Think of A New Kind (T.A.N.K.) – Ideals Will Remain – Album Review

Think of A New Kind (T.A.N.K.) – Ideals Will Remain
Herkunft:
Paris, Frankreich
Release:
28.02.2020
Label: Verycords
Dauer:
41:50
Genre:
Melodic Thrash Death Metal


Na was schneit denn da noch spontan in meinen Postkasten? Ein Melodic Thrash Death Metal Konzeptalbum zwischen post-apokalyptischem Science-Fiction und Pop-Kultur? Ganz im Sinne von Comics wie Fahrenheit 451, Batman oder Mad Max? Auf ihrer Website nennen die Mitglieder ihre Lieblings-Games? Na, das ist doch etwas für mich! Es geht um Think of A New Kind, kurz T.A.N.K., mit ihrem vierten Album Ideals Will Remain, das die Fünfertruppe aus Frankreich am 28. Februar via Verycords veröffentlicht.

Die Band blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. 2007 in Frankreich gegründet, brachten sie auch gleich ihre erste EP raus. Bereits 2009 konnten sie auf Wacken die Menge begeistern. Es folgten drei Alben. (The Burden of Will – 2010; Spasms of Upheaval – 2012; Symbiosis – 2015). Für Ideals Will Remain ließen sie sich nun etwas mehr Zeit und liefern damit nicht nur was für die Ohren, sondern auch fürs Auge. Ich meine damit jetzt nicht die Bandmitglieder selbst, obwohl sie sicher problemlos für Schwärmereien bei Fans sorgen könnten. Gemeint ist das groß angelegte Konzept hinter dem Album, dass mit cineastischen Videos und sogar einem Comic auffährt.

Zum Album: Mit Anima wird bereits eine dunkle Grundstimmung geschaffen. Vorsichtig leitet das Intro den Hörer ein um nach kurzer Zeit schon mit harten Riffs und tiefem Growling zu zeigen, was einen die nächsten 40 Minuten erwartet. Der Titel bleibt jedoch verhalten. Erst bei Last Days of Deception beginnt T.A.N.K. richtig loszulegen. Schnell und thrashig. Der Gesang tief growlend und immer wieder mit Klargesang im Hintergrund untermalt. Im Refrain kommt ein melodischer Klang dazu. Es ist diese Mischung, welchen diesen und die kommenden Songs richtig interessant macht. Es folgt die Singleauskopplung The Pledge. Das schnelle Spiel und der tiefe Klang lassen mich zuweilen an eine Mischung aus Slipknot und Illdisposed denken. Amerikanischer Metal gepaart mit skandinavischem Death Metal. Es ist stimmig. Und es macht ordentlich Druck.  Die folgenden Songs Shadow Hill und The Phantom beginnen beide zunächst sehr melodisch. Doch nur solang, bis die Double-Bass wieder für ordentlich Tempo sorgt. Die Grundstruktur der Songs bleibt in sich treu, dennoch schaffen es T.A.N.K. mit kleinen Details die Songs individuell zu halten und fangen den Hörer damit gut ein. Sei es der immer wieder clever eingespielte Klargesang, melodische Solis – mal verzerrt, mal klar – oder leichte Tempiwechsel.

Eine kurze Atempause bietet das Interlude EVE. Das mächtige EVE, das im Rahmen des Comics, in einer Welt, die nach dem „Fall“ zugrunde gegangen ist und der Wiederaufbau durch korrupte Regierungen, Firmen und Extremisten verhindert wird, wohl das Heil allen Übels. Eine interessante Geschichte um das Album herum. Aber kommen wir mit Survivance zurück zum Wesentlichen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn T.A.N.K. hält das Tempo und die düstere Atmosphäre des Albums aufrecht. Melodisch hat dieser Titel durch seinen grandiosen Refrain und das klasse Solo echt das Potenzial zu einem Lieblings-Song. Auch Dead End’s Night und Pyro Ent geben zum Abschluss nochmal ordentlich Gas, hinterlassen ihre individuellen Spuren, wenngleich sie sich nicht aus dem Rahmen des Genres bewegen.

Fast schon ungewohnt ruhig und melancholisch wird es schließlich im letzten Titel The Essence. Klare Gitarren-Akkorde und ruhiger Gesang leiten den Titel ein. Eine willkommene Abwechslung, die auch keinen Bruch darstellt, sondern sich sehr gut ins Gesamtbild einfügt. Eine lange Pause lässt die Band einem jedoch nicht und schließt das Album mit einem harten, aber äußerst klangvollen Song ab.


Fazit:
Wer glaubt, aus Frankreich käme nur verliebtes Gesäusel à la Alizée, der wird mit Think of A New Kind definitiv eines Besseren belehrt. Ideals Will Remain gibt richtig Vollgas und hat mich sehr überrascht. Der Mix aus US-Metal und skandinavischen Einflüssen klappt dabei sehr gut. Eine interessante Geschichte rund um das Album herum rundet die Platte ab und bietet einen deutlichen Mehrwert. Für jeden Fan von Comics und Pop-Kultur einen Blick wert. Aber besonders musikalisch können sie überzeugen und ich gebe eine klare Empfehlung dort reinzuhören, wenn man auf schnelle, harte Riffs gepaart mit melodischen Solis und grölendem Gesang im Stile von Illdisposed oder Dirtfedd steht. Von mir 9/10!


Line Up
Raf Pener – Gesang
Nils Courbaron – Gitarre
Clément Rouxel – Drums
Oliver D’Aries – Bass
Thomas Moreau – Gitarre

Tracklist
01 – Anima (1:55)
02 – Last Days Of Deception (4:38)
03 – The Pledge (4:31)
04 – Shadow Hill (5:28)
05 – The Phantom (5:20)
06 – EVE (1:28)
07 – Survivance (3:48)
08 – Dead End’s Night (3:58)
09 – Pyro Ent (3:38)
10 – The Essence (7:05)

Links:
Webseite T.A.N.K.
Facebook T.A.N.K.
Instagram T.A.N.K.

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