Quer durch die Playlist der letzten 20 Jahre – Kolumne

Vor kurzem starteten wir den Aufruf nach Gastautoren und die Bewerbungen kamen zahlreich. Für die informativsten Beiträge wie den folgenden machen wir gerne als Sonntagsthema Platz.

Diesen Sonntag schaut Martin, passionierter Musik-Fan aus dem Ruhrgebiet, in seine Playlist der letzten zwanzig Jahre. Weshalb Bloodbath ihn auch heute noch begeistern.


Swanö, Renkse, Nyström, Akerfeldt – noch heute reibt man sich ungläubig die Augen über dieses Line-up: Die Masterminds von Edge of Sanity, Katatonia und Opeth geben sich als Bloodbath die Ehre. Die vier Freunde produzierten ein Debutalbum, Ressurection Through Carnage, das sich anhört, als hätten ein paar Hochbegabte bei einer biergetränkten Jamsession das Tonband mitlaufen lassen.

Was hier von der ersten Sekunde zelebriert wird, ist roher, schnörkelloser Death Metal mit absurd verzerrten Gitarren, einem ratternden E-Drumset und abgrundtiefem Gegrunze. Dem Quartett gelingt dabei ein seltenes Kunststück: Aus den immer gleichen Versatzstücken basteln sie kleine Hymnen, die bis heute nichts an Frische, Ideenreichtum und Aggressivität eingebüßt haben.

Der Spaß kommt dabei nicht zu kurz: Vom albernen Bandnamen, hin zu dem blutrünstigen Artwork und den hirnrissigen Texten über Tod, Teufel und Verdammnis. Hier wird jedes Death-Metal-Klischee ausgereizt, solange es den Zweck erfüllt.

Noch 20 Jahre später klingt das hier alles so selbstverständlich und unangestrengt, dass der Hörer fast Lust bekommt mit einer Kiste Bier ins Studio zu gehen und selbst auf die Kacke zu hauen. Doch der Schein trügt: Ressurection Through Carnage funktioniert nur deshalb so gut, weil hier vier Vollprofis souverän ihre Trümpfe ausspielen.

Was die Band später in wechselnden Formationen produzierte, war immer großartig, doch keines der späteren Alben brachte die Magie des Augenblicks zurück. Ihr Debutalbum wurde für Bloodbath zur eigenen Referenz und für das Genre zum modernen Klassiker.

Highlights:
Ways To The Grave – HIER
Like Fire – HIER
Cry my Name – HIER

Links:
Webseite Bloodbath
Facebook Bloodbath

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