Evile – Hell Unleashed – Album Review

Evile – Hell Unleashed
Herkunft:
Vereinigtes Königreich
Release:
30.04.2021

Label: Napalm Records
Dauer:
41:00
Genre:
Thrash Metal


Evile-BandDie britische Thrash-Formation Evile meldet sich nach acht Jahren Albumpause mit Hell Unleashed zurück. Das neue Werk markiert zudem das Debüt des bisherigen Gitarristen OL Drake als Sänger, dafür greift nun Adam Smith von RipTide in die Saiten.

Die Combo gilt wegen ihres Sounds und ihre Live-Performances ja als Speerspitze der so genannten New Wave Of Thrash Metal. Thrash-Fans dürften also gespannt sein, wie sich die Line-Up-Wechsel und die lange Albumpause ausgewirkt haben.

Neues Line-Up, alte Tugenden

Der Opener Paralysed knüppelt gleich mal alle Sorgen nieder. Hier wird schneller Thrash mit Fuck It-Attitüde gespielt, so wie man’s von der Band gewohnt ist. Der Sound der gesamten Platte ist glasklar abgemischt, ohne überproduziert zu klingen. Für den Song Gore haben sich Evile den Komiker Brian Posehn als Background-Sänger ins Boot geholt, aber nicht nur deswegen zählt die Nummer zu den stärksten des Albums. Ein starkes Riff jagt hier das nächste, der Aufbau treibt jedem Oldschool-Thrasher Freudentränen ins Gesicht. Den Beweis findest du HIER.

OL Drake macht seinen Job am Mikrofon gut. Natürlich ist ein Sängerwechsel immer eine heikle Sache, die Stimme des einstigen Gitarristen aber untermauert die chaotisch-flotten Songs viel mehr, als sie zu übertönen. Kurz gesagt: Den Job am Mikro haben Evile sehr gut neu besetzt.

Als ob ein Rennwagen und ein Bulldozer ein Baby bekommen

Neben Vollgas hat die Band auch ein Gespür für langsamere, malmende Gitarrenriffs. Den Beweis gibt es zu Beginn von Incarcerated zu hören, der Song erinnert zunächst ein wenig an Seasons in the Abyss einer gewissen Big 4-Band. War of Attrition wiederum macht keine Gefangenen und dürfte live für wilde Moshpits sorgen.

Disorder schlägt in die selbe Kerbe, kommt aber aufgrund seiner kurzen Gitarrensolos etwas melodischer daher. The Thing (1982) spielt wieder stärker mit Tempowechseln zwischen groovigen Passagen und Thrash-Geknüppel, wodurch die Nummer ein weiteres Highlight der Scheibe ist.

Dieser Mix aus Vollgas und Handbremse zieht sich ohnehin wie ein roter Faden durch das Album und verhindert, dass beim Hören Monotonie entsteht. Der abschließende Titeltrack entlässt den Hörer dann erneut mit einem kräftigen Tritt in den Allerwertesten. Frei nach Helge Schneider: “Oh Thrasher, schüttel dein Haar für mich!” Das Video dazu findest du HIER.

Beim ersten Durchlauf der Platte bleibt zwar nicht all zu viel hängen, aber manche Platten wachsen einfach mit der Zeit und werden dabei immer besser. Hell Unleashed gehört da zweifelsohne dazu, denn das heftige Riffgewitter von Evile muss man erst einmal verarbeiten können. Aber es lohnt sich auf jeden Fall.


Fazit
Evile machen trotz Line-Up-Änderungen genau da weiter, wo sie aufgehört haben. Hell Unleashed ist eine Thrash-Granate erster Güteklasse und wird zukünftig für mächtig Zündstoff vor der Bühne sorgen. Dafür gibt’s 8,5 / 10.

Line Up
OL Drake – Gesang, Gitarre
Adam Smith – Gitarre
Joel Graham – Bass
Ben Carter – Schlagzeug

Tracklist
01. Paralysed
02. Gore (feat. Brian Posehn)
03. Incarcerated
04. War of Attrition
05. Disorder
06. The Thing (1982)
07. Zombie Apocalypse
08. Control from Above
09. Hell Unleashed

Links
Webseite Evile
Facebook Evile


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Septagon – We Only Die Once
Interview – Cidesphere, Nachgefragt bei Oral Akyol
Kolumne – Thrash Metal made in Austria

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 5 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen
fb-share-icon