R.I.P. – Dead End – Album Review

R.I.P. – Dead End
Herkunft:
USA
Release:
09.10.2020
Label: Riding Easy Records
Dauer:
33:29
Genre:
Doom Metal


Foto Credit: R.I.P. FB

Die Welt von R.I.P. ist ziemlich düster. Nicht nur der Bandname, sondern auch der Albumtitel Dead End sowie fast  alle Lieder der Scheibe drehen sich irgendwie um den Tod. Klar, dass hier Doom Metal gespielt wird, allerdings gemischt mit 1980er Jahre Heavy Metal und dem Charme eines alten SciFi-Horrorfilms. Die Band selbst nennt das “Street Doom”.

Diese Musik hat der Band aus Portland, Oregon, bereits US-Tourneen mit Electric Wizard und Red Fang eingebracht. Auch in Europa waren R.I.P. schon als Headliner unterwegs. Das neue Album ist durch das Tour-Leben geprägt, die Combo verspricht uns damit ihr “bisher ambitioniertestes Werk”.

Zwischen Kurt Cobain und Tony Iommi

Die Lieder sind zwar doomig, aber nicht von der traurig-melancholischen Sorte. Sie erinnern eher an klassische Genre-Vertreter wie Pentagram und Saint Vitus. Dazwischen hört man klar Einflüsse von Black Sabbath heraus. So weit, so wenig überraschend. Dass die Combo aber auch Song-Strukturen einbaut, die man sonst fast nur bei Nirvana und ein paar alten Punk-Bands findet, macht die Musik sehr spannend und abwechslungsreich. Der Titeltrack Dead End ist ein gutes Beispiel dafür, das du HIER finden kannst.

Dabei machen der tiefergestimmte Gitarren-Sound und die treibenden Beats der Rhythmusfraktion mächtig Druck. Immer wieder wechselt die Band in ihren Songs das Tempo und lockert den dahinwalzenden Sound mit Hooklines sowie kurzen Gitarrensolos auf. Dadurch schafft sie das seltsame Kunststück, nie langsamer als Midtempo zu spielen und dennoch wie eine Doom Metal Band zu klingen.

Stimmlich wie aus einem Guss

Der Gesang klingt stark nach einer altgedienten Heavy Metal Combo mit Lederkutten und Motorrädern. Leicht krächzend, aber immer klar verständlich und mit genug Abwechslung in den Tonlagen, passt Sänger Fuzz sein Stimmorgan der Instrumentalfraktion an – und nicht umgekehrt. Dadurch wirken die Songs sehr organisch und können ihre Grundstimmung perfekt vermitteln.

Etwa zur Mitte des Albums lassen R.I.P. ein bisschen nach, die Gitarrenriffs und Strukturen klingen etwas generischer. Das Instrumentalstück Buried Alive verhindert aber, dass sich echte Langeweile breitmacht. Der Rausschmeißer Dead Of The Night überrascht noch ein letztes Mal mit klarem Gitarrensound und Candlemass-artiger Struktur.


Fazit
R.I.P. ist mit Dead End ein starkes Album gelungen, das einige Überraschungsmomente aufweist und den klassischen Doom Metal um etliche Nuancen erweitert. Die meisten Songs sind sehr kurzweilig und werden auch nach mehreren Durchläufen nicht langweilig. Zudem dröhnt der Sound sehr druckvoll aus den Boxen und vermittelt einfach ein wunderbares Oldschool-Feeling. Dafür gibt es 8,5 / 10.

Line Up
Fuzz – Gesang
Angel Martinez – Gitarre
Jon Mullett – Bass
Willie D – Schlagzeug

Tracklist
01. Streets Of Death
02. Judgement Night
03. Dead End
04. Nightmare
05. One Foot In The Grave
06. Death Is Coming
07. Moment Of Silence
07. Buried Alive
08. Buried Alive
09. Out Of Time
10. Dead Of The Night

Links
Facebook R.I.P.
Bandcamp R.I.P.


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Interview – Nachgefragt bei Thomas V Jäger (Monolord)

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