Iskandr – Vergezicht – Album Review

Iskandr – Vergezicht
Herkunft:
Niederlande
Release:
24.09.2021
Label: Eisenwald
Dauer:
63:45
Genre:
Black Metal / Avantgarde Metal


In den Niederlanden gibt es eine Provinz namens Gelderland, dort entspringen ganz besondere Black Metal Bands. Eine davon ist das atmosphärische Projekt von Omar Iskandr aus Nijmegen. Omar ist ein wirklich umtriebiger Multiinstrumentalist, unter anderem ist er seit 2019 Gitarrist bei Dool und wirkt noch in anderen Bands aus der Gegend mit.

Doch seine Muse ist Iskandr. Hier tobt er sich seit 2016 aus und hat tatsächlich zwei Alben hervorgezaubert, die sein kompositorisches Können unter Beweis stellen und bei Genreliebhabern großen Anklang gefunden haben. Atmosphärischer Black Metal mit experimenteller Note wird bei Omar großgeschrieben.

Niederlande, ein Land voller talentierter Musiker

Der Albumtitel heißt übersetzt Panorama und dieses Thema setzt Omar in den sechs episch-langen Stücken ideal um. Nur gesangstechnisch erinnert das Krächzen und die verschiedenartigen Screams an rasanten Black Metal. Instrumental vermittelt das Album mehrere Klanglandschaften zwischen sphärischen Back Metal, Doom Metal und experimentellen Prog-Rock. Der Holländer versteht es mit weichen Melodien umzugehen, damit sich diese tief in der Erinnerung festsetzen. Das fast hypnotisch wirkende Bloeddraad ist dafür ein blendendes Beispiel. Epochal setzt sich dieser Song mit seinem Gitarren Leitmotiv in deinen Kopf fest. Wirklich ein wegweisendes Stück Musik.

Hammerhart und träumerisch

Manche Passagen im Album erinnern an Alben der Mit-Ära von Bathory. Wenn man die Augen bei Gewesten der Tijd schließt, erscheint dir Quorthon vor deinem geistigen Auge und eine obligatorische Träne des Vermissens rinnt dir die Wange herunter. Wahrlich eine atmosphärische Meisterleistung des über 13 minütigen Songs mit Hymnencharakter. Folkelemente kommen auch zum Tragen und passen nahtlos ins musikalische Konzept. In Bezug darauf ist besonders der Song Baken zu nennen. Dieser verknüpft akustische Gitarrenarbeit mit schnellen Powerriffs. Darüber hinaus beinhaltet er sehr viel Mystik und eine fesselnde Songstruktur.

Bilder im Kopf

Phantastische Momente und eine meterdicke Gänsehaut verpasst mir der Song Verbot. Hier ist zu merken, welch Talent und Akribie hinter dem Multiinstrumentalist steckt. Ich vergleiche sein Songwriting mit einem Bild von Bob Ross, so emotional wie die Realität in der man versinken möchte.

Auch der Opener Gezag und dem Grande Finale Het Slot stehen dem ausgezeichneten Bild, die dieses Album von sich zeichnet, in Nichts nach. Darüber hinaus ist die Produktion und der Sound des Albums überraschend klar. Dadurch wird alles auf den Punkt abgerundet und bildet vollkommene Harmonie mit der Musik.


Fazit
Vergezicht
ist ein purer Volltreffer und essentiell für alle Fans, die experimentellen und atmosphärischen Black Metal/Doom Metal lieben. Dieses Album bohrt sich mit seiner Vielfalt und seinen traumhaften Sinn für Melodien in dein Herz. Dort steckt es bei mir auch und ich vergebe hingebungsvolle 9 / 10

Line Up
O. – Gesang, Gitarren, Tasteninstrumente, Blechblasinstrumente
M. Koops – Schlagzeug

Tracklist
01. Gezag
02. Bloeddraad
03. Gewesten der Tijd
04. Baken
05. Verbod
06. Het Slot

Links
Facebook Iskandr


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