Blutbad – Alcohodyssey – Album Review

Blutbad – Alcohodyssey
Herkunft: Arzignano / Italien
Release:
31.01.2020
Label:
Argonauta Records
Dauer:
34:57
Genre:
Stoner Rock ’n’ Roll


Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…

Nun, Italien ist nun wirklich nicht so weit entfernt und wir blicken dem Release eigentlich eher entgegen, doch passender kann man die Platte der vier Hopfenjäger kaum einleiten.

Am 31. Januar 2020 erscheint das Debüt-Album Alcohodyssey der Heavy Groove und Stoner Rocker Blutbad. Nachdem sie bereits 2017 ihre kurzweilige EP Extrarock veröffentlichten (das in voller Länger auf deren Youtube-Channel zu hören ist), nahm Argonauta Records die vier Italiener unter Vertrag und bringen uns nun in den Genuss dieses heftigen Werks auf CD und als digitaler Download.

Mit Lost in Space beginnt das Album mit einem Intro, dass gefühlt das comichafte Artwork des Covers aufleben lässt und dem Hörer die Band in bester Trash-Space-Novela-Manier vorstellt. Fast bildlich hat man die Comicfiguren vor Augen, wie sie in ihrem Blechraumschiff durch die Galaxy steuern. Dieses Bild vor Augen führt dann Alcohodyssey Part 1 (The space adventures of the Hopshunters) gekonnt fort. Wird man anfangs noch sanft von den zunächst leisen, aber schnellen Drums abgeholt, folgt darauf ein harter Tritt, als Gitarre und Gesang einsetzen. Blutbad sind schnell, laut und machen ordentlich Spaß. Dabei erinnern sie zunächst stark an Motörhead, besitzen aber durchaus ihren eigenen Klang. Und wenn wir schon beim Thema Trash sind, sollte an dieser Stelle nicht das Video zu diesem Song unerwähnt bleiben: Die Hopfenjäger in ihrem Dosenbierraumschiff auf dem Weg durch die Galaxy und ihre letztliche Flucht durch das Pussywormhole. Göttlich!

Zurück zum Album. Mit Die Alone folgt der erste Song, der zum Mitgröhlen aufruft. Der schnelle Rock’n’Roll Beat treibt dabei ordentlich voran. Klanglich bleibt Blutbad dabei auf einer Linie. Eines meiner persönlichen Lieblinge dieser Scheibe ist das anschließende Sunday of living Dead. Es rockt wie die Titel zuvor. Gesang und Gitarre erinnern mich an Murderdolls und das passt an dieser Stelle ziemlich gut rein. Space Tramps kommt schließlich erzählerisch in den Strophen daher, was etwas an Tenacious D denken lässt, geht dann aber in gewohnter Härte im Refrain über, bevor es mit I want to believe in ein nettes Interlude und somit eine kleine Verschnaufpause geht.
Die zweite Hälfte beginnt mit Alcohodyssey Part 2 (The great escape from Bikini Planet) und allein vom Titel her wünsche ich mir ein ähnlich trashiges Video wie zu Part 1. Hier ist der Rock’n’Roll in der Musik nochmal deutlich zu spüren und die Tempiwechsel sorgen für einen lebendigen Song. Überhaupt ist Blutbad, trotz des harten Klangs und der oft gebrüllten Lyrics, sehr abwechslungsreich und lässt kaum Platz für Langeweile. Das zeigt sich auch im folgenden Steam Road.

Richtig nerdig und damit so gut passend zum Konzept des Albums wird es dann mit Interstellaris 0042. In einem Clip aus der Star Trek Folge Amok Time (Season 1, Ep. 2 – von 1967) leitet Mister Spock mit I killed my captain… and my friend den basslastigen und vergleichsweise ruhigen Song ein. Wobei ruhig in ganz dicke Anführungszeichen zu setzen ist. Ebenfalls eines meiner persönlichen Highlights des Albums. Etwas düsterer, mit einem wundervollen Drumgewitter leitet Flash Goldon das Album langsam aus, bei welchem Niko von Own Paw Thee die gesangliche Unterstützung bietet. Hier ist besonders das Zusammenspiel von Tonin und Bello hervorzuheben, die im Zusammenspiel aus Drums und E-Gitarre einen wunderbar atmosphärischen Klang schaffen. Auch wenn dieser Song ebenfalls etwas ruhiger daherkommt, zwingt er einen mitzugehen. Abschließend beendet das Outro Arcade Mode das Album und greift die Space-Thematik gemischt mit verstaubtem Spielhallenflair nochmals auf. An dieser Stelle von mir allerdings eine kleine Kopfhörer-Warnung zu Beginn des Titels.


Mein Fazit:
Ich hab’s schon geschrieben: Blutbad sind schnell, laut und machen ordentlich Spaß. Sicherlich kein Album, dass man zum intellektuellen Ausklang des Abends genießt, sondern vielmehr zur exzessiven Party auflegen muss. Jedem Fan von Motörhead und allem in diese Richtung kann ich die Alcohodyssey nur wärmstens empfehlen. Aber auch für jeden anderen Metal-Liebhaber ist die Platte einen Blick wert. Meine Urteil: 9,5/10

9,5

Line Up
Tomi Versetti – Gesang
Manu Il Bello – Gitarre / Gesang
Michael Deon – Bass
Davide Tonin – Drums

Tracklist
01 – Lost in Space (ft. Kristallo)
02 – Alcohodyssey pt.1 (The space adventures of the hopshunters)
03 – Die Alone
04 – Sunday of living Dead
05 – Space Tramps
06 – I want to believe
07 – Alcohodyssey pt.2 (The great escape from Bikini Planet)
08 – Steam Road
09 – Interstellaris 0042
10 – Flash Goldon (ft. Niko / Own Paw Thee Die)
11 – Arcade Mode (ft. Kristallo)

Links:
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Facebook Blutbad
Instagram Blutbad
YouTube Blutbad

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