Walk Among Statues – Without Blood – EP Review

Walk Among Statues – Without Blood
Herkunft:
Polen, Breslau
Release:
03.08.2019
Label:
Self Release
Dauer:
27:03
Genre:
Post-Rock / Post-Metal


Frei nach dem Motto Besser spät als nie erreichte unsere Redaktion im Nachgang die Debüt-EP der polnischen Post-Rocker Walk Among Statues. Da ich bekanntlich auf ein schönes Cover-Artwork stehe und es sich bei Without Blood um instrumentalen Post-Metal handelt, habe ich mich sofort drauf gestürzt. Und so viel vorweg: auch hier hat mich mein Bauchgefühl nicht enttäuscht.

Quelle: Pressefoto / Domino Media Group

Without Blood ist eine kurzweilige EP mit 3 Titeln, die als Gesamtkunstwerk zu verstehen sind. Das allein erkennt man bereits an der Titelvergabe When, The Last Man, Burst. Der Opener When setzt dabei bereits den Grundstein für die post-apokalyptische Stimmung, welche die EP im Gesamten aufbaut. So wird man zunächst durch sphärische Klänge eingestimmt und neugierig gemacht. Man nimmt sich Zeit. Erst nach zwei Minuten setzen Gitarre und Drums ein und erzeugen einen Klang von Wehmut und Hoffnung. Sie ziehen den Hörer in die träumerische Gedankenwelt von Walk Among Statues. Unterschwellig immer mit einer schwermütigen, dunklen Atmosphäre. Die Titel sind mit durchschnittlich neun Minuten recht lang und sehr komplex, aber gut durchdacht. Dabei behalten sie allerdings jedes für sich stets ihr Grundthema bei.

In The Last Man wird es sehr nachdenklich und ruhig. Fast ein wenig zu ruhig und man läuft ab und an Gefahr, beim hypnotischen Mittelpart den Fokus zu verlieren. Der Hörer findet sich plötzlich in seiner ganz eigenen Gedankenwelt wieder, statt der Musik zu folgen. Ob das nun für oder gegen die EP spricht, muss dabei jeder für sich entscheiden. Die Band gibt an, sich durch den Puls des Universums inspirieren zu lassen und kreieren ihre Musik aus dem Drang heraus, einen Weg zu finden, diese Art von Energie frei zu lassen, die einen sonst nicht schlafen lässt. Das ist ganz klar herauszuhören. Der Klang kommt aus einer Tiefe, die nur schwer in Worte zu fassen ist. Daher verzichten Walk Among Statues auch gänzlich auf Lyrics und lassen nur die Melodie sprechen.

Mit Burst folgt schließlich das Highlight der EP. Schnelle, tiefe Riffs treiben den Titel voran und man kann kaum anders, als sich mittreiben zu lassen. Das Zusammenspiel der Gitarren, dem Bass und den stimmigen Drums, untermalt vom sphärischen Klang des Synths, zeigt hier so richtig, was die Band zu bieten hat und macht Lust auf das kommende Album, an welchem derzeit gearbeitet wird. Man darf gespannt sein.


Fazit:
Without Blood ist ein wunderbares Instrumental-Gesamtwerk, das einen guten Ausblick auf das gibt, was die Band in einem kommenden Album zu bieten hat. Lebendig, verspielt und mit einem Hauch Wehmütigkeit ist diese EP eine gute Wahl, den Tag ausklingen und die Gedanken einfach mal schweifen zu lassen. In der Mitte wird es zwar kurz etwas schwächer, doch das kann man in Anbetracht des Gesamtwerks verschmerzen. Walk Among Statues ist auf jeden Fall für jeden einen Blick wert, der was mit God Is An Astronaut, Tool oder Monkey3 und vor allem mit reinem Instrumental-Metal anfangen kann. Ich für meinen Teil freue mich zumindest auf das kommende Album, wenn es denn das Licht der Welt erblickt. Gute 8/10 auf unserem Kopfhörer.

Line Up
Michał Konieczny – Gitarre
Kamil Szpak – Gitarre, Synth
Fabian Urbaniak – Bass
Krysztof Kopeć – Drums

Tracklist
01 – When (8:53)
02 – The Last Man (9:13)
03 – Burst (8:57)

Links:
Facebook Walk Among Statues
Bandcamp Walk Among Statues

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