Quer durch die Playlist der letzten 20 Jahre – Kolumne

Vor kurzem starteten wir den Aufruf nach Gastautoren und die Bewerbungen kamen zahlreich. Für die informativsten Beiträge wie den folgenden machen wir gerne als Sonntagsthema Platz.

Diesen Sonntag schaut Martin, passionierter Musik-Fan aus dem Ruhrgebiet, in seine Playlist der letzten zwanzig Jahre. Weshalb At The Gates ihn auch heute noch begeistern.


Mit Slaughter of the Soul hatten At the Gates 1996 einen Klassiker vorgelegt, der bis auf Weiteres als Blaupause für melodisch-extreme Gitarrenmusik gelten sollte. Doch statt die wohlverdiente Ernte einzufahren, löste die Band sich nach dem Release auf und sah dabei zu, wie 8723 andere Bands den neu entstandenen Göteborg-Sound ausschlachteten. 2014 kehrten die alten Helden mit At War with Reality dann doch zurück, obwohl sie, ob der absurd hohen Erwartungshaltung, doch eigentlich nur scheitern konnten.

Eigentlich.

Nach einem kurzen atmosphärischen Intro geht es mit Death and the Labyrinth direkt zur Sache. Der altbekannte Up-Tempo-Beat wird elegant mit aggressiv-melodischen Gitarrenleads versehen, Tomas Lindberg brüllt-kreischt sich in den Mix und schnell ist klar: Hier ist alles beim Alten.

Gekonnt knüppelt sich die Band eine Dreiviertelstunde lang durch eingängige Kompositionen, wechselt souverän zwischen aggressiven Attacken und hymnischen Elementen. Das sorgt im Titeltrack für Begeisterung und funktioniert auch im reinen Instrumental City of Mirrors. Zum Ende hin wird dann nochmal dick aufgefahren: Mit dramatischem Riffing und ausladenden Soli sorgt The Night Eternal für ein begnadetes Finale und hinterlässt den Hörer entflammt und ekstatisch.

Es schien nur schwer möglich, aber was die Schweden 2014 ablieferten war von bestechender Qualität. Fast schon provokant, wie nahtlos die Band an den Sound von 1996 anknüpfte. So rund, souverän und mühelos wie das Album noch heute klingt, geht es glatt als weiterer Meilenstein in der Bandhistorie durch.

At War With Reality ist ein Hammer von einem Comeback-Album und feiert den melodischen Death Metal aus Skandinavien in seiner ganzen morbiden Schönheit. Der Thron ist verteidigt, am Ende geht eben nichts über das Original.


Highlights:
At War with Reality – HIER
The Circular Ruins – HIER
The Night Eternal – HIER

Links:
Facebook At The Gate
Webseite At The Gates

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