Uriah Heep – Choices – Album Review

Uriah Heep – Choices
Herkunft:
London / UK
Release:
24.09.21
Label: BMG
Dauer:
06:59:36
Genre:
Rock / Hardrock


Foto Credit: Getty Images

Uriah Heep gehören zu den letzten noch aktiven Dinosauriern der großen 1970er Rockära. Nach ihrer Gründung im Jahr 1969 ist die Band schon zu Beginn ihrer Karriere aufgrund populärer Alben wie Salisbury, Look At Yourself, The Magician’s Birthday und Sweet Freedom wie eine Rakete in den Verkaufs- und Rockhimmel aufgestiegen.

Diese Kreativität und Popularität hielt auch nach dem Ausstieg vom Supertalent Ken Hensley in den 1980ern mit den Alben Abominog und Head First an. Trotzdem Rockmusik in den folgenden Jahrzehnten international an Popularität einbüßte, hat die Band am hohen Qualitätslevel festgehalten und konnte ihre Alben bis zuletzt, wie Living the Dream, in den Charts positionieren. Als Ergebnis ihres erfolgreichen Schaffens konnten Uriah Heep über 40 Millionen Alben weltweit kaufen.

Die Perle im Sand am Meer

Best-Of Alben und Compilation von Uriah Heep gibt es wie Sand am Meer. Insofern ist es nach über 50 Jahren Bandgeschichte sehr schwer, sowohl dem Musiknormalverbraucher als auch dem eingefleischten Fans etwas Neues zu bieten. Deshalb wurde auf der aktuellen Best-Of Box Choices nicht das Hauptaugenmerk auf vergangene Charterfolge oder Verkaufserfolge gelegt. Bei dieser Box sollte es um die Meinung der Musiker gehen. Da die Vorlaufzeit der Veröffentlichung sehr weit gefasst war, sind sogar noch die Lieblingsstücke der beiden 2020 verstorbenen Langzeitmitglieder Ken Hensley und Lee Kerslake enthalten.

Die Kehrseite der Medaille

Auf sechs CDs gibt es insgesamt sagenhafte 77 Songs von den Künstlern selber gewählt. Allerdings hat die Wahlfreiheit einen Haken. Manche Lieder fallen bei mehreren Musikern unter Lieblingsstücke und so hat man Dopplungen über die Tonträger verteilt. Da wäre eine Abstimmung untereinander vielleicht sinnvoll gewesen, denn es befinden sich zum Beispiel die Tracks Circus oder July Morning gleich auf drei Tonträgern wieder. Alternative Versionen oder Livemitschnitte wären auch eine Möglichkeit gewesen die Überschneidungen von Stücken zu umschiffen.

Nicht alle Alben stehen gleich hoch in der Gunst von Musikern und Fans. So haben es keine Stücke von den beiden Scheiben Conquest und Equator aus den 1980ern in die Auswahl geschafft. Auch fehlen erstaunlicherweise Granaten der Anfangszeit wie Look At Yourself und The Wizard. Eine Best-Of- Scheibe ist eben ein bisschen wie ein Livekonzert, man nimmt, was die Künstler erwählt haben und hofft auf eine große Schnittmenge mit den persönlichen Geschmack.

Was den Unterschied macht

Wer könnte die Zielgruppe sein und warum sollte jemand Choises kaufen? Es gibt mehr als eine Handvoll Livealben und mehr als fünfzehn Best-Of-Veröffentlichungen von Uriah Heep. Was den Reiz der Box ausmacht sind neben der sehr persönlichen Titelauswahl die sechs kleinen Kärtchen mit persönlichen Gedanken der beteiligten Musiker. Das spricht mich persönlich mehr an, als ein belangloses Booklet mit ein paar blanken Bildern. Ansonsten kommen die CDs in platzsparenden Cardsleeves daher und sind auch vom ästhetischen Standpunkt gelungen.

Trotzdem ist der Kaufanreiz aufgrund fehlender Bonustracks, für die Allgemeinheit gering. Die Die-Hard-Fans haben natürlich schon alles, aber werden sich freuen in die Gedankenwelt ihrer Favoriten eindringen zu können. Die Auswahl kann man sicher diskutieren oder sich einfach zurücklehnen und die persönlichen Favoriten von Gründungsmitglied Mick Box oder den verstorbenen Legenden Ken Hensley und Lee Kerslake genießen.


Fazit
Choices
ist eine gelungene und persönliche Zusammenstellung von bekanntem Material. Wer als Quereinsteiger eine möglichst vollständige Zusammenstellung aus fast allen Bereichen sucht, der kann zuschlagen. Von mir eine 7 / 10

Line Up
Bernie Shaw – Gesang
Mick Box – Gitarre, Gesang
Dave Rimmer – Bass, Gesang
Phil Lanzon – Keyboards, Gesang
Russell Gilbrook – Schlagzeug, Perkussionsinstrumente

Tracklist CD1 – Ken Hensley
01. Paradise
02. The Spell
03. Weep In Silence
04. Rain
05. Circle Of Hands
06. July Morning
07. The Park
08. Echoes In The Dark
09. Misty Eyes
10. Fallen Angel
11. The Easy Road
12. Falling In Love
13. Sunrise
14. Sweet Freedom

Tracklist CD2 – Lee Kerslake
01. July Morning
02. The Magician’s Birthday
03. Traveller In Time
04. Sweet Lorraine
05. Circus
06. Rainbow Demon
07. Come Back To Me
08. Shady Lady
09. All My Life
10. The Other Side Of Midnight
11. Who Needs Me
12. That’s The Way That It Is
13. Free Me
14. Stealin’

Tracklist CD3 – Mick Box
01. The Park
02. Tears In My Eyes
03. Sweet Lorraine
04. Circus
05. Free N’ Easy
06. Woman Of The Night
07. Hot Persuasion
08. The Other Side Of Midnight
09. Straight Through The Heart
10. Cross That Line
11. Love In Silence
12. What Kind Of God
13. Trail Of Diamonds
14. The Outsider
15. Falling Under Your Spell

Tracklist CD4 – Paul Newton
01. Lady In Black
02. Tales
03. Easy Livin’
04. Tears In My Eyes
05. If I Had The Time
06. Real Turned On
07. Come Away Melinda
08. What Should Be Done
09. Why (Alternate Version)
10. Sympathy
11. Free N’ Easy
12. I’m Alive
13. One Minute
14. Grazed By Heaven

Tracklist CD5 – Phil Lanzon
01. A Year Or A Day
02. The Magician’s Birthday
03. Wonderworld
04. Circus
05. Bad Bad Man
06. Question
07. Between Two Worlds
08. Voice On My TV
09. Universal Wheels
10. Waters Flowin’

Tracklist CD6 – Bernie Shaw
01. July Morning
02. What Kind Of God
03. Mistress Of All Time
04. Wise Man
05. One Minute
06. Corridors Of Madness
07. Tales
08. Take Away My Soul
09. Heaven’s Pain
10. Heartless Land

Links
Webseite Uriah Heep
Facebook Uriah Heep


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