W.E.B. – Colosseum – Album Review

W.E.B. – Colosseum
Herkunft:
Griechenland
Release:
19.11.2021

Label: Metal Blade Records
Dauer:
38:36
Genre:
Dark Metal / Goth Metal 


Foto Credit: Georgina Staikou

Der griechische Exportschlager W.E.B. kommt 2021 mit seinem bereits fünften Studioalbum um die Ecke um die Herzen der Symphonic Extreme Metal Gemeinde erneut im Sturm zu erobern. Colosseum heißt das gute Stück und verspricht auf neun Tracks die gewohnte Mischung aus brachialem Riffing und großflächig anmutenden Symphonic Elementen.

Der Opener Dark Web, der vorab HIER veröffentlicht wurde, leitet den Reigen mit einem bedrohlich wirkenden Synth Lauf ein bevor nach wenigen Sekunden die Hölle in Form von Doublebass Gewitter und Screams losgelassen wird. Allerdings wird bereits beim ersten Song gezeigt, dass die Band nicht nur Krachbumm kann, sondern auch ein Gespür für gefühlvollere Riffs und gemächlichen Aufbau hat. Murder of Crows schlägt im Wesentlichen in dieselbe Kerbe und baut zwischen den Vollgaspassagen immer wieder gemächlichere Teile ein, die für Atmosphäre und Abwechslung sorgen.

Brechstange und feine Klinge in einem

Pentalpha dagegen beginnt mit einem sich immer wiederholenden Mantra an den großen Boss da unten und stellt wohl insgesamt einen der gemächlicheren Titel des Albums da – wenngleich gemächlich möglicherweise der falsche Ausdruck ist. Beim Titeltrack Colosseum wird es dann noch eine Spur düsterer und doomiger, ehe wieder mit Nachdruck in die Pedale gehämmert und ein Feuerwerk an Synthesizern gezündet wird, was letztlich in ein schlicht als wahnsinnig zu bezeichnendes Solo übergeht.

Die zweite Hälfte des Albums wird von Dominus Maleficarum, das man sich HIER anhören kann, eingeläutet und bietet nach anfänglichem Donnerwetter Midtempopassagen, die vom groovigen Drum Beat getragen werden, der im Gesamtkontext des Albums wohl den einen oder anderen zum Schmunzeln bringen dürfte. Auch Necrology kommt mit einer unglaublichen Wucht aus den Boxen.  Dabei vollbringt der Song den oftmals schwierigen Spagat zwischen Groove und melodischem Geschrammel ohne größere Probleme.

Unglaublich gut… oder doch böse?

Indes wirds bei Ensanguined dann experimentell, da die altbewährten Stilmittel mit orientalischen Klängen angereichert werden. Aber offensichtlich lassen die sich auch ganz gut auf die Gitarren übertragen. Mit knappen sechs Minuten stellt Exaudi Luciferi den längsten Song des Albums dar, der ebenfalls mit verschiedenen Passagen arbeitet, die durchgehend abgewechselt werden. So gibt es hier sowohl die ganz gemächlichen, beinahe gesprochenen Stellen genauso wie Blasts und Gitarrengefrickel.

Den Abschluss bildet mit December 13th ein dreiminütiges Instrumental, das in dieser Art untypisch scheint, weil ein Sänger dem Titel bestimmt nicht geschadet hätte. Hier von einem Kritikpunkt zu sprechen, ginge dann aber doch zu weit und nichts desto trotz stellt sich das Ende genauso solide dar wie der Anfang und alles dazwischen.


Fazit
W.E.B. machen mit Colosseum alles richtig. Insofern stellt das Album für Fans von melodischem und symphonischem Extreme Metal einen beinahe schon unumgänglichen Leckerbissen dar. Zusammengefasst gibt es hier keine Schwachstellen, keine Ausrutscher und durchgehend das volle Programm. Somit gibts hier 9,5 / 10

9,5

Line Up
Darkface – Gesang, Gitarre
Sextus Argieous Maximus – Gitarre
Nikitas Mandolas – Schlagzeug
Hel Pyre – Bass, Gesang

Tracklist
01. Dark Web
02. Murder of Crows
03. Pentalpha
04. Colosseum
05. Dominus Maleficarum
06. Necrology
07. Ensanguined
08. Exaudi Luciferi
09. December 13th

Links
Webseite W.E.B.
Facebook W.E.B.
Bandcamp W.E.B.


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