Scraper – Infinite Journey – Album Review

Scraper – Infinite Journey
Herkunft: Deutschland
Release: 08.05.2026
Label: metalloscope-music
Dauer: 44:24
Genre: Progressive Thrash Metal


Unglaublich, dass es schon wieder volle sechs Jahre her ist, dass uns die Thrasher aus dem schönen Marl mit ihrem Debüt Hunger Within beglückt haben. Damals haben sie mich mit ihrer frischen Art Thrash Metal zu spielen schon ordentlich beeindruckt. Die Jungs um Simon Royal konnten mich mit ihrem genialen Songwriting überzeugen. Unverständlich eigentlich, dass hier kein Label sofort zugeschlagen hat. Aber das Warten hat ein Ende, weil sie beim kleinen Label metalloscope-music Unterschlupf gefunden haben. Die Begeisterung war noch größer, als ich gehört, dass Infinite Journey ein Konzeptalbum sein soll. Also rein in den Player und gib ihm!

Wissensdurst, der nie verendet

Vorab für mich eines der größten Pluspunkte des Albums, obwohl ein Konzept dahinter steckt, kann jeder Song auch für sich einzeln stehen. Für mich ein Zeichen dafür, dass sich die ganze Band sehr viel Zeit für jeden einzelnen Track genommen hat. Hier steckt sehr viel Liebe für das Detail drin, jedes Riff, jede Harmonie und Melodie folgt einer Struktur, die für progressiven Thrash Metal so wichtig ist.

Tech-Proggies dürfen sich freuen

Ja – ihr habt richtig gelesen – die fabelhaften Scraperboys machen jetzt Prog-Thrash und man hört  ihre Leidenschaft für dieses Sub-Genre und eine kleine Affinität für Voivod. Inhaltlich befasst sich das Konzept mit einem unkontrolliertem außerirdischen Wesen mit unbegrenzten Wissensdurst, Zerstörung von Planeten und abschließender Vernichtung des Wesens mit überraschendem Twistplot. Also alles eine leckere Rezeptur für einen galaktischen Thrash Metal Eintopf mit progressiver Note.

Neue Galaxien, alte Stärken

Ein Album in dieser Art war für mich abzusehen, da sie hier ihre Stärken fürs Songwriting so richtig ausspielen konnten. Zum einen wurde in Sachen Spielhärte nochmal eine Schippe draufgelegt, zum anderen hat der unverwechselbare Gesang von Carsten David mehr an Variation hinzugelegt. Im starken Progenies of the Void nimmt der bellend-hypnotische Gesang schon erzählerische Formen an, man will ihn einfach nur zuhören. Ein komplexer Thrash-Kracher steht für die hinzugewonnen Spielhärte – Epitome of Obliteration ist ein Riffmonster vor dem Herrn und galoppiert stolz durch die Galaxie.

Spannend an diesem Konzept Epos ist der musikalische Grundriss, der sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. Wiederholende Melodien, die immer daran erinnern, dass es eine ganze Geschichte ist und die Neugier hochhält. Die stärksten Eigenschaften sind die Aneinanderreihung an guten Songs und die Kunst, Eingängigkeit in komplexe Strukturen zu stecken. Als Anspieltipps würd ich das ganze Album empfehlen, aber im Moment steh ich sehr auf Anatomy of Devestation und die Prog-Thrash Hymne Inheritance of the Grand Design.


Fazit
Scraper haben mit Infinite Journey ein brutal starkes zweites Album aufgenommen und sitzen für mich ab sofort am internationalen Spieltisch der Prog-Thrash Bands. Ich finde man braucht sich nicht vor alte Größen des Genres wie Voivod oder Coroner verstecken. Ein galaktisch-gutes Konzeptalbum, welches durch und durch aus starken Tracks besteht. Von mir gibt es eine stattliche 9 / 10
.

Line Up
Gesang – Carsten David
Gitarre – Tobias Wimmer
Gitarre – Sebastian Lück
Bass – Simon Royal
Schlagzeug – Ralf Schönberg

Tracklist
01. The Infinite Journey
02. Hunger Within
03. Progenies of the Void
04. Epitome of Obliteration
05. Cold Resistance
06. Anatomy of Devastation
07. March of the Shattered
08. Battleborn
09. Inheritance of the Grand Design

Links
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