Jakethehawk – Hinterlands – Album Review

Jakethehawk – Hinterlands
Herkunft:
Pittsburgh / USA
Release:
19.02.2021
Label: Ripple Music
Dauer:
38:55
Genre:
Stoner Rock / Heavy Psych


Jakethehawk haben sich 2016 in Pennsylvania gegründet und veröffentlichten in Eigenregie im Januar 2018 ihre Debüt EP und Ende des Jahres ein vollständiges Album.

Um mehr Flexibilität im Studio und bei Liveauftritten erreichen zu können, komplettierte Josh Emery an der Gitarre und Gesang seit letztem Jahr als festes Mitglied die Band um die drei Gründungsmitglieder.

Der Sound von Jakethehawk war schon immer klar dem Stoner / Heavy Psych Genre zuzuordnen. Allerdings ist da noch etwas Besonderes, das deutlich hörbar die Band im Vergleich aus der breiten Masse hervorhebt.

Es ist das klare Bekenntnis zu den traditionellen musikalischen Wurzeln der Heimat und so prägte die Band selbst den Begriff des Appalachian Desert Rock, der den Nagel ziemlich genau auf den Kopf trifft.

Das Konzept von Leichtigkeit und Härte

Das Album startet mit Counting, das sphärisch und akustisch beginnt, durch brachiale Riffs aufgebrochen wird, um darauf hin zerbrechlichen Gesang und der treibenden Basslinie Platz zu machen. So wogen die musikalischen Ideen und Breaks wie Wellen hin und her, verstärken sich, türmen sich auf und geben dem Opener im Verlauf eine zunehmende Schwere. Ihr könnt Counting HIER anhören.

Auch das sich anschließende Ochre And Umber folgt dem Konzept von Leichtigkeit und Härte. Von experimentellen, improvisierten Zügen über Stoner bis hin zu Riffmonstern, die jeder Doomband gut zu Gesicht stehen, ist alles zu finden. Dazu steht der entspannte, leicht melancholische Gesang von John Huxley, der mich manchmal an John Haughm von Agalloch erinnert.

Nicht simpel, aber genial

Hinterlands ist kein einfach zu hörendes Album. Es erschließen sich ständig neue Facetten und lassen einen staunen, was hier alles an Kreativität verbaut ist. Die Basis der Kompositionen bilden immer brachiale Riffs, die jedoch mit traditionellen akustischen Elementen, wie zum Beispiel im zart und genialen Still Life, aufgelockert werden.

Auch in Interzone Mantra befinden sich so viele Einflüsse, dass man erstaunt ist, dass sich alles am Ende zum Ganzen fügt. Und so macht auch das immer mehr an Tempo zunehmende Uncanny Valley und das abschließende, von Ideen durchflutete June, keine Ausnahme. Ihr könnt es HIER als Rausschmeißer anhören.

Produktionstechnisch ist Hinterlands im Vergleich zu den vorherigen Veröffentlichungen wesentlich ausgefeilter, klarer und vielschichtiger. Ein exzellenter Schritt nach vorne, denn die Produktion versteht es, jedes Instrument trotz der Komplexität eigenständig zu präsentieren und bindet alles zu einer geschlossenen Einheit.


Fazit
Hinterlands ist aufgrund seiner Komplexität und Ideenvielfalt nicht einfach zu hören. Trotzdem macht gerade dieser Fakt das Album zu etwas Herausragendem. Jakethehawk spielen in ihrer eigenen Oberliga. Dafür meine Anerkennung und Begeisterung mit 9 / 10.

Line Up
John Huxley – Gesang, Gitarre, Keyboards
Jordan Lober – Schlagzeug
Justin Lober – Bass, Gesang
Josh Emery – Gitarre, Gesang

Tracklist
01. Counting
02. Ochre And Umber
03. Interzone Mantra
04. Still Life
05. Uncanny Valley
06. June

Links
Facebook Jakethehawk
Bandcamp Jakethehawk


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Kabbalah – The Omen
EP Review – Nuclear Power Trio – A Clear and Present Rager
Split-EP Review – Megalith Levitation / Dekonstruktor

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 4 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen