Worm – Necropalace – Album Review
Worm – Necropalace
Herkunft: USA
Release: 13.02.2026
Label: Century Media Records
Dauer: 01:02:54
Genre: Symphonic Black Metal / Death Doom

Vier Jahre nach ihrem Death-/Funeral-Doom‑Epos Foreverglade feuern uns Phantom Slaughter & Co. musikalisch etwas komplett anderes um die Ohren.
Ich zähle Worm zusammen mit ihren Genrekollegen Lamp of Murmuur zu den interessantesten Bands aus den USA, weil man sich auf nichts einstellen kann und immer wieder überrascht wird. Zu diesen Überraschungen zählt auch das neue Epos der Jungs aus Florida. Die Bezeichnung ist hier nicht zu hoch gegriffen, denn Necropalace bringt eine satte Spielzeit von knapp über einer Stunde mit.
Genreübergreifend und intensiv
Um das neue Album kurz zu beschreiben: Death-/Funeral-Doom war gestern, symphonischer Black Metal à la Dimmu Borgir Ende der 1990er ist heute. Allerdings sprechen wir hier nicht von einer stumpfen Kopie, sondern von Eigenständigkeit mit hohem Wiedererkennungswert. Diese Bestandteile spiegeln sich sofort im überragenden Titeltrack Necropalace wider und deuten unweigerlich die ganze Klasse des kompletten Albums an. Der Song ist ein Hybrid aus glasklarem, symphonischem Black Metal und dem bösen Zwilling von Flitzefinger Yngwie Malmsteen. Es ist erstaunlich, wie gut diese Kombination funktioniert.
Gitarrensolis sein Vater
Worm stechen auf diesem Album auch durch ihre Variabilität hervor. So zerstampft Halls of Weeping in alter Death‑Doom‑Manier mit tiefgestimmten Gitarren alles kurz und klein; besonders der zweite Teil des Songs hat mich ordentlich beeindruckt. Alles wirkt wie ein fetter Hieb in die Magenkuhle. Die Gitarrenarbeit und die Soli sind perfekt in Szene gesetzt und bestimmen besonders im Song The Night Has Fangs das Szenario. Wer auf Soli von Symphony X steht, sollte hier genau hinhören. Ein kreativer Hochgenuss, der hier geboten wird.
Monumental und kreativ
Kommen wir zu meinem derzeitigen Favoriten der Platte: Dragon Dreams. Wenn man ein Wechselbad der Gefühle musikalisch beschreiben müsste, könnte dieses Chamäleon als Blaupause dienen. Wer braucht schon Refrains, wenn alle Riffs genial sind, die Growls und der Gesang von Phantom Slaughter durchs Mark gehen und das Songwriting monumental gut ist. Im Endeffekt fühlt sich das Album an wie eine Zeitreise in die USA der 1980er, zu Shred‑Metal‑ und Glam‑Zeiten, mit einem Abstecher nach Oslo.
Neue Helden braucht der Metal
Eine Nummer epischer als die andere: Nach dem Schmachtfetzen Blackheart, der vor Gothic Rock nur so getrieft hat, nimmt uns Witchmoon – The Infernal Masquerade auf die letzte elegische Reise mit. Als besonderer Special‑Gast ist Flitzefinger Marty Friedman, ehemals Megadeth‑Gitarrist, an Bord. Ab Minute acht sorgt er für ein Solofeuerwerk, bei dem ich meine Kinnlade noch in Florida aufklappen höre. Wie viele Wendungen kann man in einem Song unterbringen? Worm so: Ja! Da wir jedem Genre unbedingt einen Namen geben wollen, schlage ich vor: Symphonic Shreddoom of Black Metal
Fazit
Worm haben mit Necropalace ein neues Genre kreiert und sind damit an ihrem bisherigen Höhepunkt angelangt. Ein Album, das nicht mit Abwechslung geizt und für jeden Genreliebhaber etwas bereithält. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich vor diesem Geniestreich zu verneigen und euch im Symphonic Shreddoom of Black Metal‑Universum zu begrüßen. 9,5 / 10

Line Up
Gesang, Gitarre, Bass, Keyboards – Phantom Slaughter
Gitarre – Wroth Septentrion
Tracklist
01. Gates to the Shadowzone (Intro)
02. Necropalace
03. Halls of Weeping
04. The Night Has Fangs
05. Dragon Dreams
06. Blackheart
07. Witchmoon – The Infernal Masquerade (Feat. Marty Friedman)
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