Demise of the Crown – Life in the City – Album Review

Demise of the Crown – Life in the City
Herkunft:
Kanada
Release:
24.04.20
Label:
Eigenproduktion
Dauer:
43:42
Genre:
Modern Metal / Progressive Metal


Demise of the Crown BandfotoDemise of the Crown aus Montreal machen modernen Metal, der sich nur schwer einordnen lässt. Die Band nennt Nevermore, Avenged Sevenfold, Opeth, Pantera und Faith No More als große Einflüsse.

Ihr zweites Album namens Life in the City bewegt sich also irgendwo zwischen progressivem Modern Metal und melodischen Spielereien. Die Scheibe wurde in Eigenregie veröffentlicht. Dafür dröhnt die Musik überraschend gut arrangiert und klar aus den Boxen.

Der Opener Dying Heat stampft direkt drauflos und erinnert anfangs ein wenig an die Groove Metaller von Mnemic. Der Hang der Band zum Prog zeigt sich schnell, ohne dass die Combo sich in zu vertrackten Strukturen verliert. Das zweite Lied, Sparks Fly, lebt von Stakkato-Riffs und treibenden Schlagzeug-Beats. Über allem thront der abwechslungsreiche Gesang von Darren Beadman, ehe ein paar kurze Gitarrensolos den dichten Sound etwas auflockern. Unser erster Anspieltipp, zu dem du HIER ein Video findest.

Gatekeeper beginnt episch, bevor zwischen Blastbeats und Hard Rock Hymne hin- und hergewechselt wird. Eine ungewöhnliche Struktur, aber sie funktioniert. Der nächste Song namens My Mind is Free eröffnet mit groovigen Basslines, der Refrain hat fast schon Ohrwurm-Charakter. Das Tempo wird dabei immer wieder gewechselt, was die Nummer sehr kurzweilig macht.

Wild Life kommt in bester Oldschool Heavy Metal Manier daher, der hymnische Refrain und das flotte Haupt-Gitarrenriff stechen hervor. Als nächstes folgt mit The Immortal ein langsameres Stück mit coolem Groove und Dream Theater-Anleihen. Irgendwie schafft es die Band trotz Mitsing-Refrain, in der zweiten Hälfte einen Moshpit-Part einzubauen. Mein zweiter Anspieltipp, den du HIER hören kannst.

Glorious Life ist wieder etwas flotter. Sänger Darren Beadman lässt streckenweise seinen inneren Rob Halford auf uns los, während die Gitarrenfraktion abgehackte Riffs liefert. Gegen Ende bauen Demise of the Crown wieder mehr Melodie ein und halten so das Lied zusammen. The Rise & The Fall ist hingegen eine moderne Variante von Progressive Metal, die aber nicht wirklich im Gedächtnis bleibt.

Fixated erinnert an Nevermore, kombiniert mit amerikanischem Hard Rock und ein klein wenig Battle Beast. Der nächste Song, Lightning Strikes, macht mit 1980er Jahren Gitarrenparts und epischem Refrain gute Laune. Keine ganz große Nummer, aber auch alles andere als schlecht.

Das abschließende Life in the City kommt anfangs etwas progressiver daher und wandelt sich dann schnell in eine Oldschool-Hymne. Das erinnert kurzzeitig an Queensryche, aber auch hier lassen die ständigen Tempo- und Melodienwechsel einen konkreten Vergleich nur schwer zu. Ein guter Rausschmeißer mit Stakkatoriffs im Mittelteil und einem kurzen, aber guten Gitarrensolo.


Fazit
Demise of the Crown
verdienen viel mehr Beachtung. Der Stilmix auf Life in the City lebt vor allem von den vielen Tempowechseln, der groovigen Rhythmusfraktion und der Stimme von Sänger Darren Beadman. Aber auch die Gitarristen zeigen, dass sie von Stadionrock-Solos bis hin zu Riffgewittern alles draufhaben, was eine Metal-Band zum Durchbruch benötigt.
Der Spagat zwischen unterschiedlichen Stilrichtungen funktioniert fast perfekt. Hinzu kommt noch, dass die Band ihr Album ohne Hilfe eines Labels released hat. Das ist mir 9 / 10 wert.

Line Up
Darren Beadman – Gesang
Manuel Iradian – Gitarre
Vince B. Doiron – Gitarre
Simon B. Doiron – Bass
Kevin Alexander – Schlagzeug

Tracklist
01. Dying Heat
02. Sparks Fly
03. Gatekeeper
04. My Mind Is Free
05. Wild Life
06. The Immortal
07. Glorious Life
08. The Rise & The Fall
09. Fixated
10. Lightning Strikes
11. Life In The City

Links
Facebook Demise of the Crown
Bandcamp Demise of the Crown


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