Thrudvangar – Vegvisir – Album Review

Thrudvangar – Vegvisir
Herkunft:
Köthen / Deutschland
Release:
13.11.2020 – Vinyl / 20.11.2020 – CD
Label:
Trollzorn Records
Dauer:
45:47
Genre:
Pagan Metal


Bereits sieben Jahre ist die Veröffentlichung des letzten Thrudvangar Album Tiwaz her. Doch pünktlich zum zwanzigsten Jubiläum der Bandgründung veröffentlichen die Jungs ihr sechstes Album.  Die Combo hat das erste Mal meinen Konzertplan im April 2016 gekreuzt, als sie unter anderem mit Strydegor im Club From Hell in Erfurt gespielt haben und mich durchaus überzeugten.

Bombast Pagan Metal meets Amon Amarth

Seit der Valhalla-Scheibe 2006 wechseln sich die Alben damit ab, ob es ein Intro gibt oder nicht. Und so haben wir auf der Vegvisir wieder ein gutes Intro.  Der Übergang zum Opener Wächter der Brücke ist flüssig. Dabei ist das erste Lied sehr bombastisch mit Heldenchor und dominanten Keyboardklängen ausgestattet und der Refrain ist durchaus eingängig. Insgesamt lässt sich auch deutlich erkennen, dass das Album leichter zugänglich ist.

Im weiteren Verlauf des Albums nimmt der Bombast ab, auch wenn zum Beispiel bei Ran vor dem Refrain oder zum Opening von Siegvaters Maid wieder Keys zu hören sind. Dafür kommt mir ab dem Auftakt von Jörmungandr direkt eine bekannte schwedische Band mit Wickinger Thema in den Sinn. Die ersten Takte hätten auch direkt auf eines der letzten beiden Amon Amarth Alben sein können.
Dabei schaffen es die Anhaltiner erfolgreich im mid-Tempo mit gutem Riffing und dem ein oder anderen eingängigen Refrain zu punkten. Im Riffing weicht man teilweise aber auch, wie beim Gitarrenlead von Jörmungandr, auf folkige E-Gitarrenspuren zurück.

Thrudvangar singen bekannterweise ihre Texte in Deutsch, was an einigen stellen zu leicht aufgezwungenen bzw. stumpfen Paar-Reimen führt, aber dies kann auch nur ein persönliches Empfinden sein. Auch ein paar Standardphrasen wie Schild an Schild, Seit an Seit dürfen nicht fehlen. Dennoch finde ich die Texte im Ganzen gut, sowie auch verständlich und passend gegrowlt.

Zum Ende ein Ausreisser

Zu guter Letzt lässt sich auf dem Album ein Song finden, der aus den bisherigen Werken der Band heraus sticht. Thematisch ging es um den Abschied bereits bei dem starken Der Letzte Weg, aber dieses Mal ist das komplette Lied rein mit clean Vocals. Ebenso agiert man in den musikalischen Teilen wieder sehr bombastisch und keyboardlastig. Wahrscheinlich weil der Song etwas anders ist, hat er sich zu meinem Favorit auf dem Album gearbeitet.


Fazit
Mit Vegvisir haben Thrudvangar ein gutes Album im petto. Das Material ist leicht zugänglich und das Album lässt sich sehr gut durchhören. Leider gibt es für meinen Geschmack, vorallem im mittleren Teil des Albums, die ein oder andere Parallele zu Amon Amarth zu viel. Dafür muss ich sagen, dass Vegvisir mir mehr zusagt als Amon Amarths letztes Album Berserker. Pagan Metal Fans bzw. Anhänger der Schweden werden durchaus ihren Gefallen am neuesten Werk von Thrudvangar finden. Von mir gibt es 7 / 10.


Line Up
Torsten Schildhauer – Schlagzeug
Mathias Träbert – Gesang
Sebastian Rasch – Gitarre
Daniel Stromayer – Gitarre

Tracklist
01.Vegvisir
02.Wächter der Brücke
03.Jörmungandr
04.Ran
05.Hravnagud
06.Fenrirs Brut
07.Siegvaters Maid
08.Sturm aus Eisen
09.Für die Ewigkeit
10. Fardrengir
11.Alles was bleibt

Links
Facebook Thrudvangar
Webseite Thrudvangar


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