Atrocity – Okkult III – Album Review

Atrocity – Okkult III – Album Review
Herkunft:
Deutschland
Release:
20.01.2023
Label: Massacre Records
Dauer:
40:25 – LP / 01:30:50 – 2CD
Genre:
Death Metal


Foto Credit: Stefan Heilemann

Wenn Bands für einen auf einmal aus der Versenkung auftauchen und der erglimmende Funke zur Flamme wird, dann hat eine alte Band meiner Meinung nach alles richtig gemacht.
So erging es mir mit Moonspell, so erging es mir 2018 mit Atrocity und ihrem mächtigen Okkult II. Fünf Jahre später erscheint jetzt der Abschluss der Okkult Trilogie. Nach dem Abgang von Langzeit Gitarrist Thorsten Bauer war ich gespannt, ob die Band nochmal eine Schüppe drauf packen und den Dreier mit einem Highlight abschließen können. Ich wurde mehr als überrascht, der Funke entfachte sich zu einem großen Lagerfeuer. Atrocity sind endlich da zurück, wo sie einmal bei mir waren! 

Wie Phoenix aus der Asche

Mit Okkult III kehrt der Todesblei zurück zur Band. War schon der zweite Teil der Reihe eine Rückbesinnung zur ganz alten Stärke, so ist dieses Album nochmal ein Blick zurück zur Hallucinations-, Todessehnsucht-Ära der Band: Also komplett zu ihrem Ursprung.

Death Metal Dampframmen wie Fire Ignites und dem göttlich, groovigen Born to Kill spiegeln die immerwährende Spielfreude der Band wieder. Alex Krull röchelt und grunzt sich so meisterlich durch die Songs, dass es mir eine Freude ist.  

Aus Neu mach Alt und einmal zurück

Ich mag das Zusammenspiel der alten und neuen Tugenden der Jungs. Die gespenstischen Soundeffekte von Katie Halliday umgarnen die Songs mit einer unbehaglichen Atmosphäre, welche besonders in den Songs Descreation Of God und Malicious Sukkubus zum Ausdruck gebracht werden. Selten wird die Geschwindigkeit gedrosselt und die furiosen Riffs laden fleißig zum Kopf schütteln ein. In meinem Fall rotiert natürlich der kahle Kopf. Es ist wirklich schwierig nach einer Made im Speck zu suchen, weil das Album keinen wirklichen Hänger an.  

Death´till death

Die Spielzeit von knapp 40 Minuten kommt einem sehr kurz vor, weil es auch außergewöhnliche Death Metal Songs wie Cypka besitzt. Ein Song über einen polnischen Serienkiller, mit Sprech-Sequenzen und einem prägnanten, messerscharfen Riff. Apropos Riffs, die Gitarrenfraktion muss hier definitiv einen Orden und einen Doktor für schweinemäßig viel Groove bekommen.

Darüber hinaus ist der Sound, der im heimischen Alex Krull-Mastersound Studio zusammengezimmert wurde, erste Sahne. Um es genau so beschreiben, besitzt in den ganzen harten Stück die gewisse Dreckigkeit und in den Stücken mit mehr Atmosphäre eine saubere Klarheit. Dieser Feinschliff ist für mich ein großer Pluspunkt.


Fazit
Okkult III ist das krönende Ende einer überragenden Trilogie. Atrocity haben ein astreines, grooviges Old-School Death Metal Album mit modernen Einflüssen abgeliefert und haben mich sozusagen zurückerobert. Ich lege sogar noch einen obendrauf: Dieses Album gehört mich in die obere Riege Ihres Schaffens. 2023 fängt für Alex und Co. gut an, sie haben sich eine 9 / 10 verdient. 

Line Up
Alexander Krull – Gesang
Micki Richter – Gitarren
Luc Gebhardt – Gitarren
Andre Nasso – Bass
Joris Nijenhuis – Schlagzeug

Tracklist
01. Desecration Of God
02. Fire Ignites
03. Born To Kill
04. Bleeding For Blasphemy
05. Priest Of Plague
06. Malicious Sukkubus (feat. Elina Siirala & Zoë Marie Federoff)
07. Lycanthropia
08. Faces From Beyond
09. Cypka
10. Teufelsmarsch (feat. Robse Dahn & Misstiq)

Links
Webseite Atrocity
Facebook Atrocity
Instagram Atrocity



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