Slow Crush – Hush – Album Review

Slow Crush – Hush
Herkunft:
Belgien
Release:
29.10.2021
Label: Church Road Records
Dauer:
45:47
Genre:
Shoegaze / Dream Pop 


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Foto Credit: Kat De Laet

Die Shoegazer von Slow Crush melden sich pünktlich zum Herbst mit ihrem zweiten Album zurück. Hush stellt für die Belgier aber weit mehr als eine weitere Veröffentlichung dar.

Wegen Covid-19 musste die Combo eine Live-Zwangspause einlegen, von 2018 bis Anfang 2020 waren die Shoegazer ja praktisch nonstop auf Tour. Als dann noch zwei Bandmitglieder die Combo verließen und ihr altes Label Holy Roar Records das Zeitliche segnete, stand eine Neuorientierung im Raum. Das Resultat sind zehn düstere, aber auch hoffnungsvolle Songs, kurzum: Man kann eben jedes Problem auch als Chance sehen.

Auch Kerzen werfen lange Schatten

Hush ist einerseits die logische Weiterentwicklung des Debütalbums Aurora, dessen Erfolg die Band selbst überrascht hat. Andererseits ist das Zweitwerk aber auch das Ergebnis einer chaotischen und unsteten Zeit voller Unsicherheiten und Zwangspausen. Warum, muss man an dieser Stelle wohl nicht nochmal extra erwähnen.

Die Trademarks von Slow Crush sind jedenfalls auch auf Album Nummer Zwei dieselben geblieben. Basierend auf solider Schlagzeugarbeit sowie manchmal dröhnenden und manchmal sehr filigranen Gitarrenlinien schallt uns der verträumte Gesang von Isa Holiday entgegen, wobei die Musiker gemeinsam Stories erzählen und Atmosphären erschaffen möchten, die dem Hörer eine kurze Auszeit aus der Realität bieten können.

Dass dafür ein gewisses Maß an Konzentration und Affinität mit Ambient-Klängen vorausgesetzt wird, sollte beim Shoegaze-Genre ohnehin klar sein. Wenn Metal ein flammendes Inferno ist, dann ist der Sound von Slow Crush nämlich ein Meer aus vielen kleinen Kerzen. Diese flackern mal mehr und mal weniger ruhig vor sich hin und schaffen es, kurze und lange Schatten in die Gedankenwelt ihrer Hörer zu transzendieren.

Facettenreicher Sound

Insgesamt vereint Hush Licht und Schatten auf eine sehr homogene Art und Weise. Der Song Lull beispielsweise ist ein melancholisch-hoffnungsvolles Stück Musik, wie du dir HIER anhören kannst. Der Titelsong wiederum klingt wesentlich heavier und düsterer wobei Slow Crush sehr doomig und progressiv zu Werke gehen.

Dem gegenüber setzen die Belgier gelegentlich aber auch schnellere und leicht punkige Melodien, beispielsweise HIER im Song Swoon. Auch wenn die Shoegazer ihre Songs stets auf einem ähnlichen Grundgerüst aufbauen, gibt es somit auf Hush etliche Klangfacetten zu entdecken. Und genau darin liegt die große Stärke des Albums.


Fazit
Slow Crush sind zurück. Ihr zweites Album Hush ist voller verträumter und vielschichtiger Songs, was den Belgiern weitere Aufmerksamkeit in der Shoegaze-Szene bescheren sollte. Alles andere wäre schlicht unfair. 8 / 10

Line Up
Isa Holliday – Gesang, Bass
Jelle Harde Ronsmans – Gitarre
Frederik Meeuwis – Schlagzeug
Jeroen Jullet – Gitarre 

Tracklist
01. Drown
02. Blue
03. Swoon
04. Gloom
05. Swivel
06. Reve
07. Hush
08. Lull
09. Thrill
10. Bent And Broken

Links
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Instagram Slow Crush
Bandcamp Slow Crush


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