Don Broco, Sleeping With Sirens – 06.03.2023, Arena, Wien – Live Review

Don Broco, Sleeping With Sirens
Veranstaltung: 06.03.2023, Arena Wien
Support: Ocean Grove
Herkunft: UK / USA / AUS
Ticket: —
Genre: Rock / Pop-Rock / Alternative Rock / Post-Hardcore


Konzerte in der Arena haben ja immer ihren ganz besonderen Charme. Dieses industrielle, fernab der noblen Innenstadt Klubs, lädt immer zum ausgelassenen Feiern ein. Hierbei haben Konzerte in der großen Halle trotz der größeren Besucherzahlen doch einen ganz innigen Vibe. So war es auch an diesem Abend. Die drei Bands haben dem Publikum ordentlich eingeheizt, hier kamen nicht nur Fans auf ihre Kosten. Der Sound entsprach leider nicht ganz den Erwartungen, hier hätte man sich einen besseren Pegel für die Vocals gewünscht. Die Instrumente waren dafür umso wuchtiger und man spürte sie mit jeder Zelle seines Körpers.

Ocean Grove eröffneten den Abend. Eine Band wie eine Zeitreise. Ihre Musik vereint gekonnt verschiedene Musikrichtungen; so konnte man sowohl Nu-Metal als auch Punk oder Grunge im Laufe des Konzerts erleben. Ihr Stil eine Hommage an die späten 1990er und frühen 2000er, kombiniert mit der sympathischen Lockerheit, für die Australier bekannt sind. Die Setlist war eine schöne Reise durch ihre musikalische Vielfalt. Sowohl der Gesang, bei dem auch die Rap-einlagen nicht fehlen durften, als auch die instrumentalen Parts, haben musikalisch gute gepasst und der Party noch weiter eingeheizt. Das Konzert war eine Reise durch ihre größten Hits. Der Reigen wurde von Superstar eröffnet, danach folgten weitere Klassiker, wie Junkies oder auch Cali Sun. Den Abschluss machte Sunny, ein gelungener Abschluss ihres Konzertes. 

Die zweite Band des Abends war Don Broco, eine Band aus Bredford (UK), die niemals den Trends folgt, viele Genres mischt und sich in keine Schublade stecken lässt. Man hat die Energie ab der ersten Sekunde gespürt. Die Setlist hatte einen sehr angenehmen Flow. Das Publikum wurde sofort abgeholt und während des ganzen Konzertes nicht mehr fallen gelassen. Gleich zu Beginn wurde mit Bruce Willis der Takt vorgegeben, es sollte eine Party werden, an die sich jeder gerne erinnert. Die Verbindung zwischen Rob Damiani, Sänger, und dem Publikum war spürbar und elektrisierend. Das merkte man auch durch die mehrmaligen Circle Pits, die spontan im Konzert entstanden. Ein besonderer Moment im Konzert war, als der Sänger im Publikum einen Fan entdeckte, der seinem Bruder ähnlich sah und daraufhin ihm gleich das ganze Konzert widmete. Simon Delaney, der Gitarrist der Band, war besonders vertieft in seine Musik. Man hat ihm richtig angemerkt, dass er liebt, was er machen darf. Hier muss man erwähnen, dass hier der Sound mit Abstand am besten war am Abend. Man konnte sich wunderbar auf den Gesang einlassen. Das kam noch besser zur Geltung, weil auch der Schlagzeuger der Band immer wieder seine Stimme strahlen ließ.

Den Abschluss machten Sleeping with Sirens, eine Post Hardcore Band aus den USA. Man merkte ihnen ab der ersten Sekunde, dass sie schon länger im Business sind. Bei Kellin Quinn war die Dankbarkeit sichtlich spürbar, als er sich beim Publikum bedankte, dass es auch in so einem kleinen Land fernab von Amerika Leute Ihre Musik lieben. Ein weiteres emotionales Highlight war der Moment, als ein Fan auf die Bühne kletterte und danach die Gelegenheit bekam, den Refrain gemeinsam mit dem Sänger zusammen zu performen. Das Publikum dankte mit einer ausgelassenen Stimmung und mehreren Moshpits, sowie Crowdsurfing. Hits, wie Leave it all Behind oder auch Agree to Disagree durften nicht fehlen. Mit Break me Down wurde der Abend direkt gut und laut gestartet. Leider hat man hier Anfangs vom Gesang fast gar nichts gehört, weil die Instrumente diese komplett übertönten. 

Hier möchte ich auch noch kurz die Security erwähnen, die vor der Bühne eine top Job gemacht hat. Unaufgeregt die Partywütigen im Blick gehabt, und sofort zur Stelle gewesen, wenn es nötig war. Abschließend kann man sagen, dass es ein sehr gelungener Abend mit sehr coolen und abwechslungsreichen Bands war. Auch wenn es abgedroschen klingen mag, aber die Arena wurde mal wieder mit einer Party musikalisch abgerissen.


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