The Plot In You – Swan Song – Album Review

The Plot In You – Swan Song
Herkunft:
Ohio / USA
Release:
17.09.2021
Label: Fearless Records
/ Spinefarm Records
Dauer:
35:22
Genre:
Metalcore / Alternative Rock / Modern Metal


The Plot In You-Band
Foto Credit: The Plot In You

Es gibt Bands, die sich in einem Genre wohlfühlen und dabei bleiben. Daneben gibt es aber auch viele Combos, die zu Beginn klar einem Genre zugeordnet werden können, aber mit der Zeit immer experimenteller werden – solange, bis sie sich in zig Genres bewegen oder sogar ihre eigene Nische erschaffen.

The Plot In You sind eine davon. Deren fünftes Album Swan Song ist zwar keine direkte Abkehr von ihren Metalcore-Wurzeln, allerdings kreieren die US-Amerikaner inzwischen einen Sound irgendwo zwischen Alternative Rock, Core-Elementen, Electronic und Nu Metal.

Für Landon Tewers, Sänger der Band und Produzent des Albums, war die Arbeit am Album auch eine Art Katharsis: “Auf dem Album geht es um das Ende von Dingen, das Ende von Freundschaften, das Ende von Beziehungen und das Ende von Menschenleben. Es war therapeutisch, all diese schmerzhaften Dinge aus der Vergangenheit loszuwerden und somit die Negativität wegzuspülen.”

Eine Extradosis Gefühl

Die Platte verfügt über einen eingängigen, glasklaren und sehr emotionalen Sound, ohne allzu feingeschliffen zu wirken. Hier hat Landon Towers gute Arbeit geleistet. Die Metalcore-Vergangenheit von The Plot In You bricht nur noch gelegentlich durch, über weite Teile kommen die Songs ganz ohne Screams, Growls und Breakdowns aus.

Die Single Enemy ist ein gutes Beispiel dafür, denn das Lied klingt zu Beginn beinahe wie eine Indie Rock Nummer, die sich aber langsam in Richtung Screamo aufbaut und in der zweiten Hälfte in einem wahren Gefühlsausbruch mündet. Das Video zum Song findest du HIER.

Seelenreinigung in mehreren Etappen

Schon klar, wer so trve ist, dass er morgens erst einmal Satan anbetet, bevor er ein extra hart-gekochtes Ei und einen Ziegenschädel zum Frühstück verspeist, wird mit Swan Song wenig anfangen können. Alle anderen werden auf dem Album aber viele spannende Nummern entdecken, die zum Teil aber erst nach mehreren Durchläufen ihr volles Potenzial entfalten. Das liegt vor allem daran, dass The Plot In You uns an jeder Etappe der Katharsis teilhaben lassen, für welche dieses Album letztendlich steht.

Face Me ist so eine Nummer, bei der man beim ersten Durchlauf denkt “Joah, nicht schlecht”, die einen aber spätestens beim vierten Durchlauf wirklich zu fesseln vermag. Den Beweis gibt es HIER. Der größtenteils sehr ruhig gehaltene Rausschmeißer Freed schlägt in eine ähnliche Kerbe und entlässt uns nach 35 Minuten Gesamtspielzeit wieder in die reale Welt.

Insgesamt lässt sich Swan Song am besten mit einem weiteren Zitat von Sänger Landon Tewers zusammenfassen: “Das ist Therapie. Es ist wie das Führen eines Tagebuchs.” Und wie beim Schreiben eines Tagebuchs gilt auch hier: Wer mit dieser Art von Selbstreflektion was anfangen kann und ein gewisses Maß an Introvertiertheit besitzt, der wird mit dem Album sehr glücklich werden.


Fazit
The Plot In You gehen mit  Swan Song ihren eigensinnigen Weg unbeirrt weiter und erschaffen sich damit ihre eigene, musikalische Nische. Metalcore, Indie Rock oder wie auch immer man diese Musik nennen will – am Ende handelt es sich bei diesem Album um eine Seelenreinigung, bei der zwischen Schonwaschgang und Schleudergang alles dabei ist. 8,5 / 10

Line Up
Landon Tewers – Gesang
Josh Childress – Gitarre
Ethan Yoder – Bass
Mathis Arnell – Schlagzeug

Tracklist
01. Letters To A Dead Friend
02. Fall Again
03. Face Me
04. Too Far Gone
05. Paradigm
06. Both To Blame
07. Too Heavy
08. Enemy
09. Whole Without Me
10. Freed

Links
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