Deep Space Mask – Nachgefragt bei Raymz – Interview

Vor kurzem hat Raymz, der Künstler hinter dem Ein-Mann-Projekt Deep Space Mask, sein zweites Album voller gelungener Doom- und Heavy Nummern veröffentlicht. Hat mich das Debüt von 2021 schon aufhorchen lassen, so war In Tenebris endgültig ein Grund mich mit dem Künstler über seine Entwicklung, Vorbilder und die Vor- und Nachteile der Soloarbeit zu unterhalten.

You can find the original Interview in English HERE.


Andreas (Soundmagnet.eu): Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen neuen Album. Das Feedback auf verschiedenen Social-Media-Seiten war durchweg positiv. Bist du zufrieden damit und hast du dieses Feedback erwartet?
Raymz (Deep Space Mask): Vielen Dank. Ja, das Feedback ist gut, was mich natürlich sehr freut, denn selbst wenn ich Alben zu meinem eigenen Vergnügen veröffentliche, ist es immer wieder erfreulich, dass Genrefreunde die Arbeit zu schätzen wissen.

Andreas: Ich war wirklich beeindruckt von deinem Debütalbum. Doch mit In Tenebris hast du dich noch einmal gesteigert. Die Songvielfalt und die Produktion haben einen Riesensprung gemacht. War es eine natürliche Entwicklung oder hattest du mehr Zeit und Ausrüstung, um es zu verwirklichen?
Raymz: Ich habe viel an meinem Equipment zwischen den beiden Alben verändert, zum Beispiel neue Orange & Marshall-Verstärker mit alten Fuzz-Pedalen. Um ehrlich zu sein, das erste Album sollte nicht endgültig veröffentlicht werden, es war eher eine Demo, um mein neues Projekt bekannt zu machen.
Jetzt bin ich auch erfahrener in den Aufnahmetechniken und da ich alles zu Hause einspiele, habe ich alle Zeit der Welt. Dadurch ist das Ergebnis zwar viel besser, aber warte auf das nächste Material, dass ich schon aufgenommen habe… 🙂 Ich benutze dieses Mal ein neues Snare Drum – das killt!!! Was die Vielfalt der Songs angeht, ich mag den alles zermalmenden Doom genauso wie sehr schnellen Metal. Es macht mir nichts aus, von einem St. Vitus Album zur ersten Bathory Scheibe zu wechseln. Das muss man in meinen Kompositionen unbedingt spüren.

Es fällt mir schwer, anderen Menschen zu vertrauen und das ist einer meiner großen Fehler.

Andreas: Du bist ein Ein-Mann-Projekt. Ist es ein Segen, dass sich niemand einmischt oder eher eine Belastung, alles selbst machen zu müssen?
Raymz: Ein bisschen von beidem, denn selbst wenn ich alle Instrumente beherrsche, kann es manchmal auch sehr nützlich sein, ein offenes Ohr zu finden. Aber mein Problem ist, dass ich gerne alles kontrolliere. Es fällt mir schwer, anderen Menschen zu vertrauen und das ist einer meiner großen Fehler. Aber wenn man das gewünschte Ergebnis alleine erzielt, dann hat es sich gelohnt. Das bedeutet, wenn du mir anbietest, mit Lee Dorian zu arbeiten, würde ich auf seine Ratschläge hören!!!

Andreas: Viele Bands wollen gerne einen Vertrag mit einem Label oder Vertrieb. Du bist zu Argonauta Records gewechselt. Hast du dich dort mit Demos beworben oder sind sie auf dich aufmerksam geworden?
Raymz: Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Plattenlabel des ersten Albums schickte ich einfach Argonauta Records einen Titel von In Tenebris und mein erstes Album und der Deal war ganz einfach abgeschlossen. Ich denke Argonauta Records ist das beste Label für meine Musik.

Ich habe mich um alles gekümmert, von der Komposition bis zum finalen Mastering.

Andreas: Du warst früher in der Band Fiinky Pie und hast dort sicherlich viele Erfahrungen gesammelt. Trotzdem ist es eine große Leistung ein Album alleine aufzunehmen und zu produzieren. Hattest du Hilfe von außen?
Raymz: Nein, es gab keine Hilfe von außen. Ich habe mich um alles gekümmert, von der Komposition bis zum finalen Mastering. Ich habe stundenlang aufgenommen, was schon zu Zeiten von Fiinky Pie der Fall war, eine Band bei der ich schon damals alle Instrumente im Studio aufgenommen habe. Aber wie ich schon sagte, es gibt ein paar Künstler, mit denen ich wirklich gerne zusammenarbeiten würde, viele meiner Idole, obwohl ich natürlich weiß, dass es wahrscheinlich nie passieren wird.

Andreas: Wie schon bei Fiinky Pie ist dein Gesang mal mehr, mal weniger elektronisch verfremdet. Als ich es zum ersten Mal hörte, musste ich mich doch daran gewöhnen. Ist das dein Stil oder eine Hommage an modernen Metal?
Raymz: Es mag tatsächlich etwas ungewohnt klingen, aber wenn ich es mir so anhöre, denke ich, dass es sehr gut zu dem Musikstil passt, den ich spiele. Ein anderer Grund ist, wenn ich die Stimme von Dio oder Halford hätte, würde das Problem sicherlich nicht auftreten. Der Effekt macht nicht nur das Ganze dunkler, sondern macht auch meine Stimme kräftiger.

Vielleicht wird die Stimmung des zukünftigen Albums düsterer sein, wegen meiner echten Begeisterung für dunkle Musik der 80er und 90er Jahre.

Andreas: Ich habe auf deinem Debüt Riffs von Tony Iommi gehört und es gibt eine Coverversion von Kiss auf dem aktuellen Album. Welche Bands sind deine Einflüsse und welche weiteren Entwicklungen können wir erwarten?
Raymz: Black Sabbath und Kiss sind in der Tat meine Favoriten, aber ich bringe auch Trouble, Candlemass, Pentagram in dem Stil, den ich spiele mit ein. Ich höre auch viel extremeres Zeug, ich verehre die gesamte Black Metal Welle der frühen 1990er Jahre, traditionellen Heavy Metal wie Judas Priest, Mercyful Fate, Iron Maiden und Saxon, sowie puren Hardrock und da allen voran den von Motörhead und AC/DC. Vielleicht wird die Stimmung des zukünftigen Albums düsterer sein, wegen meiner echten Begeisterung für dunkle Musik der 80er und 90er Jahre.

Andreas: Meine Highlights auf In Tenebris sind das stampfende Dark Light, Slave und der heavy Track Into The Unknown. Hast du auch persönliche Favoriten oder bist du am Ende der Produktion mit allem zufrieden?
Raymz: Das sind auch meine drei Favoriten, aber insbesondere mag ich Into The Unknown. Aber ich liebe alle Songs, sie haben alle ihre eigene Persönlichkeit und es hat mir viel Spaß gemacht, sie alle zu kreieren und aufzunehmen.

Deep Space Mask ist und bleibt ein Studioprojekt.

Andreas: Siehst du dich als Ein-Mann-Studioprojekt oder wirst du deine Alben eines Tages live präsentieren?
Raymz: Nein, Deep Space Mask ist und bleibt ein Studioprojekt. Ich habe viel mit meinen vorherigen Bands live gespielt und es hat mir Spaß gemacht, aber jetzt schließe ich mich nur noch im Studio ein und arbeite an meinen verschiedenen Projekten.

Andreas: Gib Sie uns einen Ausblick auf die Zukunft von Deep Space Mask. Arbeitest du bereits an neuen Songs und werden diese eher in Richtung Doom oder schnelle, moderne Nummern gehen?Raymz: Ja, sicher ist, dass es ein drittes Album geben wird, denn ich habe bereits angefangen bestimmte Stücke zu komponieren und aufzunehmen. Einige sind noch härter und langsamer, andere sind viel schneller als auf In Tenebris. In jedem Fall wird es Heavy Metal des alten Stils bleiben. Doch bis es soweit ist werde ich in der Zwischenzeit eine EP eines sehr roh klingenden Black-Metal-Projekts veröffentlichen.


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