Pothamus – Raya – Album Review

Pothamus – Raya
Herkunft:
Mechelen / Belgien
Release:
4.12.2020
Label: Consouling Agency
Dauer:
49:42
Genre:
Post Rock / Sludge


Die Geschichte der belgischen Newcomer von Pothamus ist noch nicht sehr lang. Der Debüt EP aus 2016 folgte in diesem Frühjahr das als digitale Single ausgekoppelte Advaita. Dieser folgt nun das erste Vollzeitalbum Raya des Post Rock / Sludge Nachwuchs aus dem flämischen Mechelen.

Für diese Scheibe muss man sich sehr viel Zeit nehmen. Einzelne Tracks herauszustellen ist hier überflüssig, die Scheibe funktioniert als ganze Einheit, und das sehr gut. Als Anspieltipp sei HIER der Opener Orath genannt, der den Weg bereitet für das, was den geneigten Hörer in den nächsten knapp 50 Minuten erwartet.

Ein unglaublicher Sog

Der Hörer wird in eine alternative Realität hineingezogen, in der es nur dieses Klanggebilde aus sphärischen Gitarrensounds, knurrigem Bass, bedrohlich marschierendem Schlagzeug sowie eine Vokalarbeit gibt, die von jenseits des Universums her des Hörers Gefühlszentrum im Bann hält.

Diese völlige Kontrolle über des Hörers’ Bewußtsein gelingt vor allem den langen Tracks, neben dem bereits erwähnten Opener sei der Titeltrack Raya erwähnt. Variationsarm ist die Musik, ja. Aber das sei an dieser Stelle ausdrücklich positiv festgestellt, denn nur so schaffen des Pothamus die Spannung aufzubauen und die Atmosphäre zu schaffen, die Raya so auszeichnet.

Drei Jahre haben die drei Protagonisten an dem Album gefeilt, und die massive Wall of Sound, die bald nicht mehr melancholische, sondern eher trostlose Stimmung und der Ambient-artige Charakter dieses postapokalyptischen Albtraums sprechen dafür, dass jede Minute sehr gut genutzt wurde. Aus diesem perfekten Klangkonstrukt lässt sich dennoch Kraft schöpfen.

Nichts zu bemängeln

Kritikpunkte gibt es meinem Empfinden nach keine. Fans eines gepflegten Postrocks werden hier grandioses Ohrenfutter finden. Und man sollte schon in der Lage sein, diese schwere bis schwermütige Musik über eine Distanz von 50 Minuten auszuhalten oder aus ihr Kraft zu schöpfen. Die perfekte akustische Untermalung für die düstere Jahreszeit.


Fazit
Pothamus
machen auf ihrem ersten Vollzeitalbum Raya alles richtig. Der Hörer wird in eine atmosphärische Welt hineingezogen, die zwar wenig Trost spendend ist, aus der man allerdings auch ungerne am Ende wieder erwacht. Die gebotenen Stimmungen sind unglaublich anziehend und man möchte aus diesem Albtraum paradoxerweise nicht wieder aufwachen. Daher 8,5 / 10.

Line Up
Michael Lombarts – Bass
Mattias M. Van Hulle – Schlagzeug
Sam Coussens – Gitarre, Gesang

Tracklist
01. Orath
02. Viso
03. Heravis I
04. Heravis II
05. Raya
06. Varos

Links
Facebook Pothamus


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