Acid Mammoth – Under Acid Hoof – Album Review

Acid Mammoth – Under Acid Hoof
Herkunft:
Griechenland
Release: 24.01.2020
Label: Heavy Psych Sounds Records
Dauer: 35:18
Genre: Doom-Metal


Die Nägel schwarz lackiert, die Augen so dunkel umrandet wie meine Seele; an diesem düsteren Tag ignoriere ich meine irritiert blickende Frau und Tochter und verkrieche mich in meine düstere Höhle. Heute wird es finster, heute beginnt der Untergang. Heute ist ein Tag für hexerischen Doom-Metal…

Naja, oder zumindest stimme ich mich gedanklich schon einmal auf die kommende Platte der griechischen Doom-Metal Band Acid Mammoth ein und lasse den übrigen Kram erstmal weg. Mit Under Acid Hoof  kommt am 24. Januar das zweite Album nach dem self-titled Debüt von 2017, welches seinerzeit nur digital von der Band selbst veröffentlicht wurde. Die neue Platte erscheint nach frisch unterschriebenem Plattenvertrag unter Heavy Psych Sounds Records.

Als Acid Mammoth gründeten sich bereits 2015 Gitarrist und Sänger Chris Babalis und Bassist Dimosthensis Varikos. 2016 waren sie dann durch Drummer Marios Louvaris und Chris‘ Vater, dem zweiten Gitarristen Christos Babalis komplett.

Doch nun zu Under Acid Hoof:
Bereits der erste Track Them! stimmt düster auf die kommenden 35 Minuten ein. Ein kräftiger, aber antreibendes Riff der tiefgestimmten Gitarren macht Lust auf mehr. Doch was dann? Sänger Chris Babalis setzt mit klarem, hellem Gesang ein und für einen Moment muss ich mich kurz versichern, dass sich keine neue Scheibe von Ozzy auf dem Teller dreht. Kein Wunder aber, schließlich geben Acid Mammoth selbst an, große Fans von Black Sabbath zu sein und Under Acid Hoof klingt deutlich davon inspiriert.

Schwerfällig und kräftig bleibt es auch bei Tree of Woe, dem mit über neun Minuten längsten Titel des Albums. Doch Acid Mammoth schaffen es durch harmonische Untermalungen des Doom Metal typischen monotonen Riffs den Track über die gesamte Länge interessant zu halten. Spätestens beim dritten Durchlauf der Scheibe erkennt man, dass Doom-Metal nur auf den ersten Blick monoton erscheint und bestaunt die Kreativität gerade beim zweiten Titel. Leider soll Tusks of Doom darauf genau das Gegenteil beweisen. Er bringt nichts neues, Gesang und Melodie gehen in einem gleichklingenden Brei unter und es fällt schwer, sich den kompletten Titel durch darauf zu konzentrieren. Bei Jack the Riffer, dem vierten Titel, erhoffe ich mir daher einen etwas lebendigeren Klang zurück, der dem Titel inspirierenden Schlächter von London alle Ehre gebührt. Er beginnt durchaus vielversprechend, baut Spannung auf, verliert sich dann jedoch und wirkt gemeinsam mit Tusk of Doom wie nach einer Blaupause für Doom-Metal geschrieben. Gerade als ich zu glauben beginne, dass hier nichts interessantes mehr kommt, bricht allerdings ein gut gespieltes Solo bei 3:50 die Eintönigkeit, gibt nochmals Schwung und ja, da ist der Riffer mit seinem blutigen Dolch. Zur zweiten Hälfte des Albums haben sie nochmal die Kurve gekriegt und präsentieren in Under Acid Hoof, dem Titel gebenden letzten Track das Mammut in voller Pracht. Ein heftiges Riff verschafft einem sofort das Bild dieses mächtigen Tiers, dass durch Aschefelder stampft und nichts stehen lässt, was ihm in die Quere kommt. Der Gesang kommt mit deutlich mehr Variationen und zeigt Potenzial nach oben. Letztlich beendet ein ordentliches Solo die Platte.


Mein Fazit:
Im Vergleich zum Debüt mit seinen rund 57 Minuten ist die neue Platte mit 35 Minuten bei fünf Titeln fast schon ein kurzweiliges Vergnügen. Es ist auch weniger verspielt als sein Vorgänger, dafür aber in der Grundthematik solide und hört sich deutlich straffer. Die Musik ist dem Genre entsprechend eine weitestgehend gelungene Mischung aus Monotonie und Individualität. Klangvolle Soli durchbrechen die unerbittlich dröhnenden Riffs und halten die Melodie lebendig. Leider ist es zur Mitte hin etwas sehr träge, doch insgesamt ein recht ordentliches Album. Für Doom-Metaller und Fans von tiefen, basslastigen Gitarrenriffs auf jeden Fall ein Blick wert, alle weiteren sollten sich vorsichtig an das Genre rantasten und im Falle von Under Acid Hoof vielleicht einmal mehr durchhören, um das volle Potenzial dieser Platte zu erkennen. Unterm Strich ist Acid Mammoth wie ihr Name: schwerfällig, aber kräftig und unaufhaltsam mit einer gewissen charmanten Anmut. Eine glatte 7.5/10

Tracklist
01 – Them!
02 – Tree of Woe
03 – Tusks of Doom
04 – Jack the Riffer 
05 – Under Acid Hoof 

Links:
Facebook Acid Mammoth
Bandcamp Acid Mammoth

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