Dark Fortress – Spectres From The Old World – Album Review

Dark Fortress – Spectres from the old World
Herkunft:
Deutschland
Release:
28.02.20
Label:
Century Media
Dauer:
58:12
Genre:
(Symphonic) Black Metal


Nachdem ich meine zugegebenermaßen erst relativ kurz andauernde Karriere als Black Metal Hörerin mit keiner geringeren Band als den echten Batushka des Mastermind Krzysztof Drabikowski begann, gehe ich davon aus, dass es viele nachkommenden Black Metal Bands schwer haben werden, meine Aufmerksamkeit über ein Intro hinaus zu halten. Für die Weintrinker unter euch, die dem Black Metal eher wenig zugetan sind; mit Batushka eine Hörerkarriere zu beginnen gestaltet sich ähnlich, wie mit einem guten Barolo das Degustieren anzufangen. Jeder unmittelbar folgende Wein wird es schwer haben. Doch Dark Fortress sind ebenfalls ein sehr gutes Tröpfchen in der Black Metal Szene und wenn ich schon bei den Metaphern bin: Dark Fortress sind so etwas wie der Petrus verglichen zum Barolo. Anders, jedoch in derselben Klasse spielend. 

Doch weg von meinen metaphorischen Spielereien und mitten rein in Spectres From The Old World der aus Bayern stammenden Band. Die fünfköpfige Combo ist keineswegs neu im Business, wurde die Band doch bereits 1994 gegründet. Mit dem nun kommenden Album wird bereits das neunte Biest auf die Welt losgelassen und wenn ich mir bereits veröffentlichte Alben zum Einstimmen anhöre, erkenne ich einen gewissen Dark Fortress Sound. Allesamt brechen aggressiv nach vorne, scharf wie eine Klinge.

Den Beginn des Konzeptalbums macht Nascence, das quasi nahtlos in Coalescence übergeht und zu einem einzigen Song verschmilzt. Ein Riff jagt das nächste und es baut sich eine regelrechte Soundwall auf. Wenn das ganze Album hält, was dieser Song verspricht, wird es eine Punktlandung in der Wertung geben. 
Weiter geht es mit The Spider In The Web, das in der gesamten Spielzeit von mehr als fünf Minuten genau so wie der Vorgänger Song präzise und glatt aus den Lautsprechern klingt. Ich liebe diese Kohärenz der brutalen Passagen abwechselnd mit den ruhigen Parts, die eine schöne Symbiose eingehen. Mit dem Titelsong Spectres From The Old World haben mich Dark Fortress endgültig auf ihrer Seite. Vor allem die progressiven Anteile des Songs liebe ich. Dass ich jedes einzelne Wort des growlenden Gesanges von Morean verstehen kann ist wohl nicht meinem geschulten Black Metal Ohr zu schulden, sondern der Umsetzung. 
Pali Aike lässt mir endlich etwas Luft zum Atmen und bringt mich mit guten Arrangements in Laune bei Pazuzu lauter zu drehen. Isa lässt mir zumindest während des Intro Zeit ein wenig das Konzept des Albums zu Gemüte zu führen, doch mittendrin hat der Song schon wieder meine beiden Ohren bei sich, denn den cleanen Background mag ich da besonders. Gerade bei den Songs Pulling Threads und Swan Song sind es die punktuell gesetzten Blastbeats, die mir ein leises Woooaahh entlocken, während das Album mit Nox Irae wörtlich in die Nacht verabschiedet.


Mein Fazit: 
Das ganze Album über fesselt mich die symphonische Atmosphäre, die mich durch die Keyboards ein wenig an Dimmu Borgir erinnert, jedoch einen offensichtlich eigenen Stil hat. Verglichen mit den bisherigen Alben, die ich im Schnelldurchlauf hörte um mir ein Bild zu machen, hat sich die Band auch hier wieder weiter entwickelt und sich bis zu einem bestimmten Moment neu erfunden; jedoch behalten alle Songs ihre für Dark Fortress typische Grund Aggressivität. Die Produktion ist druckvoll, jedoch an keinem Punkt zu glatt. Vielseitig und progressiv fesselt das Album auch Hörer, die nicht nur Black Metal hören. Von mir gibt es hier glatte 8,5/10.

Line Up
Morean – Gesang
V. Santura – Gitarren
Asvargr – Gitarren
Seraph – Drums
Phenex – Keyboards

Tracklist
Nascence (Intro) 
Coalescence 
The Spider in the Web 
Spectres from the Old World 
Pali Aike 
Pazuzu 
Isa 
Pulling At Threads 
In Deepest Time 
Penrose Procession (Interlude) 
Swan Song 
Nox Irae

Links:
Webseite Dark Fortress
Facebook Dark Fortress

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