Before & Apace – The Denisovan – Album Review

Before & Apace – The Denisovan
Herkunft:
Kanada
Release:
11.05.2021
Label:
Eigenverlag

Dauer: 52:04
Genre: Progressive Metal


Manch Ding will halt Weile haben, ganz unabhängig davon, welche Qualität am Ende herauskommt. Der Mastermind von Before & Apace, Devin Martyniuk, sammelte über einen Zeitraum von über 15 Jahren Songideen und formte sie im Laufe der Zeit zu fertigen Stücken, die nun in Form des Erstlings The Denisovan an die interessierte Hörerschaft gebracht wird. Neben der digitalen Variante wird es eine streng limitierte CD Fassung geben.

Dem studierten und lehrenden Mathematiker Martyniuk liegt technischer Prog Metal ganz im Stil von Meshuggah, Tool oder The Mars Volta nahe.

Vier lange Epen jenseits der zehn Minuten Grenze entführen den Hörer in eine Welt voller brettharter krummtaktiger Rhythmen, teilweise hypnotischer Gitarrenlinien und einem Gesang, der irgendwo zwischen den brutalen Growls eines Jens Kidman und den unterschwellig bedrohlichen Gesangseinlagen eines Maynard James Keenan tummelt.

Vier lange Epen

Der erste Track, Zeno, beschäftigt sich textlich mit den Paradoxien des Zenon von Elea. Es stellt den vergeblichen Versuch des Archilles dar, die Schildkröte trotz ihrer Langsamkeit einzuholen. Musikalisch wird das ganze unter anderem durch wechselnde Tempi und zeitweise brachiale Vokaleinsätze sehr anschaulich dargestellt.

Dem limbischen System widmet sich Limbics, einer der härtesten und stringentesten Tracks auf dieser Platte. Der exhahltierte Gesang harmoniert sehr gut mit dem zwischen Mathcore und Ambient Metal mäandernden Klanggefüge.

Eines der Hauptstücke ist Ontogeny, HIER das Video dazu. Es nimmt direkten Bezug auf Theorien des deutschen Zoologen Ernst Haeckel und thematisiert wie der einzelne Mensch seinen Makrokosmos für sich formt und in Beziehung zu seiner Umfeld steht. Seinen Ursprung erfährt dieses Stück aus der persönlichen Biographie von Martyniuk und der Hörer wird mit einem abwechslungsreichen Technical Progressive Metal Song belohnt, der trotz seiner Länge zu keiner Sekunde langweilig wird.

Technisch und trotzdem persönlich

Der mit fast 20 Minuten längste Einzelsong Simultanagnosia ist der persönlichste Song von The Denisovan und nimmt dabei direkten Bezug auf seine eigene Biographie. Er thematisiert dabei die Balance zwischen der physischen, der mentalen, und dem spirituellen Elementen einer Persönlichkeit, um gesundheitlich im Gleichgewicht zu bleiben. Um genau diese drei Bestandteile wird eine mehrteilige Suite um ein zentrales Motiv gestrickt. Konzeptionell gibt es im Vergleich zu den drei vorherigen Songs zwar nichts neues zu vermelden, überzeugt das Miniepos durch die Härte und seine Abwechslung.


Fazit
Mit The Denisovan schaffen Before & Apace eine technisch überzeugende Prog Metal Scheibe, die im Kleingedruckten durchaus Emotionales und persönliche Themen behandelt. Fans von intelligentem Technical Prog Metal mit zahlreichen philosophischen Bezügen sollten unbedingt reinhören. 8 / 10


Line Up
Devin Martyniuk – Gitarre, Gesang
Kaylon Disiewich – Bass, Taurus Pedale
Bryce Holcomb – Gesang, Gitarre

Tracklist
01. Zeno
02. Limbics
03. Ontogeny
04. Simultanagnosia

Links
Facebook Before & Apace
Bandcamp Before & Apace


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