Ihsahn – Pharos – EP Review

Ihsahn – Pharos
Herkunft:
Norwegen
Release:
11.09.2020
Label: Candlelight / Spinefarm
Dauer:
24:30
Genre:
Progressive Metal


Foto Credit: Bjørn Tore Moen

Mit Emperor hat Vegard Sverre Teitan, besser bekannt als Ihsahn, Musikgeschichte geschrieben. Es sind die schreienden extreme Vocals und die verzerrten Gitarrenriffs, die der Protagonist als die wichtigsten Zutaten seiner Musik beschreibt. Trotzdem zeigte sich Ihsahn bereits in der Anfang des Jahres veröffentlichten EP Telemark von einer anderen Seite. 

Während sich die drei Songs Stridig, Nord und der titelgebende Track Telemark durch die cleane, unberührte Natur Norwegens mäandern und die unangetastete Jungfräulichkeit der Landschaft wiederspiegeln. Eine gewisser Kälte und Gefährlichkeit schwingt auch bei den cleanen Passagen, die um Saxophon und Bläser erweitert wird. Zwei Coverversionen perfektionierten die Tracklist. 

Pharos, das bereits bei Release von Telemark als komplettierender Teil für diesen Herbst angekündigt wurde, wartet mit derselben Songverteilung auf. Drei neue, eigene Songs, werden durch zwei Coverversionen ergänzt. Ob dies die einzigen Gemeinsamkeiten zur Telemark bleiben, erfahrt ihr im folgenden Review. 

Pharos – die lichtbringende Antwort auf Telemark?

Den Beginn macht Losing Altitude, das mit ruhiger Hand in die EP startet. Der Track klingt ernsthaft und erwachsen aus meinem Lautsprecher und kündigt schon eine sehr viel hellere Grundstimmung trotz kühler Ernsthaftigkeit. Ein durchgreifender Electro Groove, wunderbare Gitarrenakkorde und warmer Gesang holen mich zu einer wahrlich sanften Reise ab.

Weiter geht es mit Spectre At The Feast, das ihr dank Vorab Release HIER hören könnt. Ich denke, ihr werdet mir zustimmen, dass der cleane Gesang genau das ist, was den Unterschied zur Telemark ausmacht und hier so gut zum tragen kommt. Die Arrangements sind komplex und auch die instrumentalen Phasen des Songs machen den Sound unvergesslich. Manch Pressestimmen würde den Song einem Bond Film als Soundtrack zuordnen und dieser Meinung möchte auch ich mich anschließen. 

Der titelgebende Song Pharos ist keineswegs ein Ausreisser nach unten. Der Song eint subtil hartes und formbares. Gitarre und Bass schmeicheln mit dem Schlagzeug und ebnen den Weg für den vulnerabel anmutenden Gesang. Doch dabei bleibt es nicht. Auch Pharos nimmt eine Wendung, als ein Chor einstimmt, der eine von Donnerwetter geprägte und dann den Himmel öffnende Kulisse darbietet. 

Gastsänger Einar Solberg komplettiert die EP

Mit Roads, das im Original von Portishead stammt, begibt sich Ihsahn geografisch ins kalte England um mit der letzten Nummer Manhattan Skyline der ebenfalls aus Norwegen stammenden Band a-ha die EP zu beschließen. Besonders Manhattan Skyline hat es mir angetan, holte sich Ihsahn für diesen Song mit Schwager Einar Solberg doch Verstärkung aus der Familie ans Mikro. Bei einem Leprous Fan wie mir rennen die beiden mit dieser Version offene Türen ein. Kürzlich wurde auch ein imposantes Video dazu veröffentlicht, das ihr HIER sehen könnt. 


Fazit
Pharos ist wirklich ein großartiges Ambivalent zur zugehörigen EP Telemark. Während der erste Teil des Konzepts die im kühlen Schlamm liegende Seite der Medaille beschreibt, zeigt Pharos die den Himmel im Sonnenschein wiederspiegelnde Seite des kühlen Nordens. Multiinstrumental und mit wunderbarem Gesang hat mich die EP bereits beim Opener überzeugt. Der Sound ist durchwegs modern, groovy und progressiv. Die im Black Metal liegenden Wurzeln sind immer noch unverkennbar und wirken auch hier sehr anziehend. Während mein Redaktionskollege die Telemark Anfang des Jahres mit einer glatten 10 / 10 wertete, ziehe ich hier mit einer 9,5 / 10 nach. Dies ergibt immer noch eine verdiente Gesamtnote nahe an der Perfektion.
9,5
Line Up
Ihsahn
Einar SOlberg – Gastgesang auf Manhattan Skyline

Tracklist
01. Losing Altitude 
02. Spectre At The Feast 
03. Pharos 
04. Roads – Portishead
05. Manhattan Skyline – A-ha

Links
Facebook Ihsahn
Webseite Ihsahn


Außerdem auf Soundmagnet.eu
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Kolumne – Genreweisende Alben – der etwas andere Klassiker
Interview – Shining – Nachgefragt bei Jorgen Munkeby

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