Pentesilea Road – Pentesilea Road – Album Review

Pentesilea Road – Pentesilea Road
Herkunft:
Niederlande
Release:
29.01.21
Label:
Eigenverlag
Dauer:
53:31
Genre:
Progressive Rock / Metal


Das Projekt Pentesilea Road kann man zumindest in dieser Konstellation auf ihrem ersten Album als international bezeichnen. Der kreative Kopf Vito F. Mainolfi stammt aus Italien und hat sich mittlerweile in der Nähe von Den Haag in den Niederlanden angesiedelt. Seine Mitstreiter sind noch in Italien beheimatet.

Als Gastmusiker hat Vito als bekennender Fan von Fates Warning niemanden geringeren als Ray Alder als Sänger auf zwei Songs und Mark Zonder,  Fates Warning, Warlord, Chroma Key am Schlagzeug auf drei Songs gewinnen können.

Illustre Gaststars wecken und erfüllen Erwartungen

Ein solches Line Up erweckt natürlich Hoffnungen und Erwartungen, und man kann mit Fug und Recht behaupten,  dass diese in jeder Hinsicht erfüllt werden. Vito und seine Mitstreiter gehen sehr progressiv zur Sache. Sein Hauptinstrument und Steckenpferd ist eindeutig die Gitarre, auf der gesamten Platten wird man mit sehr schönen Soli und konziser Gitarrenarbeit verwöhnt.

Astreine Arbeit an den Instrumenten

Schon der Opener Memory Corner, von Mark Zonder eingetrommelt und rein instrumental gehalten, stellt ein ausgereiftes Songwriting und erstklassige Instrumentalarbeit unter Beweis.  Aber auch Alfonso Mocerino kann technisch überzeugen, wie im folgenden Stranded zu hören ist. Das Gesangstimbre ist etwas gewöhnungsbedürftig und erinnert oft an James LaBrie, passt insgesamt aber gut zur Musik.

Die Titel mit Mark Zonder sind instrumental gehalten, so auch Spectral Regrowth und Give Them SpaceBesonders in diesen Titeln ist das instrumentale Zusammenspiel erwähnenswert. In Stains darf Michele Guaitoli ans Mikrofon treten und mit seinem einfühlsamen Gesang in diesem phantastischen atmosphärischem Song mit tollen Gitarrensoli überzeugen. Einer meiner Favoriten auf diesem Album.

Einfühlsamer Gesang und wunderbare Melodiebögen

Ray Alder darf zunächst auf Noble Art seinen Einstand geben, und man kann sagen, dass alles, was man von ihm gesanglich erwarten kann, hier in seiner vollen Emotionalität voll und ganz erfüllt wird. Seine volle, rauhe Stimme gibt dem Song das gewisse Etwas. Dieser kann auch sonst mit den schon erwähnten Ingredenzien wie einer ausgezeichneten Gitarrenarbeit und verhaltenen aber immer passenden, modernen Keyboard Einsätzen punkten.

Das Beste zum Schluss?

Das ist wirklich ganz, ganz toll gemacht. Sein zweiter Einsatz ist eine alternative Version von Shades Of The Night, das zudem noch in einer Fassung von Alfonso dargeboten wird, wobei mir die Version mit Ray Alder besser gefällt und einen schönen und runden Abschluss der Platte ergibt.

Der Titeltrack Pentesilea Road präsentiert sich als ausgereifter Progressive Metal Song, der in sich sehr schlüssig ist, mit gutem Gesang und erwartbar großartiger Gitarrenarbeit punkten kann und zusammen mit dem vertracktem und krummtaktigem A Tale Of Dissinence die progressive Seite der Scheibe herausstellt. Diese ist vorerst ausschließlich digital erhältlich.


Fazit
Mit dem Debütalbum gelingt Pentesilea Road ein Einstand, der seine Vorbilder als Gäste mit an Board holt. Mark Zonder und Ray Alder veredeln mit ihren Beiträgen diese wunderbare Progressive Rock Scheibe. Aber auch für sich können Songwriting, die wunderbaren Gitarrensoli, die verhaltenen aber passenden Keyboards und die epischen Melodiebögen zu jeder Zeit überzeugen. Im noch frühen Jahr ist den Herren eine hervorragende Scheibe gelungen. 8.5 / 10.


Line Up
Vito F. Mainolfi – Gitarre, Bass, Hintergrundgesang, Programmierung & alles andere
Ezio di Ieso – Pianoforte und Keyboards
Lorenzo Nocerino – Gesang
Alfonso Mocerino – Schlagzeug
Gastmusiker
Ray Alder – Gesang auf Shades of the Night und Noble Art
Mark Zonder – Schlagzeug auf Memory Corners, Spectral Regrowth und Give Them Space
Michele Guaitoli – Gesang auf Stains
Paul Prins – Erstes Solo auf Give Them Space

Tracklist
01. Memory Corner (feat. Mark Zonder)
02. Stranded
03. Genius Loci
04. Spectral Regrowth (feat. Mark Zonder)
05. Stains (feat. Michele Guaitoli)
06. Give Them Space (feat. Mark Zonder)
07. Shades Of The Night
08. The Psychopathology Of Everyday Things
09. Noble Art (feat. Ray Alder)
10. Pentesilea Road
11. A Tale Of Dissidence
12. Shades Of The Night (feat. Ray Alder)

Links
Facebook Pentesilea Road
Bandcamp Pentesilea Road


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Interview – Contrarian – Nachgefragt bei Brian Mason
Album Review – Ray Alder  – What The Water Wants
Kolumne – Sammler und Jäger – von Musikleidenschaft und Sammelwut, 1/2

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