Gomorra – Divine Judgement – Neuanfang – Album Review

Gomorra – Divine Judgement
Herkunft: Habsburg / Schweiz
Release:
10.04.2020 verschoben auf 22.05.20
Label: Noble Demon Records
Dauer:
42:40
Genre:
Thrash Metal


Gomorra aus der Schweiz geben mir bei meiner Recherche zunächst ein paar Rätsel auf. Einerseits findet man im Infosheet zum Album den Hinweis, dass es sich bei  Divine Judgement um das Debütalbum der Eidgenossen handelt, geht man aber auf die Webseite der Band, findet man aktuell nur Infos zu Gonoreas, die seit 2002 schon ein paar Alben veröffentlicht haben (zuletzt 2017 Minotaur). Mit Damir Eskic , Gitarre, aktuell auch im Line-Up der deutschen Thrash Urgesteine Destruction, und Stefan Hösli – Drums, gibt es zudem Überschneidungen im Line Up. Auch das ähnliche Design der Bandlogos gibt einen Hinweis zu einem radikalen Umbruch mit konsequentem Neuanfang.
Bei den ersten kurzen zaghaften Klängen im Instrumental Canaan warte ich noch gespannt, was mir auf den folgenden knapp 45 Minuten geboten werden wird. Einen respektablen Eindruck liefert mir gleich der namengebende Track Gomorra, zu dem es ein sehenswertes Video gibt. Hämmernde Doublebass Attacken und rasantes Riffing mit akzentuierten Breaks bringen meine Nackenmuskulatur schnell auf Betriebstemperatur.

Im Refrain vernehme ich wahrscheinlich aufgrund der derzeitigen Situation ein vermeintliches, sich bedrohlich wiederholend mahnendes Corona…). Musikalisch brettert mir da technisch anspruchsvoller Thrash Metal entgegen, bei dem man sofort merkt, dass hier keine Anfänger am Werk sind. Schwindelerregende Soli gehen Hand in Hand mit den präzisen Gitarrenriffs in dem abwechslungsreichen Song. Das folgende Flames Of Death kann da sogar noch eine Schippe drauflegen. Die galoppierenden, einprägsamen Riffs und die melodischen Gesangsparts, die mal kraftvoll und dann sirenenhaft hoch sind, setzen sich gleich im Kopf fest.

Etwas direkter geht es auf Hope For The Righteous zur Sache. Auch hier lassen das Gitarrenduo Eskic und Blum die Äxte mit feinen Riffs und Soli glühen. Mit etwas weniger Tempo kommen Gomorra bei Out Of Control aus. Dafür werden mit Brother We’re Damned  und dem folgenden The City Must Fall die Daumenschrauben wieder fester angezogen. Jonas Ambühl schraubt sich mit seinen Vocals von kräftigen Shouts bis in extreme Höhen durch alle Tonlagen. Nicht zuletzt durch seine Stimme erinnert mich der Sound des Schweizer Quintetts ein wenig an die Norweger Communic. Rhythmisch fett startet Children Of The Land und punktet danach zusätzlich mit einem einprägsamen Refrain. Cleansing Fire ist der kürzeste Song des Albums und bringt kompakt alle Trademarks der Band auf den Punkt. Zur Abwechslung wird hier auch mal in tieferer Tonlage geshoutet. Angels Amongst Us schafft den Spagat zwischen Power- und Thrash Metal, indem zwischen Härte, gepaart mit viel Melodie, die richtige Balance gefunden wird. Den Abschluss macht Never Look Back, wo ein weiterer Thrasher mit Tempowechseln und den inzwischen bekannten Zutaten abgefeuert wird.


Fazit:
Gomorra haben auf Divine Judgement eine beeindruckende erste Duftmarke gesetzt. Sauber produziert wurde das Album von V.O. Pulver im Little Creek Studio (Destruction, Burning Witches, Nervosa…). Wer technisch anspruchsvollen Thrash Metal mag, sollte hier unbedingt reinhören. Meine persönlichen Anspieltipps sind der virtuose Nackenbrecher Flames Of Death und das melodische Angels Amongst Us. Für diesen starken Auftritt bekommt das Schweizer Quintett 8,5/10.


Line Up:
Jonas Ambühl – Gesang
Damir Eskic – Gitarren
Dominic Blum – Gitarren
Nico Ardüser – Bass
Stefan Hösli  – Drums

Tracklist
01. Canaan
02. Gomorra
03. Flames Of Death
04. Hope For The Rightous
05. Out Of Control
06. Brother We’re Damned
07. The City Must Fall
08. Children Of The Land
09. Cleansing Fire
10. Angels Amongst Us
11. Never Look Back

Links:
Webseite Gomorra
Facebook Gomorra

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