.
Visuell und akustisch kunstvoll gestaltet
Das Konzept der Kapitalismuskritik, des Hinterfragens der heiligen Formeln von Markt und Ausbeutung wird unmissverständlich in ein satt und transparent produziertes Instrumentalkorsett gepackt und mit dem melodischen, gelegtem Gesang von Sandro Göbler unterlegt.
Die Texte sind direkt und wenig verklausuliert. In Merkante wird das gefräßige Monster des Marktes beklagt, das auch vor der Familie nicht halt macht. Ohnmachtdas thematisiert die auch selbst gewählte Hilflosigkeit. Die Schwäche, mit der man dem Treiben gegenüber steht. Diese augenscheinliche Schlagseite wird zwischen den Zeilen eines Produktes des Marktes relativiert und letztendlich ist Futur III damit auch reflektiert und selbstkritisch. Empfehlenswert zum Einstieg ist dieser kurze Teaser HIER.
Kritisch und selbstkritisch
Auch optisch kann sich Futur III sehen lassen. Das Artwork ist in einem an Steampunk angelehnten Stil gehalten und unterstreicht das Thema als technokratisches Marktmonstrum nur zu gut und transportiert das Giant Hogweed in die Moderne.
Futur III ist zu einem kunstvollem Statement geraten, das thematisch überzeugt und seine Kritik in unverhohlene, unverblümte Statements packt. Musikalisch kommt es wärmer rüber als es die kalte Thematik vermuten könnte.
Fazit
Wo die Thematik Licht und Schatten zulässt ist Orange Utan mit Futur III ein Werk gelungen, das vornehmlich im Licht steht. Es bedeutet als optisch-akustisches Gemälde eine gelungende Weiterentwicklung von Katastrophil. 9 / 10

Line Up
Sandro Gäbler – Gesang
Burkhard Naumann – Gitarre
Christian Kupsch – Schlagzeug
Sören Müller – Bass, Synthesizer
Gasmusiker:
Ilja John Lappin – Cello
Tracklist
01. Kanndiktat
02. Furchtus
03. Merkante
04. Zunametan
05. Ohnmachtdas
06. Attackratie
07. Triebsal
08. Apostal
09. Cuora
Links
Webseite Orange Utan
Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Orange Utan – Katastrophil
Video Interview – Orange Utan, Nachgefragt bei Sören Müller und Sandro Gäbler
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