Sölicitör – Spectral Devastation – Geschwindigkeit und Finesse – Album Review

Sölicitör – Spectral Devastation
Herkunft:
Seattle/USA
Release:
24.04.2020
Label: Gates Of Hell Records
Dauer:
39:54
Genre:
Speed Metal/Heavy Metal


Mit Sölicitör tauchte 2018 ein neuer Stern am Speed Metal Himmel auf. Die Band um Frontsirene Amy Lee Carlson konnte schon ein Jahr später mit ihrer Debüt EP im Metal Underground erste Achtungserfolge erzielen. Ende 2019 begann das Gespann mit den Aufnahmen zu ihrem ersten Album, die mit Unterbrechungen für diverse Live Auftritte bis Anfang 2020 andauerten. Dabei nutzten sie die Energie des Moments, anstatt stundenlang an den Arrangements herumzufeilen und vertrauten ihrem Bauchgefühl.

Mit Spectral Devastation verfeinern Sölicitör die Zutaten, die auf der EP entwickelt wurden. Doppelte Gitarrenläufe, mehrstimmige Gesangsmelodien, Gangshouts und das alles in Verbindung mit ihrer charakteristischen Geschwindigkeit und technischer Finesse.

Demzufolge startet der Opener Blood Revelations gleich mit Stakkato-Riff-Attacken in beachtlicher Geschwindigkeit. Das Gaspedal wird aber nicht nur stumpf bis ins Bodenblech gerammt, sondern durch feine Gitarrenharmonien und einem stampfenden Mittelteil, der zum Fäuste recken und zum Mitshouten einlädt, aufgelockert.

Dafür macht Betrayer von Anfang an keine Gefangenen, punktet sogar mit einem erstklassigen Eröffnungsriff, bevor die Handbremse gelöst wird und so mancher Nackenwirbel an seine Belastungsgrenze stoßen dürfte. Geradezu schleppend und unheilvoll beginnt The Red Queen, dabei wird den rauen Vocals von Amy Lee Carlson mehr Raum gegeben. Das Stück entwickelt eine hohe Intensität und gefällt mir mit seinem spannenden Songaufbau.

Richtig roh und gemein brettert danach Leathür Streets aus den Speakern, während zu Beginn von Night Vision die Gitarristen Matthew Vogan und Patrick Fry mit einem feinen akustischen Intro aufwarten, nur um danach umso brutaler zuzuschlagen. Mit Terminal Force gibt es einen weiteren Nackenbrecher, der mit ausgefeilten Gitarrenriffs und Leads glänzt. Spectres Of War und Grip Of The Fist legen zum Finale wieder einen Zacken an Geschwindigkeit zu und dürften auch den letzten Halswirbel zum Brechen bringen.


Fazit:
Wer auf puren Underground Metal steht und Bands wie Savage Master, Leathürbitch, Solitary Breed oder auch Smoulder zu seinen Favoriten zählt, darf sich Sölcitör ruhigen Gewissens auf den Einkaufzettel schreiben. Da sollte schon das herrlich trashige Artwork für Begeisterung sorgen. Die Band dürfte sich mit Spectral Devastation zum Geheimtipp in der Szene mausern. Die Songs haben durch die rohe Produktion durchaus ihren Charme und musikalisch kann man der Band absolut nichts vorwerfen, da bei aller Geschwindigkeit auch auf viel Abwechslung geachtet wird, wovon man sich bei meinem Anspieltipp The Red Queen überzeugen kann. Ich würde dafür starke 7,5/10 in die Runde werfen, auch wenn das Album in den meisten Gazetten deutlich höhere Wertungen erzielen dürfte. 

Line Up:
Amy Lee Carlson – Gesang
Matthew Vogan – Gitarre
Patrick Fry – Gitarre
Damon Cleary – Erickson – Bass
Johann Waymire – Drums

Tracklist:
1. Blood Revelations
2. Betrayer
3. The Red Queen
4. Leathür Streets
5. Night Vision
6. Terminal Force
7. Spectres Of War
8. Grip Of The Fist

Links:
Facebook Sölicitör
Bandcamp Sölicitör

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