Nanga Parbat – Downfall And Torment – Album Review

Nanga Parbat – Downfall And Torment
Herkunft:
Italien
Release:
23.03.2021
Label: Sliptrick Records
Dauer:
52:35
Genre:
Progressive Death Metal / Symphonic Death Metal


Nanga ParbatNanga Parbat präsentieren uns mit Downfall And Torment ihr erstes Album. Allzu lange hat die 2019 gegründete Band dafür nicht gebraucht – nach zwei Jahren Bandgeschichte schon eine knappe Stunde an progressiver Musik raus zubringen, ist auch nicht schlecht. Viele andere benötigen doch etwas länger.

Inhaltlich beschäftigen sich die Progressive Death Metaller, kurz gesagt, mit dem selbst verschuldeten Untergang der Menschheit. Dabei nehmen die Italiener unterschiedliche Perspektiven ein und holen sich viele Gastmusiker ins Haus. Beispielsweise Francesco Ferrini von Fleshgod Apocalypse, der bei der Orchestrierung mitgewirkt hat.

Weitschweifigkeit auf den Punkt gebracht

Eines vorweg: Die Italiener sind ganz offensichtlich Perfektionisten. Mix und Produktion sind tadellos, auch musikalisch scheint jede einzelne Note analysiert und bewusst gesetzt worden zu sein. Das fängt bereits beim Intro The Edge Of An Endless Waterfall an, welches das Album akustisch und orchestral einleitet.

Der erste Song Through A Lake Of Damnation brettert direkt mit einem Ohrwurm-Gitarrenriff dahin und wechselt ständig das Tempo. Von allzu viel Prog-Frickelei wird man dabei allerdings nicht erschlagen, denn die Band beweist ein gutes Gespür dafür, früh genug auf den Punkt zu kommen. Dasselbe gilt für Blood, Death and Silence – ein ruhiges Intro geht hier über in einen Nackenbrecher samt starken Gitarrenlinien und epischem Refrain. Den Beweis findet du HIER.

Tidal Blight bietet die erste, atmosphärische Verschnaufpause., bevor Nanga Parbat in den Strophen Amon Amarth-ähnliche Song-Strukturen darbieten und zum Schluss mit Gothic-Anleihen vermischen – Ja, das funktioniert tatsächlich. Das folgende The Demon In The Snow ist wieder etwas geradliniger ausgefallen, ebenso wie das verträumt-orchestral startende Obscure Rains.

Barock-klassische Todesbrocken

Fast alle Songs haben gemeinsam, dass in der zweiten Hälfte auf ausladende Melodien und Gitarrensolos gesetzt wird. Außerdem verschmelzen die oft ruhigen Intros und orchestralen Elemente mit dem metallischen Klanganteil stets langsam zu einem Gesamtbild, das ständig seine Form ändert und den Hörer dadurch bei Laune hält. Dabei achten Nanga Parbat aber immer darauf, genug straighte Riffs einzubauen, anstatt sich in ihren Strukturen zu verheddern.

Gesanglich beherrscht Andrea Pedruzzi sowohl das Growling, als auch Klargesang in mittleren und höheren Tonlagen. Die Instrumentalfraktion versteht ihr Handwerk ebenfalls. Im Titeltrack haut die Gitarrenfraktion beispielsweise Linien raus, die so auch von einer nordischen Melodic Death Metal-Band stammen könnten. Bass und Schlagzeug bringen die Songs mal lässig-groovig, mal peitschend voran, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.

Nach dem Outro Breath Of The Northern Winds ist jedenfalls klar: Diese Band hat sich mit ihrem Debüt die Messlatte selbst sehr hoch gelegt. Man darf gespannt sein, was hier noch auf uns zukommen wird, aber bis dahin wird Downfall and Torment noch des öfteren am Plattenteller rotieren.


Fazit
Nanga Parbat spielen auf ihrem Debüt-Album Downfall And Torment einen großen Teil der Progressive Death Metal-Szene an die Wand. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Band trotz ihrer Liebe zum Detail immer darauf achtet, dass ihre Songs eingängig und geradlinig bleiben. Starke Leistung der Italiener und hoch verdiente 9 / 10.

Line Up
Andrea Pedruzzi – Gesang
Flavio Cicconi – E-Gitarre, Akustikgitarre
Edoardo Sterpetti – E-Gitarre, Orchestrierung
Enrico Sandri – Bass
Giulio Galati – Schlagzeug

Gastmusiker
Davide Straccione – Gesang
Edoardo Taddei – E-Gitarre
Vittoria Nagni – Violine
Fabiana Testa – Akustikgitarre
Francesco Ferrini – Orchesterproduktion
Martin Vincent – Erzähler

Tracklist
01. The Edge Of An Endless Waterfall
02. Through A Lake Of Damnation
03. Blood, Death And Silence
04. Tidal Blight
05. Demon In The Snow
06. Obscure Rains
07. Curse Of The Thaw
08. Downfall And Torment
09. Breath Of The Northern Winds

Links
Facebook Nanga Parbat
Webseite Nanga Parbat


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