The Tangent – Songs From The Hard Shoulder – Album Review

The Tangent – Songs From The Hard Shoulder
Herkunft:
UK
Release:
10.06.2022
Label:
InsideOut Music
Dauer:
01:15:50
Genre:
Progressive Rock


Foto Credit: Kate Abbey

In einer Zeit voller Umbrüche und Irritationen sind musikalische Konstanten gewissermaßen stabilisierend. So ähnlich war meine Gefühlslage, als The Tangent ihr jetzt mittlerweile zwölftes Studiowerk Songs From The Hard Shoulder ankündigten. Nun liegt es in diversen Versionen auf Vinyl, digital und auf CD vor.

Wie schon gesagt, musikalisch gibt es auf dem neuen Player nicht viel neues zu entdecken. Wieder einmal machen The Tangent unter Leitung ihres Masterminds Andy Tillison einen Rundumschlag durch verschiedene Einschläge des Progressive Rock Genre. Mit einem gehörigen Einschlag Canterbury Jazz, aber auch Funk, Soul, Punk und so weiter werden in den Mix geworfen und mit den ironisierend sozialkritischen Texten Tillisons garniert. Was unterscheidet Songs From The Hard Shoulder also von seinem knappen Dutzend am Vorgängern? Nun, bis auf den letzten mit knapp fünf Minuten recht kurzen Track Wasted Soul haben wir es mit Mini Epen zu tun, die für sich separat als Album stehen könnten und thematisch einen Blick auf eine Welt wagen, die für einen Moment still zu stehen scheint.

Der Blick auf eine Welt im Stillstand

Klingt auch bekannt? Ja, auch Mr. Tillison hat die zwei Pandemiejahre genutzt, um einen Blick auf diejenigen zu werfen, die sich in der Zeit irgendwie verloren haben und für sich nicht die Resilienzen entwickeln konnten, die nötig gewesen wären. Sehr deutlich wird das auch wieder durch das Cover Artwork mit dem heimatlosen Mädchen im Manga Stil, an der die Welt in einer Art mentalen Langzeitbelichtung ohne Möglichkeit zur Orientierung vorbeizieht. 

Das einleitende The Changes ist musikalisch und harmonisch so klar strukturiert, dass es sich ob seiner Länge von 17 Minuten für einen Single Edit eignet, den ihr euch HIER anhören könnt. Natürlich lassen sich über eine Stunde feinsten Progressive Rock nicht annähernd repräsentativ auf fünf Minuten eindampfen.

Ein im positiven Sinne erwartbares Album

Fans von The Tangent können mit dem Track schon im Schnelldurchlauf erkennen, wie gut die Platte ist und dass Andy Tillison natürlich wieder einmal perfekt mit musikalischen Koryphäen wie Jonas Reingold oder Theo Travis zusammenarbeitet. Als Bonustrack ist auf manchen Versionen In The Dead Of The Night zugegen, eine Cover Version des Progressive Rock Klassikers von U.K. Das Original schlägt es allerdings nicht.

Andy Tillison kommt musikalisch aus dem Punk. Und dieser konnte neben seiner Systemkritik vor allem darin punkten, sich aus vielen Töpfen das Beste herauszusuchen. The Tangent haben diese Art von Geist schon immer getragen, und es ist eine echte Freude zu hören, dass sie es in konstanter Qualität auch weiterhin machen. 


Fazit
Überrascht werden Fans von The Tangent mit dem neuen Album Songs From The Hard Shoulder nicht unbedingt musikalisch, aber auf jeden Fall durch ihre fast 20jährige gleichbleibende Qualität und ihren Anspruch, der Gesellschaft und ihren Errungenschaften jeglicher Art thematisch auf den Zahn zu fühlen. 9,5 / 10

9,5

Line Up
Andy Tillison  – Gesang, Keyboards
Jonas Reingold – Bass
Luke Machin – Gitarre, Gesang
Steve Roberts – Schlagzeug
Theo Travis – Saxophon, Flöte

Tracklist
01. The Changes
02. The GPS Vultures
03. The Lady Tied To The Lamp Post
04. Wasted Soul
05. In The Dead Of Night (Bonus)

Links
Webseite The Tangent


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – The Tangent – Auto Reconnaissance
Interview – The Tangent, Nachgefragt bei Andy Tillison
Album Review – Jonas Lindberg & The Other Side – Miles From Nowhere

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