Skyblood – Self titled – Reifeprüfung – Album Review

Skyblood – Self titled
Herkunft: Schweden
Release: 22.11.2019
Label: Napalm Records
Dauer: 48:18
Genre: Classic Metal, Doom und Melodic Hardrock.


Wenn jemand als Metal-Fan eine so große Affinität zu herausragenden Stimmen hat wie ich, stößt man irgendwann zwangsläufig auf Mats Leven. So war es bei mir, als ich 1995 das von dem Candlemass Mastermind Leif Edling ins Leben gerufene Projekt Abstrakt Algebra entdeckte, Der hypnotische Gesang von Mats Leven war für mich schon damals das Sahnehäubchen auf dem Geheimtipp. Der umtriebige Schwede wurde in der Vergangenheit gerne von namhaften Künstlern wie Yngwie Malmsteen, At Vance, Therion, Gus G. und Leif Edling (Abstrakt Algebra, Krux und zuletzt Candlemass) für ihre Projekte engagiert. Obwohl er schon seit 1986 als Sänger aktiv ist, hat er erst jetzt nach über 3 Dekaden sein erstes eigenes Projekt Skyblood am Start. Dabei spielte das Multitalent die meisten Instrumente selbst in seinem Uzi G Studio in Stockholm ein. Natürlich bekam er aber auch Schützenhilfe von seinen zahlreichen Wegbegleitern wie Martin “Axe” Axenrot (Bloodbath, Opeth), Nalley Påhlsson (Treat, Therion), Petter Karlsson (ex-Therion, Diabolo Swing Orchestra) und Snowy Shaw (ex-King Diamond), die als Gastmusiker auf Skyblood zu hören sind.

Das Album beginnt mit einem leicht zirkuesken, Skyblood Manifesto betitelten Intro, das eine ziemliche Spannung aufbaut und sich dann in The Voice entlädt. Der Song wartet mit einer interessanten Rhythmik auf und Mats Leven veredelt die Nummer mit dramatischen Vocals, bevor sich die Nummer in einen catchy Refrain auflöst. Keine leichte Kost, dafür holt einen The Not Forgotten sofort ab. Ein Lehrstück in Sachen Eingängigkeit, der Refrain brennt sich schon beim ersten Durchlauf in die Hirnrinde, ohne irgendwie seicht zu wirken. Darauf baut auch Wake Up To The Truth auf. Die theatralischen Vocals thronen über dem verschachtelten Stück und bauen eine intensive Spannung auf. Düster und hypnotisch packt einen Once Invisible hinterrücks, während One Eye for An Eye die beklemmende Atmosphäre mit einer geradezu positiven Grundstimmung auflöst. Trotzdem glänzt auch dieser Song mit sehr komplexen Arrangements und aufwändiger Instrumentierung. Mit lasziv exotischer Stimmung baut Out Of  The Hallow wieder eine betörende dunkle Atmosphäre auf, die wiederum mit dem Ohrwurm For Or Against in eine andere Richtung gelenkt wird. Mats scheint geradezu über dem Stück zu schweben und zeigt, warum er seit über 30 Jahren ein so begehrter Sänger ist. Den Höhepunkt setzen Skyblood aber zum Schluss mit der über 10 Minuten langen Monumentalnummer  La Venimeux (Das Giftige). Hier verschmelzen Mats Einflüsse aus Klassik, Doom und melodischem Hardrock zu einem opulenten Track.


Nach der Ankündigung zu Skyblood hatte ich mich tierisch auf das Album gefreut und wurde absolut nicht enttäuscht. Im Gegenteil, Skyblood hat meine Erwartungen übertroffen, denn es zeigt Mats Leven von seinen besten Seiten. So abwechslungsreich, wie er sich hier präsentiert, habe ich ihn noch auf keinem Album erlebt. Dazu passen die neun Songs, die in opulenten Arrangements verpackt, zwischen Doom, Metal und Hardrock pendeln. Ich bin geneigt, die Höchstnote zu zücken, denn alleine der Übertrack The Not Forgotten rechtfertigt schon eine 10/10!

Tracklisting:

1. Skyblood Manifesto
2. The Voice
3. The Not Forgotten
4. Wake Up To The Truth
5. Once Invisible
6. One Eye For An Eye
7. Out Of The Hollow
8. For Or Against
9. Le Venimeux

Links
Facebook Skyblood
Bandcamp Skyblood
Webseite Mats Leven

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