Supernaughty – Temple – Album Review

Supernaughty – Temple
Herkunft:
Italien
Release:
08.05.20
Label: Argonauta Records
Dauer:
30:31
Genre:
Stoner Rock ‘n’ Roll


Supernaughty kommen aus dem italienischen Livorno und veröffentlichen mit Temple ihren zweiten Longplayer. Das erste Album aus dem Jahr 2018 wurde schlicht mit Vol.1 betitelt und enthielt eine Mischung aus Heavy Rock, Grunge und Stoner Rock. An der Grundrichtung hat sich grundlegend nichts geändert und doch gibt es Veränderungen zu bemerken.

Das neue Album steigt mit The Way I Wish To Die schnell und heftig ein. Der Begriff Rock ‘n’ Roll trifft es aufgrund der Geschwindigkeit sehr gut. Der Sound ist genretypisch trocken produziert, Bass und Schlagzeug treiben brachial voran und signalisieren Energie und Entschlossenheit. Auffällig ist die Leadgitarre, die mit ihren variablen Soli für Lockerheit und Abwechslung sorgt.

Deutlich im Tempo gedrosselt und mehr der Richtung traditionellem Stoner Rock zugewandt, geht es bei Biogrinder weiter. Auffällig gegenüber dem Erstlingswerk ist eine Änderung im Klang des Gesangs auf Temple. Die Vocals werden nicht mehr so klar präsentiert wie auf Vol. 1, sondern erleben eine Verzerrung, die psychodelische Elemente einbringt. Mit einem dämonischen Knurren und Schnaufen startet Hellboar und bringt durch sein variables Bass- und Gitarrenspiel Lockerheit, weg vom staubtrockenen Stoner, hin zum Heavy Rock.

Supernaughty haben das Album gut durchmischt und da trotzdem alle Tracks immer in die Genreschublade passen, unterscheidet sich das folgende Warehouse Demon durch einen doomigen, schon fast hypnotischen Rhythmus. Das kurze Instrumental Plug führt uns mit ansteigenden, verzerrten Effekten hin zu Temple, dem Titeltrack. Geradezu psychedelisch spielt die Rhytmusgitarre das Riff und klagend ist der Gesang. Nach dem Gitarrensolo folgt keine Erlösung, sondern das Tempo zieht an und es fühlt sich an, als ob man in einen Strudel gezogen wird. Je tiefer man hineingezogen wird, desto schneller dreht sich alles, bis hin zur Ekstase.

Keinen Platz zum Verschnaufen lässt auch das Tempo vom folgenden Here Comes The Argonauts, einem meiner Highlights auf dem Album, das ihr HIER anhören könnt. Der Bass fährt hörbar eigene Melodielinien und kommt so weg vom ewigen Rhythmustreiber. Alle Instrumente wirken hier variabler und individueller. Gleiches gilt auch für das abschließende schnelle, vorwärts treibende BiGB, welches musikalisch den Kreis zum Beginn des Albums schließt.


Fazit:
Supernaughty haben sich hörbar weiterentwickelt. Anfang und Ende des Albums schließen mit schnellen Heavy Rock Nummern den Kern aus Stoner Rock ein. Ob das Verzerren der Vocals ein notwendiges Szenetrademark ist oder der etwas klarere Gesangsstil des ersten Albums besser gefällt, ist Geschmackssache und wird wohl von jedem Hörer anders empfunden. Das Album begeistert mich besonders in Momenten, in denen Gitarre und Bass ausbrechen und individuelle Noten beitragen. Meine Wertung: 7/10


Line Up:
Filippo Del Bimbo – Gitarre
Alessio Franceschi – Schlagzeug
Angelo Fagni – Gesang / Rhythmusgitarre
Luca Raffoni – Bass

Tracklist:
1. The Way I Wish To Die
2. Biogrinder
3. Hellboar
4. Warehouse Demon
5. Plug
6. Temple
7. Here Comes The Argonauts
8. BiGB

Links:
Facebook Supernaughty
Bandcamp Supernaughty

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