Mantric – False Negative – Album Review

Mantric – False Negative
Herkunft:
Norwegen 
Release:
24.04.20, derzeit digital
Label:
Solid State / Tooth and Nail
Dauer:
53:42
Genre:
Prog Metal / Tech / Extreme Prog Metal / Progressive Rock


Bereits 1991 entschieden sich ein paar Jungs in einem kleinen Dorf im Süden Norwegens dafür, aus der homogenen Menge der Durchschnittsmenschen herauszuragen. Als äußeres Zeichen ließen sie sich die Haare wachsen und warfen neben einer schulischen Bilderbuchkarriere auch ihre Einheitssweater weg. Weg vom Einheitsbrei also. Genau das machten sie auch in musikalischer Hinsicht und machen es bis heute; wenngleich die Haare wieder kürzer wurden.
Wer sich fragt, was aus den Ex Mitgliedern von Extol und Lengsel wurde, well, here we go! Und zwar in Form von Mantric.

Doch nun mitten ins Album mit klingendem Namen False Negative, das mit Polyanna losgeht. Gekonnt gesette Synths, die die Melodie und den Gesang durch den gesamten Song tragen, heißen uns willkommen. John Mijaaland, Bassist und Sänger der Band hat leichtes Spiel mit mir, denn ich mag seine Klangfarbe sowohl im sanften als auch im wilden, schrillen. Während der Opener noch ausklingt, bin ich gespannt, was der zweite Song Itching Souls für mich bereit hält. Ein warmes Intro, bevor John ein Lächeln verlangt. …give me a smile,…give me a kiss that doesnt taste like strawberries… Die Bassline hält den gesamten Song über die Spannung und wieder ist es der Gesang inklusive Back Vocals, die mich mit der Hook voll abholen.

Wer bei Queen Fatigue eine müde Nummer erwartet, schneidet sich, denn gerade der Track überzeugt durch aggressives Riffing und treibende Drums gepaart mit alles andere als eingeschlafenem Gesang. Erst Norwegian Dastard lässt dem Hörer Zeit, etwas zu verschnaufen. Blame The Beggar widmet sich lyrisch wieder Themen der Selbstreflexion. Der Protagonist beklagt sich, nicht sein zu dürfen, wer er eigentlich ist. Wir sind gerade mal in der Mitte des Albums angekommen und ich kann Mantric definitiv in keine Schublade stecken mit anderen Bands, die dasselbe Genre bedienen. 

In der zweiten Hälfte des Albums offenbaren sich die Jungs um Mantric noch einmal mit außerordentlichen Songs, von denen ich euch besonders Dawn und The Towering Mountain empfehlen möchte. Besonders letzterer, den ihr HIER anhören könnt, hat es mir voll angetan. Eine breite Auswahl des Potpourri der Band zeigt sich, die weiter in den meiner Meinung nach stärksten Song des gesamten Albums Darling Demon gezogen wird. Hier werden alle Register gezogen und spätestens beim mehr als achtminütigen Closer wird der Sack zugemacht.


Fazit
Ich liebe die Virtuosität der Band dem Genre des progressiven Metal ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Unkonventionell zeigt sich eine große Bandbreite an musikalischer Erfahrung, die sich nicht so richtig eingrenzen lässt. Trotzdem verliert sich die Band nicht, sondern liefert mit jedem Track punktgenau ab. False Negative ist mir 8,5/10 wert.  

Line Up
John Mjaaland – Bass, Gesang
Tor Glidje – Gitarren, Gesang, Percussion
Ole Sveen – Gesang, Lead Gitarre,Violine, Mandoline, Squeezebox

Tracklist
01. Polyanna
02. Itching Soul 
03. Queen Fatigue 
04. Norwegian Dastard 
05. Blame the Beggar 
06. Dawn 
07. The Towering Mountain 
08. Every Day is Independence Day 
09. Darling Demon 
10. Starmonger 

Links:
Facebook Mantric

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