Siren – Back From The Dead – Manchmal kommen sie wieder – Album Review

Siren – Back from The Dead
Herkunft:
Florida / USA
Release:
24.04.2020
Label:
Battle Cry Records / GOM Records / Underground Power Records
Dauer:
63:23
Genre:
Heavy Metal / Progressive Metal


Wenn der Name Siren in den einschlägigen Metal Foren erwähnt wird, erntet man in der Regel anerkennendes Nicken, denn die 1981 in Tampa/Florida gegründete Band hatte mit ihrem 1986 veröffentlichten Debütalbum No Place Like Home einen echten Geheimtipp abgeliefert. Von nicht wenigen Medienvertretern wurde der Band eine große Zukunft prognostiziert. Der Nachfolger Financial Suicide erschien 1989 mit runderneuerter Mannschaft, erfüllte aber durch eine Kurskorrektur im Sound nicht die Erwartungen der Medien und Fans.

Die Veränderungen in der Musiklandschaft ab 1990 mit dem Siegeszug des Grunge brachten auch die Karriere von Siren zu einem vorzeitigen Ende. 2015 bekundeteten Fans in diversen Social Media Kanälen Interesse an der Geschichte von Siren und nahmen Kontakt zu Ur-Drummer Ed Aborn auf. In diesem Zug entstand das reichlich aus seiner Privatschatulle bebilderte und sehr zu empfehlende e-book Siren – The early years. Das eröffnete der Band die Möglichkeit einer Reunion, die auf dem Keep It True Festival 2018 Realität wurde. Auch dieses Ereignis wurde in einer Dokumentation I’m Too Old For This S**t!A Heavy Metal Fairy Tale festgehalten, die noch dieses Jahr erscheinen soll. Den Schwung aus dem Auftritt nahmen Siren mit und enterten das Studio, um nach 30 Jahren ihr drittes Album Back From The Dead abzuliefern. Dabei hat Ed Aborn ehemalige Siren Mitglieder aus den verschieden Besetzungen ihrer lebhaften Historie zu einer neuen verschworenen Einheit gewinnen können.

Genug Historie und rein ins Album, welches mit einem kurzen Intro in den ersten Powertrack übergeht. S-Blade Serenade stürmt gleich mit solch einer eindringlichen Vehemenz durch die Lautsprecher, dass es eine pure Freude ist. Der Song ist der perfekte Opener. Abwechslungsreich und mit einem sehr einprägsamen Refrain ausgestattet, legt er ein ordentliches Pfund vor. Auch die nächsten Tracks fallen im Vergleich zum proglastigen Debüt deutlich straighter und heavier aus. Selbst der Gesang von Dough Lee, ist aggressiver und weniger gewöhnungsbedürftig, als ich ihn vom Debütalbum in Erinnerung habe, hat aber trotzdem immer noch eine spezielle Note. Das Prädikat Prog Metal verdienen am ehesten noch Songs wie das eindringliche Insomnia, Your Reality oder das verspielte, atmosphärische I Am Clairvoyant, in dem akustische Gitarren das Klangbild bestimmen.

Als Kontrast gibt es mit The Devil May Care und Treason auch ein paar straightere Rock Nummern, oder gar schräg melodisches wie Your Reality, How Do You Think I Feel? und den Rausschmeißer Lost Passenger auf dem Album. Absolut herausragend ist die Arbeit der beiden Guitarreros Hal Dunn und Todd Grubbs. Die beiden hauen jede Menge Riffs und Melodien raus und liefern sich gnadenlose Gitarrenduelle. Ed Aborn, der bisher ja nur auf der Debüt Single der Band Metro Mercenary auf einem offiziellen Tonträger zu hören war (ansonsten natürlich auf den legendären Demotapes) und Bassist Gregg Culbertson, geben die perfekt geölte Maschine und legen einen dynamischen Rhythmusteppich unter die insgesamt 15 Songs, unter denen sich kein einziger Totalausfall befindet.


Fazit:
Siren sind zurück, und das stärker denn je. Back from the Dead ist ein richtiges Pfund, auf dem es deutlich heavier als auf dem Debütalbum zu Werke geht. Mir fällt da als Vergleich eine Mischung aus Lizzy Borden, im Gesang und der Heavyness, und Heir Apparent im Proganteil ein. Die Scheibe wurde von Ed Aborn und Dough Lee erstklassig produziert und von Jim Morris im Morrisound Recording, Studio Tampa/FL gemastert, wovon der druckvolle transparente Sound zeugt. Meine Anspieltipps sind der packende Opener S-Blade Serenade, das ihr HIER im offiziellen Lyric Video anchecken könnt, das melodische, schräge Prog-Monster Insomnia sowie die Midtempo Hymne Back From The Dead. Damit treten die altgedienten Haudegen nochmal so mancher neuer Kapelle ordenlich in den Allerwertesten….Welcome back guys, 9/10!

Line Up:
Doug Lee – Gesang
Ed Aborn – Drums
Hal Dunn – Gitarren
Todd Grubbs – Gitarren
Gregg Culbertson – Bass

Tracklist:
01. The Sharpening
02. S-Blade Serenade
03. Fuel Injected Suicide
04. Science Fiction Movie
05. Lydia the Lunatic
06. The Devil May Care
07. Insomnia
08. Back from the Dead
09. I Am Clairvoyant
10. Watch Us Fly
11. Treason
12. Say It
13. Your Reality
14. How Do You Think I Feel
15. Lost Passenger

Links:
Facebook Siren
Bandcamp Siren


Das Album CD wird von GOM Records und Battle Cry Records vertrieben, das limitierteVinyl (250 in black, 100 in Splatter) von Underground Power Records.

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