Medjay – Sandstorm – Album Review

Medjay – Sandstorm
Herkunft:
Brasilien
Release:
21.11.2020
Label:
Eigenproduktion
Dauer:
37:56
Genre:
Power Metal


Medjay-BandDie Brasilianer Medjay haben mit Sandstorm ihr Debüt veröffentlicht. Darauf beschäftigt sich die Band mit ägyptischer Kultur und Mythologie. Bandgründer Samuka ist nämlich Historiker mit einer besonderen Passion für dieses Land. Der Bandname ist beispielsweise die Bezeichnung für nubische Nomaden, die im alten Ägypten gerne als Karawanenführer oder Söldner angeheuert wurden.
Mit Rafael Bittencourt von Angra hat die Combo einen erfahrener Mentor gefunden, der auch an der Komposition des Songs Rise for Glory beteiligt war. Aufgenommen wurde das Werk Ende 2019 in São Paulo in den Ninrod und Dharma Studios. Wegen der Pandemie wurde die Scheibe in Belo Horizonte von André Cabelo im Engenho Studio gemixt und gemastert.

Hoher Wiedererkennungswert

Nach dem ägyptisch angehauchten Intro Egyptian Beast riffen die Jungs im Song Medjay schön straight drauflos. Sänger Phil Lima beherrscht das Wechselspiel zwischen tiefen und hohen Stimmlagen, wodurch seine Stimme einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Zudem ist die Gitarrenarbeit von Freddy Daniels und ihm ein weiterer Pluspunkt, vor allem die Soli und Twin-Guitar-Parts sind richtig stark.

Auf den Schwingen des Horus

Death in the House of Horus beginnt ebenfalls mit einem ägyptisch anmutenden Intro, danach liefern verzerrte Gitarren einen galoppierenden Rhythmus mit orientalischer Skala. Phil Lima erinnert bei den tieferen Gesangsparts ein wenig wie Bruce Dickinson. Der Song punktet außerdem mit schönen Rhythmuswechseln zwischen thrashigen und epischen Passagen, wodurch er zum ersten Highlight des Albums wird. Das Solo mit seinem treibenden Rhythmus ist lupenreiner Power Metal und erinnert an Gamma Ray. Ein akustischer Percussion Part von Gastmusiker Marco Herrera sorgt im Mittelteil für Abwechslung.

Revenge of Horus ist ein düsterer Midtempo-Song, der mit Windgeräuschen und orientalischen Klängen eröffnet wird. Beim ersten Hördurchlauf mag dieses Stück noch nicht direkt zünden, aber je öfter man es hört, umso mehr kristallisiert sich hier einer der besten Songs des Albums heraus. Der Refrain hat eine nicht sofort offensichtliche, sondern eher nachgelagerte Eingängigkeit. Der Solopart ist vorzüglich, vor allem dann, wenn die Gitarre die Refrainmelodie aufgreift. Das Ende wird von wunderschönen Pianoklängen begleitet, über denen die Gast-Sopranistin Marília Zangrandi sehr ergreifend den Chorus darbietet.

Euphorie und Revolution

Nach den eher düsteren Songs der ersten Hälfte überrascht das fröhlich-euphorisch anmutende Rise for Glory mit Power-Metal-Klängen, die an Helloween, Gamma Ray und Angel Dust erinnern. Der Refrain ist ein toller Ohrwurm und das Solo gefällt ebenso. Ein durchwegs eingängiger Hit, der auch etwas 80er Jahre Flair versprüht.

Der Titeltrack Sandstorm vermittelt die selbe Euphorie und ist ähnlich melodiös wie sein Vorgänger, im Mittelteil werden aber sehr schöne, arabische Percussions eingebaut. Das Solo nimmt daraufhin noch einmal richtig Fahrt auf, thematisch wird im Lied übrigens die ägyptische Revolution von 2011 behandelt. Das Video zur Nummer findest du HIER.

Zum Schluss präsentiert uns die Band mit Lady of the Nile eine Powerballade. Der Ausklang des Albums ist sehr gelungen, was neben dem Gesang von Phil Lima auch an Gastsängerin May “Undead” Puertas von Torture Squad liegt. Wenn die beiden zusammen den Refrain singen, ist Gänsehaut garantiert.


Fazit

Sandstorm ist ein sehr starkes Album, das anspruchsvollen Power Metal mit orientalischem Flair verbindet und auch handwerklich wirklich überzeugt. Zusätzlich tragen die Gastmusiker dazu bei, den Spannungsbogen hochzuhalten und das Album auch nach mehrfachem Hören nicht langweilig werden zu lassen. Im Gegenteil, die Platte ist ein echter Grower und mag sich so manchem erst nach dem zweiten oder dritten Durchlauf eröffnen, aber die Zeit sollte man sich auf jeden Fall nehmen! Zusammengefasst ergibt das 8 / 10.

Line Up
Phil Lima – Gesang, Gitarre
Samuka – Bass, Hintergrundgesang
Freddy Daniels – Gitarre, Hintergrundgesang
Tiago Vitek – Schlagzeug (auf dem Album, danach ausgestiegen)
Riccardo Linassi – Schlagzeug (aktuell)

Gastmusiker
Marco Herrera – Percussion und orientalische Instrumente
Marília Zangrandi  – Gesang
May “Undead” Puertas – Gesang

Tracklist
01. Egyptian Beast
02. Medjay
03. Death In The House Of Horus
04. Revenge Of Horus
05. Rise For Glory
06. Sandstorm
07. Lady Of The Nile
08. Violate (Iced Earth Authorized Tribute – Bonus Track)

Links
Webseite Medjay
Facebook Medjay


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review Satan’s Fall – Final Day
Album Review Persuader – Necromancy
Interview – Nachgefragt bei Lord Fist

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 4 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen