Sleepwalker – Monument from the Void – Album Review

Sleepwalker – Monument from the Void
Herkunft:
Russland
Release:
13.08.2021
Label: Ksenza Records
Dauer:
46:00
Genre:
Dark Metal / Post Black Ambient


Schon alleine die Genrebezeichnung dieses Werkes klingt nach einer vertonten Weltenflucht. Sleepwalker ist ein russisches Projekt, dessen Protagonisten nicht weiter benannt werden. Und auch sonst sind Informationen über das Projekt und seine Hintergründe zur Entstehung eher spärlich gesät. So spricht das aktuelle Album Monument from the Void für sich. Dies macht es digital oder in einem schönen CD Digipak, welches beim Label erhältlich ist.

Wenn die Musik schon für sich selbst sprechen muss, hat sich dann auch die Aussagekraft, als Werk zu überzeugen? Ja, durchaus! Die hier angestrebte Auszeit darf der Hörer umgeben von Sternen, wie vom Cover Artwork mund- und ohrgerecht vorassoziiert in einem Strudel von gezupften Gitarrenfragmenten, zaghafter Perkussion sowie dichten Klangwolken in Angriff nehmen. Hier werden Sounds und Stimmungen Schicht über Schicht gesetzt. Anspieltipp kann hier eigentlich nur das Hauptstück sein, und zwar das 28 minütige Neverending Journey Through the Void, in welches du HIER in voller Länge eintauchen kannst.

Ein Sich-Treiben lassen durch den akustischen Nachthimmel

Über dem gesamten Geschehen legen sich die Synthie Klänge in düsteren, fast schon nebligen Kaskaden auf den Hörer nieder und zeigen nachhaltig Wirkung. Wer neoklassisches Dark Wave nach Art von Arcana oder Dargaad liebt, nur eben komplett instrumental, wird auch mit Sleepwalker seine Freude finden.

Empfehlenswert auch Dream Cycle, das den großartigen Landsmann Liholesie als Gastmusiker dazuholt und dem Song eine feine nordisch folkige Note gibt. Hat da etwa jemand Wardruna geflüstert?

Monument from the Void als Musik zu bezeichnen greift meines Erachtens nach zu kurz. Es wird viel Augen- und Ohrenmerk auf Stimmungen gelegt. Der Nordic Folk Metal lässt grüßen, außer dass man die Wälder des Nordens gen Himmel verlassen hat und dort in einem Strudel voller Drone und Ambient Sounds abwartet, wohin es einen treiben mag. Die Scheibe weiß auf ganzer Länge zu fesseln, erfreulicherweise auch und gerade im Mega Longtrack. Der Hörer darf sein vollstes Vertrauen schenken und sich hier mit allen ausgestreckten Extremitäten treiben lassen.


Fazit
Auf ihrem neuesten Werk Monument from the Void lassen Sleepwalker akustische Bilder sprechen und stellen alles andere inklusive sich selbst in den Dienst dieses vertonten Sternenhimmels. Die ideale Kost, wenn der Nachthimmel am heimischen Fenster zum träumen und schwelgen einlädt. 8,5 / 10


Line Up
unbekannt

Tracklist
01. Monument from the Void
02. Le Cercle Rouge
03. Dream Cycle (feat. Liholesie)
04. Neverending Journey Through the Void

Links
Bandcamp Sleepwalker 


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