Overlorde – Awaken The Fury – Album Review

Overlorde – Awaken The Fury
Herkunft: New Jersey / USA
Release: 22.12.2023
Label: No Remorse Records
Dauer: 56:15
Genre: Power Metal


Immer wieder hört man, dass das Musikbusiness ein sehr schnelllebiges wäre. Bands tauchen auf und verschwinden wieder. Was von vielen Aufstiegen übrig blieb, sind alte Artikel und Reviews in Musikmagazinen, die in Regalen verstauben.

Dem gegenüber steht so eine Band wie Overlorde, die es nach ihrer Gründung Mitte der 1980er Jahre gerade mal auf eine EP und zwei Studienalben geschafft haben und trotzdem noch in manchem Hinterkopf vorhanden sind. Es gibt sie also noch, die Bands, welche tiefe Eindrücke bei den Fans hinterlassen.

Die US-Veteranen haben das mit 1985 mit der selbst betitelten EP geschafft und sind zur Verzückung aller 2004 plötzlich mit dem großartigen Return of the Snow Giant zurückgekehrt. Die Fußstapfen erscheinen riesig in die Overlorde Ende des Jahres 2023 mit Awaken The Fury treten. Eigentlich kann das Niveau nur noch gehalten und kaum noch übertroffen werden.

Noch immer funkeln die Schwerter

Was ist nach zwanzig Jahren von den geliebten Overlorde geblieben? Rein visuell hält sich das Coverartwork schon an den Stil des Vorgängers und die Lyrics zelebrieren immer noch Fantasy, Heldentum und Schlachten. Doch akustisch gibt es schon Unterschiede zu hören. Das ist kein Wunder, denn vom Vorgängeralbum sind lediglich noch Gitarrist Mark Edwards und John Bunucci am Bass mit an Board.

Beide unterstützen mit ihren Backgroundgesang den neuen Sänger George Tsalikis. Er ist mit seinen Soloscheiben sicher einigen von euch bekannt und macht, trotz dem er stimmlich vom Vorgänger Bobby Lucas abweicht, seine Sache gut. Der zweite neue Mann ist der Schlagzeuger Geroge Janeira, der meines Wissens bisher mit keiner Band in Erscheinung trat.

Zügiger Start mit klar verteilte Rollen

Doch der personelle Posten ist das Eine und das akustisch Ergebnis der andere Teil in der Waagschale. Die Band startet optimal mit dem Titelsong Awaken The Fury und dem schnellen Fire In The Sky, welches ihr HIER anhören könnt.

Auffällig im Verlauf des Albums ist, dass die vom Gitarristen Mark Edwards aufgenommene und produzierte Scheibe den Instrumenten klare, fast starre Plätze zuweist. Links der definierte klingende Bass, rechts die summende Leadgitarre. Dazwischen tummeln sich Sänger und Schlagzeug. Kommt es zum Solo rückt die Gitarre in die Mitte. Dieser Fokus auf Bass und Gitarre verdrängen Gesang und Schlagzeug in den Hintergrund. Das muss man als so von Overlorde gewollt akzeptieren, aber auch mögen.

Wie klingen die Amis aktuell im direkten Vergleich gegenüber dem Vorgänger Return of the Snow Giant? Awaken The Fury tönt nicht mehr ganz so power- und druckvoll aus den Boxen. Das Material klingt verschachtelter, weshalb der Hörer einige Durchgänge benötigt, um die Songs zu erfassen. Deshalb kommt bei mir immer der größte Spaß auf, wenn Overlorde kraftvoll vorstürmen wie zum Albumanfang oder ordentlich losstampfen. Deshalb nehmen mich auch die Midtempo-Nummern wie Destroy Us All, Ashes und Hammer Strike im Mittelteil gut gefangen.


Fazit
Overlorde bieten uns immer noch amtlichen Power Metal an. Doch das aktuelle Album wirkt verschachtelter, stampfender und nicht mehr so ungestüm wie der Vorgänger. Die Amis liefern auf Awaken The Fury immer noch ordentlich ab, aber können die hohe Messlatte an Erwartungen nicht überspringen. 7 / 10

Line Up
George Tsalikis – Gesang
Mark Edwards – Gitarre, Backing Vocals
John Bunucci – Bass, Backing Vocals
George Janeira – Schlagzeug, Backing Vocals

Tracklist
01. Awaken The Fury
02. Fire In The Sky
03. The Madness Within
04. Battle At Marathon
05. Destroy Us All
06. Gargoyles
07. Ashes
08. Hammer Strike
09. Paranoid Delusions
10. Migraine

Links
Webseite Overlorde
Facebook Overlorde


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