Three Eyes Left – Legione – Album Review

Three Eyes Left – Legione
Herkunft:
Bologna / Italien
Release:
15.12.2020
Label: 
Delomelanicon Records
Dauer:
67:40
Genre:
Heavy Psych / Sludge / Doom Metal


Foto Credit: Three Eyes Left

Three Eyes Left aus Bologna sind alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Schon seit 2004 frönt die Band ihrer ganz eigenen Mischung aus Doom, Sludge und Heavy Psych Metal. Nach einem Demo und zwei EPs liegt nun mit Legione das dritte Album vor.

Dieses Album hat es wieder in sich. Der Vorgänger The Cult of Astaroth hat bereits alles wie eine Lavawalze plattgemacht, Legione ist im Vergleich sogar noch eine Spur langsamer, härter und mächtiger ausgefallen.

Oberflächlich gesehen zelebrieren Three Eyes Left ausufernden, zähen Doom mit okkulten Texten, doch bei genauer Betrachtung erschließt sich eine ganz eigene, facettenreiche Welt. Das liegt vor allem am Gesang von Maic, der sich zwischen klarer Stimme, Schreien und tödlichen Growls bewegt.

Musikalisch gesehen, fordern Three Eyes Left den Hörer heraus, sich kompromisslos auf die Musik einzulassen oder ansonsten nicht folgen zu können. So hat ein Großteil der Kompositionen eine Länge von mehr als sieben Minuten, zweimal geht es sogar über die 10 Minutengrenze. Wo andere Bands schon das zweite Gitarrensolo hinter sich haben und an das Ende des Songs denken, da starten Three Eyes Left gerade mal den ersten Break.

Gewollte Kompromisslosigkeit und Härte

Das Album startet in Zeitlupe mit Sulfur. Das Lied beinhaltet einleitende Soundcollagen, ein hypnotisierendes Bassriff und brachiale Härte, vermischt mit tödlichem Gegurgel. Dagegen kommen die folgenden Stücke Satanauta und Left Hand Path schon fast im Midtempo-Bereich daher. Nicht nur Freunde des Dooms, sondern auch Anhänger älteren Death Metal-Materials können getrost ein Ohr beim abwechslungsreichen We Are Legion riskieren.

Das anschließende und mit vier Minuten schon fast kurz geratene Follow The Laws Of Dead Man vereint alle auf dem Album enthaltenen Trademarks. Soundsamples treffen auf brachiale, zähe Doomriffs, gesprochene Passagen wechseln sich mit tödlichem Growls ab. Ihr könnt euch HIER einen Eindruck verschaffen.

Sowohl Master Of Beyond, als auch Bargain With The Serpent sind überlange, hypnotische Walzen, die nur partiell durch kurze Tempowechsel aufgelockert werden. Getrennt werden beide Stücke durch den Song Maggots, Pigs…You’ll Die, das sich durch seinen Aufbau und die Verwendung von Soundsamples an Follow The Laws Of Dead Man anlehnt. Abschließend untermauert Procession With Spectres In The Wood noch einmal die Entschlossenheit und Kompromisslosigkeit des Gesamtwerkes.


Fazit
Das Album Legione gleicht einem gigantischen, schwarzen Granitblock. Für die Einen scheint dieser Block zu schwer und zu mächtig, aber für willige Anhänger ist er ein dunkler Monolith, der lange Bestand haben wird und durchzogen ist von unzähligen, feinen Schattierungen. Pechschwarze 8,5 / 10.

Line Up
Maic – Gitarre, Gesang
Klaus – Schlagzeug
Andre – Bass

Tracklist
01. Sulfur
02. Satanauta
03. Left Hand Path
04. We Are Legion
05. Follow The Laws Of Dead Man
06. Master Of Beyond
07. Maggots, Pigs….You’ll Die
08. Bargain With The Serpent
09. Procession With Spectres In The Wood

Links
Facebook Three Eyes Left
Bandcamp Three Eyes Left


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