Amorphis – 30th Anniversary – Live (Stream-)Review / Stream 1 USA, 03.06.20 – Stream 2 EU, 04.06.20

Amorphis – 30th Anniversary – Stream From The Northside
Stream 1 USA, 03.06.20 – Stream 2 EU, 04.06.20
Herkunft:
Helsinki / Finnland
Plattform:
SemiLive
Ticket: je 8,50 – Supporter Ticket 18,50
Genre:
Melodic Death / Progressive Metal


Foto Credit: Lars Johnson

Während wir dieses Jahr alle aus bekannten Gründen am Besuch von Livekonzerten gehindert sind, hat eine, meiner Meinung nach, besten Bands aller Zeiten, ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Anlässlich des Geburtstages der Band haben Amorphis zwei Live-Stream Shows gespielt. Die erste war für die Menschen in Amerika und die zweite für die europäischen Fans der Band. Dabei war im Voraus mit unterschiedlichen Setlists geworben wurden, was mir natürlich keine Wahl ließ, mir beide Streams zu kaufen.

Stream 1, Donnerstag 02.00 Uhr (MET)
Berufsbedingt habe ich es leider nicht geschaut, mir das erste Set live anzuschauen, aber Satan sei dank, sind die Sets 48 Stunden nach Ende noch on demand verfügbar gewesen.
In das Set zur Prime Time der amerikanischen Fans startete Amorphis mit dem längeren Live Intro zu The Bee und Heart Of The Giant. Im Vergleich zu Streams von Bands wie Necrophobic oder Imperial Age stand die Band nicht wie auf einer normalen Konzertbühne, sondern war im Kreis aufgestellt. Ich finde das lässt den Gig in der jetzigen Situation natürlicher wirken. So war die ganze Band nur komplett  zu sehen, wenn die Kamera auf dem Oberrang verwendet wurde. Weitere Kameras waren unter anderem im inneren des Kreises oder seitlich von den Klaviertasten oder schräg von links hinten vom Schlagzeug angebracht. Das Set wurde mit den zwei Songs Sacrifice und The Four Wise Ones aus der vorletzten Scheibe Under The Red Cloud fortgesetzt. Nach vier moderneren Titel wurde es dann Zeit um etwas mehr in die Klassiker zu gehen: Nach der zu erwartenden und sehr starken Silver Bride ertönte das  Intro Karelia aus dem 1992er Debüt The Karelian Isthmus. Ich hatte zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr auf dem Schirm, dass Sign From The North Side in letzter Zeit wieder im Set der Finnen war. Der Melodic-Death Metal der Anfangszeit stand musikalisch schon im Kontrast zu den moderneren Stücken, hat mich aber überhaupt nicht gestört. Bei den Nummern aus dem letzten Jahrhundert blieb man auch und schob  Into Hiding und Drowned Mind nach. Bei ersterem gab es auch ein paar Growlpassagen von Tomi Koivusaari, was den Retrofaktor verstärkt hat. Zweiterer hat sich einfach vom Refrain so brutal eingebrannt, dass ich selbst anderthalb Sets danach und einer Nacht später auf Arbeit den Ohrwurm nicht losbekommen habe. Zum Glück war er von einer guten Band. Mit On Rich And Poor kam auch noch ein Stück aus der Elegy.  Die alten Stücke gefallen mir mit der Gesangsinterpretation von Tomi Joutsen sehr gut, besonders weil er in den cleanen Passagen den Stücken noch eine andere Note verpasst.
Im Anschluss bekamen wir nach Sampo und Bad Blood Tomi Joutsen als Entertainer, der insgesamt probierte sich etwas Feedback auf seine Ansagen von seinen Mitstreitern zu holen. Natürlich durfte ein Bassistenwitz nicht fehlen. Es folgten mit Silent Waters, Wrong Direction und House Of Sleep drei sehr clean lastige Stücke. Ich mag alle drei sehr, auch wenn ich die Live-Version von House Of Sleep mit Marko Hielta auf der 2015er Tour mit Nightwish und Arch Enemy noch einen Ticken besser fand. Nach 75 Minuten wurde es dann leider schon Zeit für den Abschluss des Sets. Dafür hat man mit Black Winter Day einen der bekanntesten Songs der Band gewählt. Es war aus meiner Sicht eine gute Wahl um vielleicht den ein oder anderen zu einem Ticketkauf für den zweiten Stream zu bewegen. Gegen Ende des Sets fand ich es schön, wie es im Hintergrund in Helsinki einfach immer Heller wurde. Einfach mal das Gegenteil zum normalen Gig.

Stream 2; Donnerstag 20.00 (MET)
Das zweite Set konnte ich dann live schauen und es ging wieder mit The Bee los. Da ich kurz vorher das erste Set gesehen habe und das Intro des zweiten Songs des Abends Under The Red Cloud richtig stark finde, hätte ich da zumindest Plätze getauscht. Der Setaufbau war wie beim ersten Abend, was mich persönlich überhaupt nicht gestört hat.  Es folgten mit Sky Is Mine und Towards And Against zwei Songs aus der Zeit, in der ich mit der Band nach und nach in Berührung kam. Diese Phase mit so halb neuen Titeln hat richtig Spaß gemacht und darauf wurden mit Wanderer und Hopeless Days auch das erste Mal Titel aus der 2013er Circle gespielt. Es kam erneut ein Schritt in die alten Tage, der wieder von Sign From The North Side und Into Hiding eröffnet wurde. Im Anschluss kam mein Favorit aus der Elegy: Against Widows, bei dem ich Tomi Joutsen besser als den damaligen Sänger Pasi Koskinen finde. Bei dem viel zu warmen Wetter der letzten Woche tat darauf der Gedanke an einen Black Winter Day wieder richtig gut. Darauf scheiterte Tomi Joutsen beim Versuch lustig zu sein: Da beim angekündigten Death Of A King orientalische Einflüsse zu finden sind, kündigte er es als Kebap Metal an. Naja, mal schauen wann die ersten im Internet einen Shitstorm anfangen.  Im Anschluss hatten es Silver Bride, Wrong Direction  und House Of Sleep erneut ins Set geschafft.  Auch das zweite Set wurde mit einem Klassiker beendet: My Kantele.


Mir haben beide Sets viel Spaß gemacht. Wie beim ersten Stream geschildert, hat mir der Aufbau gefallen. Bei der Songauswahl ist klar, dass natürlich jeder noch das ein oder andere Lied wie The Smoke oder The Castaway gehört hätte. Ich fand es etwas schade, dass die Phase mit den Alben Tuonela, Am Universum und Far From The Sun gar nicht vorkam. Dabei hätte ich mir The Way gut mit Tomi Joutsen am Gesang vorstellen können. Dennoch waren die insgesamt 17€ gut angelegt.

Line Up
Tomi Joutsen – Gesang
Tomi Koivusaari – Gitarre
Esa Holopainen – Gitarre
Oli-Pekka Lainen – Bass
Santeri Kallio – Keyboard
Jan Rechberger – Schlagzeug

Setlist: Stream 1
The Bee
Heart Of The Giant
Sacrifice
The Four Wise Ones
Silver Bride
Karelia
Sign From The North Side
Into Hiding
Drowned Mind
On Rich And Poor
Sampo
Bad Blood
Silent Waters
Wrong Direction
House Of Sleep
Black Winter Day

Setlist Stream 2
The Bee
Under The Red Cloud
Sky Is Mine
Towards and Against
Wanderer
Hopeless Days
Karelia
Sign From The North Side
Into Hiding
Against Widows
Black Winter Day
Death of A King
Silver Bride
Wrong Direction
House Of Sleep
My Kantele

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